Impfungen für die Weltreise

Die wichtigsten Impfungen für Reisende im Überblick

 

Jeder von uns wurde schon einmal mit dem Themen Impfung konfrontiert, im Moment wohl mehr als jemals zuvor. Es gibt viele Impfungen und einige haben dazu geführt, dass Krankheiten, gegen die es keine Heilung gibt, heute als ausgerottet oder fast ausgerottet gelten. Was steckt aber eigentlich hinter den Impfungen und den Erregern, gegen die sie uns schützen sollen, dass weiß man oft nur bruchstückhaft. Wir wollen hier einen Überblick über die Impfungen geben, die für Reisende relevant sind. Gegen welche Erreger können wir uns eigentlich impfen lassen, welche Krankheiten diese auslösen und was das für den Erkrankten dann bedeuten kann.

 

Impfungen Weltreise

Inhalt



Wir zeigen Dir hier die wichtigsten Impfungen, die es heute gibt. Die Liste der Infektionskrankheiten ist nicht komplett, aber uns war es wichtig, die wichtigsten hier aufzulisten und dir relevante Infos dazu zu geben. Alle Infos hier sind von uns zusammengetragen, nach bestem Gewissen recherchiert aber sie ersetzen nicht offizielle Seiten. Also check bitte auch immer offizielle Seiten wie zum Beispiel die des Auswärtigen Amts oder des Tropeninstituts.

Die hier aufgeführten Impfungen sind auch die, über die man für eine Weltreise nachdenken sollte.

 

Impfungen Weltreise

1. Impfung gegen Tetanus bzw. Wundstarrkrampf

Erreger: Clostridium tetani

Was ist Tetanus eigentlich

  • Der Erreger sondert ein Toxin ab (Tetanospasmin) welches die muskelsteuernden Nervenzellen des Zentralen Nervensystems befällt und typische Muskelkrämpfe bis hin zur Muskelstarre auslöst.
  • Resistente Sporen des Bakterium findet man fast überall, z. B. in Straßenstaub oder Gartenerde. Über Wunden gelangen sie in unseren Körper.
  • Inkubationszeit: 3 Tage bis zu 3 Wochen, selten mehrere Monate

 

Symptome von Tetanus

  • Kopfschmerz, Schwindel, Unruhe, Gliederzittern, Mattigkeit, Ermüdung, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche
  • Kieferklemme, tonische Muskelanspannung mit schmerzhafter Überstreckung der Rückenmuskulatur, unbehandelt auch Wirbelbrüche möglich, danach klonische Muskelkrämpfe in Armen, Beinen, Kehlkopf und Zwerchfell, unbehandelt folgt der Tod durch ersticken, Gefühl und Bewusstsein sind nicht betroffen, daher ist es sehr qualvoll

 

Behandlungsmöglichkeiten von Tetanus

  • häufig tödlich verlaufend
  • es gibt keine echte kausale Behandlung, nur symptomatisch um Zeit zu verschaffen, bis der Körper selbst einen ausreichenden Antikörperspiegel erreicht hat
  • Ausschneiden der Wunde bis hin zur Amputation, damit sich Erreger nicht weiter ausbreiten
  • Unterbindung der Krämpfe durch Ausschalten auslösbarer Reize: abdunkeln, Schallschutz, Beruhigungsmittel bis hin zur künstlichen Beatmung mit medikamentöser ausgelöster Muskelerschlaffung

 

Impfung gegen Tetanus

  • Kombinationsimpfstoff gegen Keuchhusten, Tetanus und Diphtherie (DTP-Impfstoff), beziehungsweise mit Polio als 4fach Impfung
  • Wirkdauer: in Deutschland Auffrischung aller 10 Jahre empfohlen
  • Kosten: 13-36 Euro je nach Präparat, wird als empfohlene Schutzimpfung von der Krankenkasse übernommen

 


2. Impfung gegen Diptherie

Erreger: Corynebacterium diphtheriae

Was ist Diptherie eigentlich

  • akute Infektionskrankheit der oberen Atemwege
  • Tröpfchen- und Schmierinfektion von Mensch zu Mensch, Erreger teils in unserem Mund- und Rachenraum
  • In Westlicher Welt bei Impfraten über 80% beinahe ausgerottet
  • Endemisch im östlichen Mittelmeerraum, Asien, Südamerika und Afrika
  • Inkubationszeit: 2-6 Tage (selten 8) nach Infektion

 

Symptome der Diptherie

  • kann symptomlos verlaufen, dadurch sind Keimträger möglich
  • Mandel- oder Rachendiptherie: Abgeschlagenheit, Übelkeit, Schluckschmerzen, Bauch- und Gliederschmerzen, zunehmend Fieber, faulig süßlicher Geruch im Rachenraum
  • Nasendiptherie: behinderte Nasenatmung und eitriger Schnupfen bei Kleinkindern und Säuglingen
  • Verschiedene Diptherieformen: Kehlkopfdiptherie, Hautdiphtherie, Bindehautdiphterie
  • Fortgeschrittene Stadien weiten sich auch auf andere Gewebe und Organe auf: Herzschäden sowie Nervenentzündungen mit Lähmungen sind möglich

 

Behandlungsmöglichkeiten der Diphterie

  • Antitoxin (ein Immunserum vom Pferd) – passive Immunisierung bei Krankheitsausbruch
  • Hochdosierte Antibiotika
  • Bei Verschluss der Atemwege – endotracheale Intubation oder Luftröhrenschnitt und künstliche Beatmung notwendig
  • Bettruhe für 5-8 Wochen um die Gefahr einer Herzschädigung zu minimieren
  • Die Sterberaten sind heute bei Behandlung gering

 

Impfung gegen Diphterie

  • Kombinationsimpfstoff gegen Keuchhusten, Tetanus und Diphtherie (DTP-Impfstoff) beziehungsweise mit Polio als 4fach Impfung
  • Wirkdauer: in Deutschland Auffrischung aller 10 Jahre empfohlen
  • Kosten: 13-36 Euro je nach Präparat, wird als empfohlene Schutzimpfung von der Krankenkasse übernommen

 


3. Impfung gegen Poliomyelitis bzw. Kinderlähmung

Erreger: Virus Picornaviridae

Was ist Kinderlähmung eigentlich

  • Infektionskrankheit die zu Lähmungserscheinungen führt
  • Übertragung: Stuhl- und Tröpfcheninfektion - Virusübertragung durch Nahrungsmittel oder Trinkwasser sowie virushaltigen Stuhlausscheidungen
  • Wo kommt es vor: Aktuell gibt es drei Polio Endemie Länder: Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Poliofrei sind: Australien, Europa, die amerikanischen Kontinente, viele Länder Asiens und Afrika
  • Die Impfung dient nicht dem Eigenschutz sondern zur Verhinderung der Ausbreitung des Erregers und seiner damit verbundenen weltweiten Ausrottung
  • Inkubationszeit: 4-10 Tage, nach 36h ist man bereits ansteckend

 

Symptome der Kinderlähmung

  • Grippeähnliche Symptome zu Beginn
  • Nach 24-48h bereits Lähmungserscheinungen und eine mögliche Hirnhautentzündung
  • Je nach Krankheitsverlauf vollständige oder teilweise Rückbildung der Beschwerden und Lähmungen oder gar tödlicher Ausgang
  • Vor allem Kinder und ältere Personen haben schwere Verläufe

 

Behandlungsmöglichkeit der Kinderlähmung

  • es gibt keine spezifische Behandlung, nur eine symptomatische Behandlung möglich, das Immunsystem des Patienten muss Erreger bekämpfen.

 

Impfung gegen Kinderlähmung

  • Kombinationsimpfstoff gegen Keuchhusten, Tetanus und Diphtherie (DTP-Impfstoff) beziehungsweise mit Polio als 4fach Impfung
  • Wirkdauer: in Deutschland Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen
  • Kosten: 13-36 Euro je nach Präparat, wird als empfohlene Schutzimpfung von der Krankenkasse übernommen

 


4. Impfung gegen Masern

Erreger: Masernvirus (nur im Menschen vorkommend)

Was sind Masern eigentlich

  • hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft
  • Wo kommt es vor: kommt weltweit vor, Krankheitshäufigkeit variiert mit der Zahl der geimpften Personen im Land
  • In Entwicklungsländern immer wieder lokale Masernepidemien mit hohen Sterblichkeitszahlen (besonders in Asien und Afrika)
  • 2019 sind 200000 Menschen daran verstorben
  • Durch Impfkampagnen gelang die Reduktion der Sterblichkeitsrate durch Masern bei Kindern um 39%
  • Übertragung: erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt
  • Infektiös ist man 3-5 Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlages bis 4 Tage danach
  • Inkubationszeit: 7-21 Tage

 

Symptome der Masern

  • 1 Phase: 3-7 Tage Entzündung der Schleimhäute der oberen Atemwege, Bindehautentzündung, Fieber bis 41°C, Übelkeit, Kopfschmerz
  • 12-13 Tag: Exanthem (Schleimhautrötung) am weichen Gaumen
  • 14-15 Tag: fleckiger Ausschlag hinter den Ohren
  • 24h später Ausschlag am ganzen Körper
  • Begleitend: Lymphknotenschwellung
  • Bei Erwachsenen meist schwerere Verläufe
  • Bei 20-30%: Komplikationen: Durchfall, Mittelohrentzündung, Masernpneumonie
  • Letalität 1:1000 laut RKI

 

Behandlungsmöglichkeit der Masern

  • Keine spezifische antivirale Therapie gegen die Masern bekannt
  • Symptombehandlung und Bettruhe

 

Impfung gegen Masern

  • effektivste Methode gegen das Auftreten der Erkrankung
  • vor Einführung der Impfung erkrankten 95-98% aller Kinder an Masern, heute ist diese Infektionsrate um 79% geringer
  • meist als Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR)
  • Wirkdauer: Lebenslanger Schutz wenn man als Kind 2x gegen Masern geimpft wurde
  • Auffrischung für Erwachsene die nach 1970 geimpft bzw. geboren sind und nicht als Kind 2x geimpft wurden
  • Kosten: MMR Impfstoff kostet 40 Euro, wird von der Krankenkasse übernommen

 


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Impfungen Weltreise

5. Impfung gegen Hepatitis A

Erreger: Hepatitis A Virus

Was ist Hepatitis A eigentlich

  • Entzündung der Leber durch Hepatitis A Erreger
  • Übertragung: fäkal-oral, vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel, aber auch als Kontakt- und Schmierinfektion zum Beispiel durch Blut
  • Wo kommt es vor: weltweit
  • Inkubationszeit: nach 2 - 4 Wochen Symptombeginn

 

Symptome der Hepatitis A

  • Zu Beginn Grippeähnliche Symptome sowie Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen sowie Abneigung gegen fettiges Essen und Alkohol
  • Dunkelfärbung des Urin und Gelbfärbung der Haut und Augen sowie Juckreiz am ganzen Körper
  • Akute Leberentzündung, keine chronischen Verläufe
  • Bei vorbestehenden Leberschäden und chronischen Lebererkrankungen sind Komplikationen bis zum Leberversagen und Tod möglich

 

Behandlungsmöglichkeit der Hepatitis A

 

 

  • symptomatische Behandlung, heilt in der Regel von selbst nach einigen Wochen aus und es bleiben keine Schäden

 

Impfung gegen Hepatitis A

  • Immunität nach durchgemachter Erkrankung
  • Nach einer Impfdosis bereits Schutz nach 10 Tagen (selbst am Abreisetag mgl. Da so lange Inkubationszeit)
  • Nach 6 Monaten 2te Dosis zum Langzeitschutz 
  • Wirkdauer: garantiert 12 Jahre, bei zweimaliger Impfung geht man heute aber etwa von 25 Jahren bis zu lebenslangem Schutz aus, Wiederauffrischung nur bei Risikopatienten oder fehlendem Titer
  • Kosten: Impfstoff: Havrix® 1440 (GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG) pro Impfung 67,29 €, bei 2 Impfungen also ca. 120 Euro Gesamtkosten
  • manche Krankenkasse übernehmen es als Reiseimpfung

 


6. Impfung gegen Hepatitis B

Erreger: Hepatitis B Virus

Was ist Hepatitis B eigentlich

  • Infektion führt zu Leberentzündung
  • Übertragung: über alle Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut oder Sperma
  • Wo kommt es vor: Weltweit: Gebiete mit hoher Hep B Prävalenz sind Sub-Sahara- Afrika, Ostasien, Amazonas Gebiet, südliche Teile Ost- und Zentraleuropa, Mittlerer Osten und der indische Subkontinent
  • 257 Millionen Menschen leben weltweit mit einer chronischen Hep B Erkrankung (Stand 2015), 2015 verstarben rund 887000 Menschen an den folgen einer Hep B
  • Inkubationszeit: 45 – 180 Tage

 

Symptome der Hepatitis B

  • Zu Beginn Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber, Gelenkschmerzen, Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelfärbung der Haut, Vergrößerung Milz und Leber
  • 90% heilen ohne Komplikationen aus
  • 10% werden chronisch: Leberzirrhose, Leberkrebs bis hin zu Leberversagen und in der Folge Tod

 

Behandlungsmöglichkeit der Hepatitis B

  • symptomatische Behandlung, heilt in 90% von selbst nach einigen Wochen aus und es bleiben keine Schäden
  • bei chronischen Verläufen können Operationen bis hin zur Transplantation notwendig werden, letale Ausgänge

 

Impfung gegen Hepatitis B

  • Erkrankungsrisiko wird um 90-95% durch die Impfung gesenkt
  • Kurzimpfschema: 3 Impfungen in 3 Wochen
  • Normalerweise 2 Impfungen im Abstand von einem Monat
  • Langzeitschutz durch zusätzliche Impfung nach 6-12 Monaten
  • Wirkdauer: etwa 10 Jahre, in der Regel aber lebenslanger Schutz nach 3. Impfung, über Titerabnahme kontrollierbar, Auffrischung nur bei Risikopatienten oder fehlendem Titer empfohlen
  • Kosten: Impfstoff: Engerix®-B  (EMRA-MED Arzneimittel GmbH) pro Stück: 52,90 €, Gesamtkosten somit insgesamt 150 Euro
  • Als Reiseimpfung zahlt man oft selbst, eventuelle Erstattung durch Krankenkassen mgl.
  • Risikogruppen, bekommen es bezahlt (Dialysepatienten, Kontaktpersonen von Hepatitis B Infizierten, medizinisches Personal, sonstiges Personal medizinischer Einrichtungen, betriebliche Ersthelfer, Polizisten, Menschen mit einer Immunschwäche, Drogenkonsumenten, Häftlinge, Personal von Einrichtungen von z.B. Asylbewerberheimen Behinderteneinrichtungen und Gefängnissen)

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7. Impfung gegen Gelbfieber

Erreger: Gelbfieber Virus

Was ist das Gelbfieber eigentlich

  • Hämorrhagisches Fieber, Erreger wird durch Stechmücken übertragen wird
  • Wo kommt es vor: tropische sowie subtropische Gebiete Südamerikas und Afrika
  • Übertragung: durch Gelbfiebermücke aber auch andere Stechmückenarten, auch Primaten sind Wirte
  • Inkubationszeit: 3-6 Tage

Symptome des Gelbfiebers

  • Fieber, Übelkeit, Erbrechen, in schweren Fällen Symptome einer Leberschädigung und lebensgefährliche Störungen der Blutgerinnung

Behandlungsmöglichkeit für das Gelbfieber

  • keine kausale Therapie vorhanden, lediglich Symptombehandlung
  • meist abklingen der Symptome nach ein paar Tagen
  • bei schweren Verläufen auch tödlicher Ausgang möglich (pro Jahr laut WHO ca. 30000 Todesfälle auf 200000 Erkrankungen) 

Impfung gegen das Gelbfieber

  • Einmalige Impfung (Lebendimpfung)
  • Strenge Indikationsstellung da viele Kontraindikationen, nur bei speziellen Ärzten durchführbar (Gelbfieber Impfstelle)
  • Wirkdauer: Eintritt 10 Tage nach der Impfung, lebenslanger Schutz auch Lebenslange Immunität nach durchgemachter Erkrankung
  • Kosten: Impfstoff: Stamaril® (EMRA-MED Arzneimittel GmbH) pro Stück: 58,71 €, viele Krankenkassen erstatten den Betrag als Reiseimpfung

Die Impfung gegen Gelbfieber als Einreisevoraussetzung

  • Die Gelbfieberimpfung ist in einigen Ländern eine Pflichtimpfung, um überhaupt einreisen zu dürfen. Dies gilt vor allem in Ländern, in denen das Gelbfieber auftritt, sowie für viele andere Länder, wenn man aus einem Gelbfiebergebiet einreist. Das gilt auch bei Transitaufhalten. Daher muss man sich immer über sein Zielland informieren.
  • Manche Länder fordern auch immernoch einen Nachweis über eine Gelbfieberimpfung, welche nicht älter als 10 Jahre sein darf. Auch wenn man heute von einem lebenslangen Schutz nach einer einmaligen Impfung ausgeht, ist das in vielen Ländern immernoch eine Bestimmung für die Einreise.
  • Der Beste Schutz vor einer Gelbfieberinfektion ist der Schutz vor Mückenstichen

8. Impfung gegen Typhus

Erreger:  Salmonella enterica ssp. enterica Serovar Typhi

Was ist Typhus eigentlich

  • Eine systemische Infektionskrankheit durch ein Bakterium
  • Wo kommt es vor: Heute vor allem ein Problem in Entwicklungsländern, mit einer unzureichenden hygienischen Bedingungen, Mittel- und Südamerika, die Karibik, Asien und Afrika
  • Im Durchschnitt gibt es jährlich 12 Millionen Erkrankungen
  • 130000 davon sterben an Typhus
  • Übertragung: fäkal-oral, durch verunreinigte Lebensmittel oder verschmutztes Wasser
  • Inkubationszeit: 6-30 Tage

 

Symptome von Typhus

  • Beginn unspezifisch: Mattigkeit, Kopfschmerz, Verstopfung, Fieber
  • Später: hohes Fieber, Husten, Durchfall, Bradykardie, Bewusstseinsstörungen, Leberschwellung, Hautausschlag
  • Bei fehlender Behandlung Blutungen aus dem Magen, Darmdurchbruch, Abszesse, Lungenentzündung und Meningitis

 

Behandlungsmöglichkeiten für Typhus

  • Schnelle Behandlung mit Antibiotika, heute gibt es aber bereits viele Resistenzen
  • Symptombehandlung
  • Bei fehlender Behandlung oft tödlicher Ausgang

 

Impfung gegen Typhus

  • Totimpfstoff als Spritze, etwa 3 Jahre Schutz
  • Lebendimpfstoff oral in einer Kapsel, etwa 1 Jahr Schutz
  • Etwa 60% Schutz vor Erkrankung durch Impfung
  • Wirkdauer: Auffrischung nach 1-3 Jahre je nach Impfung bei Mehrfachreisenden empfohlen
  • Kosten: Impfstoff: TyphimVi® (Sanofi Pasteur MSD GmbH) pro Impfung 30,39 €, wird von Krankenkassen bei Reisen in Risikogebiete in der Regel übernommen

Weltreise Impfungen

9. Impfung gegen Tollwut

Erreger: Rabiesvirus

Was ist Tollwut eigentlich

  • akute Infektion mit Tollwuterreger
  • Wo kommt es vor: tritt weltweit auf, 99% der Infektionen werden durch Hunde übertragen, vor allem herrenlose Straßenhunde, aber auch Wildtiere sind mögliche Überträger
  • Reisen nach Afrika, Asien oder Süd- und Zentralamerika beinhalten oft ein erhöhtes Risiko, mit Tollwutinfizierten Tieren zusammen zutreffen.
  • Übertragung: Biss, Kratzwunde oder direkter Kontakt mit dem Speichel eines infizierten Tieres
  • Inkubationszeit: 1-3 Monate bis zu den ersten Symptomen möglich

 

Symptome der Tollwut

  • Beginn mit grippeähnlichen Symptomen, danach Ausbreitung ins zentrale Nervensystem und Symptome einer Gehirn- und/oder Rückenmarksentzündung, die fast immer zum Tode führt

 

Behandlungsmöglichkeit der Tollwut

  • Es gibt kein bekanntes Heilmittel
  • Nur während der ersten Stunden nach Infektion ist eine Impfung noch möglich
  • Danach verläuft die Erkrankung fast immer tödlich

 

Impfung gegen Tollwut

  • Totimpfstoff, 3-malige Impfung im Abstand von 0 – 7 – 21/28 Tagen, Impfauffrischung mit einmaliger Impfung nach einem Jahr
  • Wirkdauer: Auffrischung alle 2-5 Jahre bei anhaltendem Aufenthalt in Risikogebieten empfohlen, Antikörperbestimmung möglich um Bedarf einer Auffrischung festzustellen
  • Kosten: Impfstoff: Rabipur® (EMRA-MED Arzneimittel GmbH) pro Stück 68,01 €, 4 Impfungen notwendig: insgesamt also etwa 280 Euro, wird in der Regel von der Krankenkasse bei Reisen in Risikogebiete übernommen

 


10. Impfung gegen die Japanische Enzephalitis

Erreger: Arboviren

Was ist Japanische Enzephalitis eigentlich

  • durch Viren ausgelöste Gehirnhautentzündung
  • Wo kommt es vor: Verbreitungsgebiete: Südostasien und weite Teile Chinas, Indien, Korea, Japan, West-Pazifik und Nordaustralien (Torres Strait, Queensland)
  • Vorkommen: In den Tropen ganzjährig, Suptropen überwiegend saisonal
    • Japan / Korea: Mai – September
    • Thailand / Kambodscha / Vietnam: April – Oktober
    • Nepal / Nordindien: September - Dezember
  • Übertragung: Durch Stechmücken, die vor allem nachtaktiv sind, kommen oft in Reisfeldern vor
  • Inkubationszeit: 4-14 Tage

Symptome der Japanische Enzephalitis

  • Oft symptomloser Verlauf
  • Zu Beginn grippeähnliche Beschwerden
  • Bei schweren Verläufen: Verwirrtheit, Lähmung, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen

 

Behandlungsmöglichkeit der Japanischen Enzephalitis

  • Es gibt keine spezifische Behandlung, lediglich die Symptome werden behandelt
  • Bei schweren Verläufen Mortalität von etwa 30%, 30-50% der Überlebenden tragen anhaltende neurologische und psychiatrische Schäden davon

 

Impfung gegen die Japanische Enzephalitis

  • Totimpfstoff in Form von 2 Impfungen im Abstand von 28 Tagen
  • Schnellimpfschema (18-65 Jahre) 2 Impfungen an Tag 0 und 7
  • 2te Impfung mindestens 1 Woche vor Einreise
  • Wirkdauer: Bei weiter bestehenden Risiko Wiederimpfung nach 12-24 Monaten empfohlen, manche sprechen auch von 4-10 Jahren (je nach Hersteller)
  • Kosten: Impfstoff: Ixiaro®(Max Pharma GmbH) pro Impfung 89,88 € (gesamt 180 Euro), wird von der Krankenkasse bei Aufenthalten über 4 Wochen in Risikogebieten oder einer Langzeitreise in die Gebiete in der Regel übernommen

11. Impfung gegen Cholera

Erreger: Bakterium Vibrio cholerae

Was ist Cholera eigentlich

  • eine akute Durchfallerkrankung, die ohne Behandlung schnell tödlich verlaufen kann
  • Wo kommt es vor: Cholera Ausbrüche gibt es weltweit, vor allem aber in Ländern, mit mangelnden hygienischen Verhältnissen und unzureichenden sanitären Einrichtungen
  • Stark betroffen sind die Karibik, Afrika, Südostasien, Kriegs- und Krisenregionen
  • Übertragung: über verschmutztes Trinkwasser und verunreinigte Lebensmittel
  • Inkubationszeit: wenige Stunden bis 5 Tage

Symptome der Cholera

  • Die Bakterien produzieren ein Toxin, das zu einem massiven Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch wässrige Durchfälle führt
  • Durch den immensen Verlust an Flüssigkeit (bis zu 1l/h) kann die Erkrankung innerhalb weniger Stunden bereits lebensbedrohlich werden
  • 80% aller Infizierten sind symptomlos, etwa 4% der Infizierten zeigen schwere Verläufe

 

Behandlungsmöglichkeiten  der Cholera

  • Schneller gezielter Flüssigkeits- und Elektrolytersatz, durch Infusionen

 

Impfung gegen Cholera

  • Schluckimpfung, 2x eine Impfdosis im Abstand einer Woche, die Impfung kann als Pflichtimpfung in bestimmten Ländern gefordert werden (aktuelle Einreisebestimmungen checken)
  • Durch die strukturelle Ähnlichkeit zwischen den Cholerabakterien und E. Coli Bakterien, kann auch für diese ein eingeschränkter Schutz (30%) nach der Impfung vorliegen (eventuell interessant für Risikogruppen)
  • Wirkdauer: Auffrischung nach 2 Jahren für kontinuierlichen Schutz empfohlen
  • Kosten: Impfstoff: Dukoral® (GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG) pro Impfung 63,14 € (gesamt 126 Euro)
  • Grundsätzlich kann man das Risiko für Cholera sehr gut minimieren, indem man auf eine gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene achtet.
  • Das Risiko für Touristen an Cholera zu erkranken, wird als sehr gering eingeschätzt (etwa 2-3 auf 1 Million Reisende), trotzdem kann die Impfung erwogen werden, wenn man in Risiko- oder Ausbruchgebiete reist und keine schnell erreichbare medizinische Versorgung gewährleistet ist.

12. Tabellarische Übersicht über alle Reiseimpfungen

Impfung gegen: Impfstoff: Intervall / Auffrischung: Kosten pro Impfung:
 Tetanus

Kombinationsimpfstoff mit Keuchhusten, Diptherie und Polio

1x alle 10 Jahre 13-36 Euro 
Diptherie

Kombinationsimpfstoff mit Keuchusten, Tetanus und Polio

1x alle 10 Jahre 13-36 Euro
Polio

Kombinationsimpfstoff mit Keuchusten, Tetanus und Diptherie

1x alle 10 Jahre

13-36 Euro

Masern

Masern Mumps Röteln Impfstoff (MMR)

2x -> lebenslanger Schutz 40 Euro
Hepatitis A

Impfstoff Havrix 1440

1x alle 12 Jahre, nach 2x 25 Jahre bis lebenslanger Schutz 67 Euro
Hepatitis B

Impfstoff Engerix B

1x alle 10 Jahre, nach 3x lebenslanger Schutz 53 Euro
Gelbfieber

Impfstoff Stamaril / besondere Gelbfieberimpfstelle

1x lebenslanger Schutz 60 Euro
Typhus

Impfstoff Typhim

1x alle 1-3 Jahre 31 Euro
Tollwut

Impfstoff Rabipur

3 Impfungen im Abstand von 0-7-21/28 Tage + 4te Impfung nach einem Jahr 68 Euro
Japanische Enzephalitis

Impfstoff Ixiaro

2 Impfungen im Abstand Tag 0-7  Auffrischung unklar zwischen 1 -10 Jahren 90 Euro
Cholera

Impfstoff Dukoral Schluckimpfung

2x im Abstand einer Woche, alle 2 Jahre auffrischen 63 Euro

ENDE

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