Reykjadalur

Vielleicht das schönste Hot Pot Erlebnis in Island

Island hat ein raues Klima und man ist hier viel draußen unterwegs. Es pfeift einem fast immer ein kalter Wind um die Nase, und was gibt es da Besseres als ein entspanntes heißes Bad. Aber nicht in einer Badewanne, sondern draußen mitten in der Natur.

 

Von Islands Hot Pots oder Hot Springs also den geothermalen Quellen, haben wohl die meisten schon einmal gehört aber auch von einem ganzen geothermalen Fluss?

 

Im Tal Reykjadalur kann man in so einem heißen Bach baden und entspannen. Es dampft überall aus der Erde und die vulkanische Aktivität Islands ist sehr präsent. Aber Reykjadalur heißt ja auch „Dampfendes Tal“. Für das Badevergnügen ist das aber gerade gut, denn hier herrschen über 30 Grad Wassertemperatur. 

 

island hot pot

Der Badeplatz am Reykjadalur Geothermal River


Inhalt:



1. Was ist Reykjadalur eigentlich?

Reykjadalur ist eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit in Island. Der Name bezeichnet zwar in erster Linie das Tal aber die meisten meinen den Bach der hier fließt, der aufgrund von Erdwärme an einigen Stellen etwa 30 Grad warm ist. Ein fließender Hot Pot könnte man also sagen.

 

Reykjadalur bedeutet „Rauchendes Tal“, und diesem Namen macht es alle Ehre. Es dampft, raucht, blubbert und zischt immer wieder in dem Tal. Und der kleine Fluss Reykjadalsa ist genauso, ein dampfender Bach. Der Fluss führt durch das Vulkangebiet heißes Wasser und man kann an einigen Stellen hervorragend in dem warmen Wasser baden und entspannen. 

 



2. Das Hengill Vulkangebiet

Das Tal Reykjadalur liegt inmitten der hügeligen Landschaft des Vulkangebietes Hengill, dass durch seine gute Zugänglichkeit auch als Energielieferant genutzt wird und Strom aus Erdwärme gewonnen wird.

 

Der letzte Vulkan Ausbruch in diesem Gebiet ist bereits 2000 Jahre her und derzeit gibt es keine Anzeichen, dass hier wieder ein Vulkan ausbricht. Die eigentümliche Landschaft wurde in der letzten Eiszeit geformt, die Gletscher haben dem Tuffgestein hier im Hengill ihre Form gegeben. 

 

Reykjadalur

Blick nach Reykjadalur von der Ringstraße aus


3. Die Reykjadalsa - der fließende Hot Pot auf Island

Der kleine Bach Reykjadalsa wird, wie fast alle Flüsse Islands vom Gletscherwasser aus dem Hochland gespeist. Hier gibt es aber die Besonderheit, dass noch kochend heißes Wasser aus den geothermalen Quellen dazu kommt und den Fluss auf angenehme 39 Grad Celsius erhitzt. Eine kleine perfekte Badewanne inmitten der spektakulären Natur Islands.

 

Reykjadalur Island

Die dampfenden Hügel von Reykjadalur aus der Vogelperspektive



4. Wie komme ich zum Reykjadalur Geothermal River

Reykjadalur ist im Grunde sehr einfach zu erreichen. Der Parkplatz liegt in Hveragerdi, das direkt an der Ringstraße 1 im Süden von Island liegt. Von Reykjavik braucht man circa 40 Minuten bis zu dieser kleinen Ortschaft.

 

An der Ringstraße im Kreisverkehr am Rande Hveragerdi biegt man links in die kleine Stadt hinein ab und folgt der Straße in Richtung der Hügel. Man fährt so lange, wie die Straße weitergeht immer weiter durch das Tal in Richtung der dampfenden Hänge und erreicht nach nicht einmal 10 Minuten einen großen Parkplatz mit einem Café und Souvenirshop. Von hier aus geht es zu Fuß weiter, für die Wanderung zum Reykjadalur  River. 

 

Reykjadalur

Der Parkplatz am Beginn des Wanderweges nach Reykjadalur


5. Die Wanderung zum Reykjadalur Geothermal River

Für die Wanderung bis zu den Reykjadalur Hot Springs benötigt vom Parkplatz aus bis zum Beginn der Bademöglichkeiten etwa 1 Stunde. Die meiste Zeit davon geht man allerdings bergauf. Es gilt circa 300 Höhenmeter zu bewältigen, bis man in das kleine Tal inmitten der Hügel gelangt, wo der heiße Fluss Reykjadalsa zu finden ist. Die gesamte Wanderung hin und zurück zum Parkplatz sind etwa 8,5 Kilometer.

 

Das wichtigste vorne weg: Badesachen nicht vergessen!

 

Reykjadalur wanderung

Die Wanderung startet direkt hinter dem Parkplatz und führt über die kleine Brücke

Vom Parkplatz aus geht es über eine kleine Brücke hinüber zum Beginn des Wanderweges. Hier steht ein Informationsschild zum Gebiet von Reykjadalur. Der Weg führt direkt steil bergauf, vorbei an Fumarolen, heißen Quellen und Schlammtöpfen. Hier sollte man nicht ins Wasser gehen denn es ist viel zu heiß und kann auch die Haut verätzen. Die grauen Farbtöne in den blubbernden Schlammtöpfen kommt vom darin gelösten Felsen. Ich denke jeder kann sich vorstellen was dann mit einem Menschen passiert, der da mal den Zeh reinstreckt.

 

Der Weg durch die hügelige Landschaft des Vulkangebietes Hengill ist breit und gut erkennbar und führt hinauf auf die Hügel. Diesem folgt man immer weiter und weiter und höher. Die Wege sind gut markiert und sollten auch nicht verlassen werden. Zum einen ist dies eine Geothermale Region, wo der Boden auch mal sehr heiß sein kann und zum anderen steht natürlich der Schutz der Natur an oberster Stelle.

 

Hat man den ersten großen Anstieg geschafft, windet sich der Weg immer an den Hügelflanken vorbei in Richtung Reykjadalur. Man hat wunderschöne Einsichten in die links liegende Schlucht hinunter, wo auch ein kleiner Wasserfall seinen Weg hinab findet.

 

Nach etwa 40 Minuten erreicht man eine kleine Brücke über den Bach. Hier gibt es auch die Möglichkeit sein Pferd abzustellen, falls Du mit deinem Pferd unterwegs bist. Kein Scherz … Bis hierhin, kann man die Tour nämlich auch auf dem Rücken eines Pferdes zurücklegen. Ab hier ist allerdings auch dann laufen angesagt. 

 

Der Beginn des Wanderweges bis hinauf auf die Hügelkette

Es geht weiter am Hang des Tales entlang mit wunderschönen Blicken in das Tal Reykjadalur. Es dampft von den Hängen und man passiert mehrere heiße Quellen, die bis zu 100 Grad Celsius heiß sind und damit definitiv nicht zum Baden geeignet sind.

 

Kurz danach, noch um eine letzte Kurve und man sieht zum ersten Mal die Badeplätze. In den letzten Jahren wurde hier viel ausgebaut und entlang des Flusses Holzstege und Umkleidemöglichkeiten gebaut. Man kann sich also jetzt hier direkt ein schönes Plätzchen suchen oder dem Weg noch ein wenig weiter folgen.

 

Es gibt im Flussbett etwa 10-12 angestaute natürliche Pools in denen man bequem mit 2-3 Personen zusammensitzen kann. Das heiße Wasser kommt hier aus verschiedenen Richtungen und man sollte etwas aufpassen, da es schon auch sehr heiß werden kann. Vor dem Einlauf in den Fluss hat es bis zu 90 Grad Celsius. Erst wenn es sich mit dem kalten Wasser des Flusses mischt, werden angenehme Temperaturen daraus. Dies geschieht an manchen Stellen aber etwas unregelmäßig.

 

Umso weiter man geht, umso weniger Menschen sind da. Wobei man sich bewusst sein muss, das Reykjadalur schon lange kein Geheimtipp mehr ist und besonders im Sommer gut besucht ist. Es ist aber trotzdem ein einmaliges Erlebnis. 

 

Ein entspanntes Bad in Reykjadalur

Nach einem ausgedehnten Bad und dem Genuss der Natur sollte man unbedingt noch ein Stück weiter gehen. Hinter dem Badegebiet befindet sich die Schlucht Klambragil, wo man weitere heiße Quellen und faszinierende Ablagerungen in unterschiedlichsten Farben findet. Zurück geht es dann auf gleichem Wege wieder zum Parkplatz.

 

Für die gesamte Wanderung und das Badevergnügen würden wir empfehlen, etwa 4 Stunden einzuplanen. 

 

Der Rückweg zum Parkplatz mit Blick Richtung Atlantik



ENDE

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