Der Nationalpark Timanfaya

Ein Besuch auf dem Mars

Nationalpark Timanfaya

Vulkankegel im Nationalpark Timanfaya

 

Ein Besuch des Nationalpark Timanfaya ist wie den Planeten Mars zu betreten. Mit seinen roten und schwarzen Vulkanlandschaften soll er große Ähnlichkeit zu unserem Nachbarplaneten haben. So einzigartig er ist, darf er auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe natürlich nicht fehlen.

Man hat das Gefühl, dass die Vulkane gerade erst ausgebrochen sind oder es jeden Moment wieder tuen könnten. Ein Highlight dieser Insel, was man auf keinen Fall verpassen sollte


Inhalt:


Willst Du noch mehr von Lanzarote sehen? Hier sind noch ein paar Ideen:



1. Der Nationalpark Timanfaya

Der Timanfaya Nationalpark, der auch Montanas del Fuego genannt wird, ist seit 1974 der 8te Nationalpark in Lanzarote. Als geschützter Park bleibt er somit frei von Wohnraum und jeglichen anderen Zeichen von Zivilisation. Er erstreckt sich über 51 Quadratkilometer zwischen Yaiza und dem Montaña Timanfaya. Zum Westen hin wird er vom Atlantik begrenzt.

 

Der Naturpark liegt im Südwesten von Lanzarote und ist ein einzigartiges Beispiel vulkanischer Aktivität.

Da die letzten Ausbrüche gerade mal etwas über 200 Jahre her sind, kann man hier hautnah erleben, wie sich so eine Vulkanlandschaft darstellt. Hier herrscht unberührte Natur und man kann nur mit geführten Touren in den Nationalpark. Was auch daran liegt, dass der Timanfaya an einigen Stellen goethermal aktiv ist und der Boden hier an einigen Stellen mehrere hundert Grad heiß sein kann.


2. Die Entstehung des Nationalpark Timanfaya

Lanzarote ist nur etwa 845 Quadratkilometer groß, was in etwa der Größe von Berlin entspricht und ganze drei Viertel der Insel sind mit unwirtlichem Lavagestein bedeckt.

 

Über die Insel verteilen sich etwa 300 Krater, die von etwa 100 Vulkanen stammen. Man kann also sagen das Gesicht Lanzarotes ist durch die Vulkane entstanden. Die Landschaft scheint wie von einem anderen Planeten. Man sieht kaum Pflanzen, dafür schauen aber überall die Vulkanhügel aus dem Boden.

 

Die meisten Vulkankrater entstanden in der Zeit von 1730 – 1736. In diesen sechs Jahren fanden die größten Ausbrüche statt und förderten so viel Lava, dass etwa 167 Quadratkilometer Lanzarotes darunter bedeckt wurden, also ein Fünftel der Insel. Der Timanfaya Nationalpark umfasst etwa 51 Quadratkilometer davon.

 

Insgesamt liegen im Timanfaya 32 Vulkankrater. Diese Ausbrüche waren wegen der großen Menge an Lava und ihrer Länge die bedeutendsten in der Geschichte von Lanzarote. Neben den Ausbrüchen an Land gab es in dieser Zeit auch mehrere Seebeben.

 

Lanzarote Timanfaya

Blick von der Caldera Blanca hinüber zum Nationalpark Timanfaya

 

Wo vorher fruchtbares Land und Höfe lagen, lag nun eine Schicht aus 8 Millionen Kubikmeter Lava. Für viele Bauern war die Grundlage ihrer Landwirtschaft weg und so blieb nur die Flucht und ein Neuanfang an einem anderen Ort. Fast die Hälfte der Bevölkerung Lanzarotes ging damals nach Gran Canaria.

 

Die letzten Vulkanausbrüche auf Lanzarote fanden im Jahr 1824 statt. Der Vulkan de Clerigo Duarte brach aus und bildete eine über 14 Kilometer lange Eruptionsspalte. Ein mehrerer Kilometer langer Lavafluss wälzte sich Richtung Meer. Vorboten dieses Ausbruchs waren fast 10 Jahre andauernde Erdbeben mittlerer Stärke. Besonderheiten dieses Ausbruches waren eine sehr dünnflüssige Lava und enorme Säulen kochenden Salzwassers, die aus den Kratern emporschossen und die Gegenden überschwemmten. Das Dorf Macha Blanca entkam damals nur knapp einer Katastrophe.

 

Da auf der Südseite Lanzarotes fast kein Niederschlag fällt, hat sich die Region bisher nur wenig verändert. Da die Erosion hier nicht so stark an den Felsen nagt, liegt der Nationalpark Timanfaya noch fast genauso da als wie er 1736 nach den Ausbrüchen ausgesehen hat. Und auch wenn die Vulkane Lanzarotes derzeit als inaktiv gelten und somit ruhen, kann man überall im Nationalpark erleben, dass die Erde unter unseren Füßen durchaus noch geologisch aktiv ist.

 

Lanzarote Timanfaya

Das Lavameer im Timanfaya Nationalpark


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3. Das Timanfaya Nationalpark Besucherzentrum

Das Besucherzentrum des Timanfaya Nationalpark liegt an der LZ-67, welche die Gemeinden Tinajo und Yaiza verbindet. Man fährt hier in den Nationalpark, von Macha Blanca kommend hinein. Das Besucherzentrum hat einen kostenlosen Parkplatz und bietet neben einem kleinen Shop vor allem ein Museum für die Natur und Geologie des Timanfaya Nationalpark und die Geschichte Lanzarotes.

Das Kernthema des Museums ist aber vor allem der Vulkanismus, wie er sich im Nationalpark gezeigt hat und auch welche Tiere und Pflanzen dort heimisch sind.

Das Museum ist kostenlos und definitiv zu empfehlen, wenn man sich vorher etwas informieren möchte.

Geöffnet ist das Nationalpark Timanfaya Besucherzentrum täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr.

 

Timanfaya Nationalpark Besucherzentrum
Timanfaya Nationalpark Besucherzentrum

Blick zum und ins Besucherzentrum


4. Der Nationalpark Timanfaya - Eintritt und Preise

Die Tickets für den Nationalpark Timanfaya kann man im Besucherzentrum kaufen. Der Eintritt kostet 12 Euro pro Person und beinhalten neben einfachen Eintritt in den Park, auch eine die Bustour durch den Timanfaya Nationalpark und geologische Vorführungen, die am Restaurant El Diablo regelmäßig durchgeführt werden. Dazu aber später mehr.

 

Beim Eintritt in den Nationalpark Timanfaya kann auch etwas sparen, wenn man sich den Voucher für mehrere Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote holt, da der Timanfaya Besuch dort mit enthalten ist. Mit diesem Ticket kann man dann zum Beispiel auch den Jameos del Agua, den Mirador del Rio oder den Jardin de Cactus besuchen. Näheres hierzu findest Du am Ende des Artikels.

 

Mit dem Eintrittsticket fährt man dann vom Besucherzentrum in den Timanfaya Nationalpark hinein und muss dieses am Eingang (eine Schranke mit Häuschen) vorzeigen. 

 

Nationalpark Timanfaya

Nationalparkschild an der Abfahrt zum Nationalpark Timanfaya


5. Wandern im Nationalpark Timanfaya

Es gibt zwei Wandertouren, die man mit Führung direkt im Nationalpark machen kann.

 

Da wäre zum einen die Tremasana Route, eine 2 Kilometer lange geführte Wanderung und zum anderen die Küstenroute, die parallel zur Küste auf öffentlichem Gebiet verläuft. Die geführten Wandertouren kann man im Besucherzentrum bei Macha Blanca buchen. Auf eigene Faust darf man im Parkgebiet leider nicht losziehen. Wer das möchte, sollte einfach eine Wanderung am Rand des Timanfaya Nationalpark im Parque Nacional de los Volcanes machen.

 

Der Parque National de los Volcanes umschließt den Timanfaya Nationalpark und auf dessen Gebiet liegen zahlreiche Wanderwege. Die Umrundung der Caldera Blanca ermöglicht zum Beispiel Blicke bis hinüber zum El Diablo und die Wanderung um die Caldera de las Cuervos führt durch die Vulkanlandschaft in den Krater eines Vulkanes. 

 

Lanzarote Nationalpark Karte

Karte der Naturschutzgebiete auf Lanzarote


6. Fauna im Nationalpark

Der Timanfaya Nationalpark hat eine vielfältige Fauna, die man wohl kaum erwarten würde. Im Park gibt es mehr als 200 verschiedene Arten, die sich an eine so trockene Landschaft angepasst haben. Zu den Tierarten, die im Timanfaya-Nationalpark leben, gehören die kleine Kanaren Spitzmaus, das Kaninchen, die Krähe, die Eule, der kleine Sturmtau und die atlantische Eidechse, die auf den Kanarischen Inseln endemisch ist.

 

Lanzarote Nationalpark

Die karge Landschaft des Timanfaya  


7. Das Restaurant El Diablo

Am Aussichtspunkt der Montaña del Fuego, dem Ziel eines jeden Touristen im Nationalpark erhebt sich der Islote del Hilario. Auf diesem kleinen Hügel hat der visionäre Architekt und Künstler César Manrique das Restaurant El Diablo, übersetzt der Teufel entworfen und gebaut.

 

Das Restaurant bietet einen rundum Blick in den Nationalpark und hat eine gute und einzigartige Küche. Der Ofen des Diablo nutzt nämlich die natürliche Hitze des Lavagesteines zur Zubereitung. Man kann sich hier auch anschauen wie sozusagen auf dem Vulkanfeuer gegrillt wird. Schon wenn man heran geht, spürt man die unglaubliche Temperatur, die aus dem Boden hervorkommt, es sind fast 300 Grad Celsius.

Die Gerichte sind sehr lecker. Der Panorama Blick auf die Feuerberge macht es aber perfekt.

 

Das Restaurant El Diablo - Essen mit perfekter Aussicht


8. Die Bustour durch den Nationalpark Timanfaya

Die Bustouren durch den Nationalpark starten am Restaurant El Diablo auf dem großen Parkplatz. Man muss also einmal die Eintrittsgebühr für den Park zahlen, um reinzufahren, und hat dann eine Bustour mit dabei.

Alle 10 Minuten fahren vom Parkplatz die Busse los. Die Tour durch den Nationalpark ist dann etwa 10 Kilometer lang und dauert ca. 40 Minuten. Die Straße ist schmal und stellenweise etwas abenteuerlich.

Man blickt auf große offene Krater, riesige Aschefelder und überblickt an manchen Orten die gesamte Vulkanebene. 

 

Bustour im Timanfaya Nationalpark

 

Tipp von uns: setz dich im Bus unbedingt auf die rechte Seite. Da gibt es die besseren Ausblicke. Der Bus hält zwar ab und an, aber man darf natürlich nicht aussteigen. Für ein Foto durch die Scheibe reicht es, aber wenn man auf der falschen Seit sitzt, hat man außer den anderen Reisenden nix vor der Linse.

 

Die Vulkanbustour startet täglich von 9:00 bis 17:00 alle 10 Minuten vom Zentralen Parkplatz. Die Mitarbeiter vor Ort weisen einem einen Parkplatz zu und geben auch direkt Auskunft darüber, wann der nächste Bus fährt. Im Sommer ist der Park wohl bis 18:45 Uhr geöffnet.

 

Im Bus gibt es einen Lautsprecherguide, der in mehreren Sprachen etwas zum Nationalpark erzählt. Die Sprachen sind Deutsch, Englisch und Spanisch.

 

Lanzarote nationalpark Timanfaya

Parkplatz vor dem El Diablo


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9. Geologische Vorführungen am El Diablo

Westlich des Hauptkraters des Montaña del Fuego beträgt die Temperatur in 14 Metern Tiefe schon bis zu etwa 600 °C. Am Restaurant El Diablo gibt es zwei verschiedene geologische Vorführungen, welche diese geothermale Aktivität dieser Region verdeutlichen.

 

Nur sehr langsam hat sich im Timanfaya Nationalpark nach den Vulkanausbrüchen Vegetation ausbilden können. Die kargen Gewächse sind meist Flechten und einige Sukkulenten, sowie einige niedrige dornige Sträucher. Eines davon, das Aulaga Majorera wird am El Diablo genutzt um den Touristen, die Geologische Aktivität vorzuführen. Ein Ranger stopft trockenes Geäst in ein Loch im Boden am Islote de Hilario, der dann sofort in Flammen aufgeht. Hier knapp einen Meter unter der Erdoberfläche werden nämlich schnell Temperaturen von über 400 Grad Celsius erreicht.

 

In einer anderen Vorführung wird Wasser in ein im Boden gebohrtes Loch geschüttet. Nach einigen Sekunden schießt dann eine Wassersäule unter viel Lärm explosionsartig aus dem Boden.

 

Das Wasser, das hineingeschüttet wird, verdampft bei den hohen Temperaturen so schnell, dass es in einem Gemisch aus Wasser und Gas wieder herausgeschossen wird. Es ist im Grunde das gleiche Prinzip wie auch bei Geysiren. 

 

Lanzarote Timanfaya

Wassersäule, die vor dem El Diablo aus dem Boden schießt


Spartipp für Lanzarote

Wer plant mehrere der hier vorgestellten Timanfaya Nationalpark zu besuchen, der sollte beim Ersten Ticketkauf direkt einen Voucher kaufen.

Es gibt verschiedene Vouchers, welche man kaufen kann, die eine bestimmte Anzahl an Attraktionen beinhalten.

Die Attraktionen die eingeschlossen sind, sind folgende:

 

Montanas del Fuego

Jameos del Agua

Cueva de los Verdes

Mirador del Rio

Jardin de Cactus

Casa Museo del Campesino

Castillo de San Jose

 

Je nach Wahl kann man ein Eintrittsticket für 3,4 oder 6 Attraktionen buchen und spart so im Gesamtpreis, als wenn man überall den Eintrittspreis einzeln entrichten muss.

 

Auszug aus dem Voucher Angebot 


ENDE

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