Der Golden Circle in Island

Die Wunder Islands an einem Tag

Im goldenen Kreis um Reykjavik herum liegen ein paar der schönsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Island. Hier bekommst Du auf kurzen Strecken fast alles geboten was Island so außergewöhnlich macht: Wasserfälle, Geysire, Vulkankrater und einen Spaziergang zwischen zwei Kontinentalplatten. Und das Beste ist, dass Du von Reykjavik aus fast alles an einem Tag anschauen kannst. Also beste Voraussetzungen für einen eintägigen Roadtrip!

 

Golden Circle in Island

Der Geysir Strokkur


Inhalt:



1. Was ist der Golden Circle in Island

Der Gullni Hringurinn bedeutet wörtlich der goldene Ring oder die goldene Rundfahrt. Gemeint ist, die wohl beliebteste Reiseroute im Südwesten von Island. Ausgehend von der Hauptstadt Reykjavik kannst Du auf dieser Rundfahrt innerhalb eines Tages viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands erleben.

Islandreisende, die nicht so viel Zeit mitbringen, haben damit die Möglichkeit alle Wunder des Landes an einem Tag zu sehen. Dazu gehören der Nationalpark Thingvellir, mit dem Wasserfall Oxararfoss, das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem aktiven Geysir Strokkur oder der mächtige Wasserfall Gullfoss.

Der Golden Circle ist etwa 300 Kilometer lang und benötigt 4 bis 5 Stunden reine Fahrzeit. Wenn Du an allen Sehenswürdigkeiten anhältst, dann kommst Du wahrscheinlich locker auf 8 bis 10 Stunden, die dieser Ausflug dauert. Es lohnt sich aber und im Sommer bleibt es ja rund um die Uhr hell, da kann man sich dann auch mal Zeit nehmen. 

 

Golden Circle Karte

Karte der Sehenswürdigkeiten am Golden Circle


Willst Du noch mehr von der Island sehen? Hier sind ein paar Ideen:



2. Der Kerid Krater im Golden Circle

Der Kerid ist der östlichste von fünf Vulkankrater der Kraterreihe Tjarnarholar. Das Besondere neben seiner nahezu perfekten Form ist, dass sich ein See im Krater gebildet hat, der in wundervollen Blautönen schimmert.

 

Vor 5000 bis 6500 Jahren entstand das Lavafeld Grimsneshraun mit insgesamt 12 Vulkanen und einer Ausdehnung von etwa 54 Quadratkilometer. Beim Kerid Krater nimmt man an, dass die Lava nach der Eruption unterirdisch abfloss und sich der Kraterboden dadurch absenkte. Er sank unter den Grundwasserspiegel und hat seitdem dessen Wasserstand. Der Kerid ist insgesamt 55 Meter tief und 270 Meter lang und 170 Meter breit. Die Wassertiefe schwankt je nach Grundwasserspiegel zwischen 7 und 14 Metern.

 

Direkt am Kerid Krater gibt es einen kleinen Parkplatz und eine Infotafel. Der Rundweg auf dem Kraterrand und der Abstieg zum See ist auf einem angelegten Weg möglich. Dieser wird durch einen kleinen Eintrittspreis in Ordnung gehalten und das Gebiet geschützt. Man zahlt 400 ISK Eintritt (etwa 2,50 Euro). Der etwa 900 Meter lange Rundweg lohnt sich, da Du immer wieder einen anderen Blickwinkel hinab in den Krater und seinen kleinen See hast.

 

Der Parkplatz und der Zugang zum Krater sind rund um die Uhr geöffnet.

 

Ein paar Eindrücke vom Kerid Krater


Willst Du noch mehr von der Island sehen? Hier sind ein paar Ideen:



3. Der Gullfoss – Der beeindruckendste Wasserfall im Golden Circle

Der Gullfoss gehört zu den bekanntesten und beeindruckendsten Wasserfällen auf Island. Der Fluss Hvita fällt hier über 2 Stufen herab. Die erste Stufe ist 11 Meter hoch und die zweite Stufe hat 21 Meter. An seiner breitesten Stelle misst der Gullfoss 230 Meter, womit er auch zu den größten Wasserfällen auf Island gehört.

Vom Parkplatz an der Straße 35 siehst Du den Wasserfall noch nicht, aber man kann ihn hier schon hören. Auf gut ausgebauten Wegen geht es hinunter zum Gullfoss. Eine relativ steile Treppe führt hinunter zum Busparkplatz (wo aber auch viele PKW parken), von hier hat man bereits einen tollen Blick auf den Wasserfall.

 

Der Gullfoss ist gewaltig und wunderschön zugleich, wie er in der Schlucht liegt. Auf einem kleinen Weg kann man ganz nah heran laufen. Dort wird man allerdings von der Gischt ordentlich nass, bevor man an der Seite auf einem kleinen Felsplateau steht und dem Gullfoss zusieht, wie er an einem vorbei donnert. Wasserfeste Kleidung kann sich hier bezahlt machen.

 

Tatsächlich wäre das wunderschöne Naturschauspiel fast verschwunden, denn lange Zeit wollte man hier ein großes Elektrizitätswerk bauen, um die Kraft des Gullfoss nutzbar zu machen. Eine lange Auseinandersetzung begann in den 1920er Jahren. Damals kämpfte Sigríður Tómasdóttir gegen ein englisches Unternehmen und drohte auf dem Höhepunkt des Rechtsstreites, dass sie sich den Gullfoss herabstürzt. Einen neuen Vorstoß gab es auch in den 1970er Jahren, der auch abgelehnt wurde. Zum Glück, denn so ist ein wunderschönes Stück Natur erhalten geblieben. Seit 1979 steht der Gullfoss unter Naturschutz.

 

Am Parkplatz gibt es eine Toilette, einen Souvenirshop und ein kleines Restaurant. 

 

Der Gullfoss


4.  Das Geothermalgebiet Haukadalur im Golden Circle

Zunächst ein paar Worte zu den Geothermalgebieten, die Dir in Island immer wieder begegnen werden. Geothermal- oder auch Hochtemperaturgebiete sind wie der Name schon sagt, durch hohe Temperaturen des Grundwassers geprägt. Ist die Temperatur in etwa 1 Kilometer Tiefe, höher als 150°Celsius, dann spricht man von einem Hochtemperaturgebiet. 

An der Oberfläche äußert sich das, durch den Austritt von heißem Wasser und Dämpfen sowie durch heiße Quellen, Geysire, Fumarole oder Solfataren. All diese Erscheinungen sind Austrittstellen, des stark unter Druck stehenden heißen Wassers und bringen oft auch chemische Gase mit an die Oberfläche. Fumarole sind zum Beispiel Austrittsstellen von Gasen, wie Schwefelwasserstoff und Wasserdampf. Dort riecht es dann oft nach faulen Eiern.

Allen Hochtemperaturgebieten gemein ist, dass hier hohe Temperaturen und giftige Gase an der Oberfläche vorkommen. Du solltest stets auf den markierten Wegen bleiben, denn der Boden kann mehrere hundert Grad heiß sein und durchaus auch einbrechen, da es immer wieder Hohlräume unter dem Boden gibt.

Die Schwefelgase sind nicht zu unterschätzen und auf gar keinen Fall Schwefelrückstände anfassen, das kann zu Verätzungen führen. Verbrühungen, Verbrennungen und Verätzungen möchte im Urlaub keiner haben. 

 

Geysir und das Geothermalgebiet

Das wohl bekannteste Geothermalgebiet auf Island und der Entstehungsort der Bezeichnung Geysir ist Haukadalur. Denn hier ist der Große Geysir, der allerdings inzwischen nicht mehr ausbricht.

Die gut ausgebaute Anlage beherbergt neben dem aktiven und berühmten Geysir Strokkur noch viele weitere Fumarole und Schlammtöpfe, sowie einen kleinen Wanderweg auf einen Aussichtsberg, von wo aus man einen tollen Blick auf das Geothermalgebiet und das großes Besucherzentrum hat.

 

Golden Circle in Island

Das Geothermalgebiet Haukadalur vom Berg aus betrachtet

Der Geysir Strokkur in Haukadalur

In Haukadalur gibt es tatsächlich mehrere Geysire aber nur einer ist aktiv und bricht zuverlässig alle 7 Minuten aus: der Strokkur. Dann schleudert er Dampf und Wasser mehrere Meter in die Luft. Strokkur ist das Highlight des Geothermalgebietes. Es lohnt sich auf dem Gelände ein wenig umherzuschweifen, es gibt noch ein paar schöne heiße Quellen zu bestaunen, die in starken Blautönen schimmern. 

 

Eindrücke vom Geothermalgebiet in Haukadalur


5. Der Bruarfoss im Golden Circle

 

Vom Geothermalgebiet aus, kann man der 37 weiter in Richtung Laugarvatn folgen und kommt nach nur wenigen Kilometern linkerhand zu einem Parkplatz. Hier ist der offizielle Parkplatz für den Bruarfoss, von welchem der 3,1 Kilometer lange Weg zum Wasserfall beginnt. Zurück muss man auf dem gleichen Weg, also sollte man ein wenig Zeit mitbringen. Der Weg ist ausgetreten, aber nicht geteert. Oft ist der Boden aufgeweicht und schlammig, daher sollte man hier wasserfeste Wanderschuhe tragen. Nach etwa 3 Kilometer und dem Passieren zwei weiterer kleinerer Wasserfälle steht man auf einer großen Brücke über den Fluss, von wo aus man einen fantastischen Blick auf den Bruarfoss hat. Der Wasserfall ist nicht der größte und höchste der Insel aber die Farbe des Wassers ist etwas ganz Besonderes.


6. Der Thingvellir Nationalpark im Golden Circle

Thingvellir ist für Island etwas ganz Besonderes. Das Gebiet sticht durch seine beeindruckende Schönheit mit dem großen See, dem Wasserfall Oxarafoss und der Schlucht hervor. Der Ort hat aber auch eine besondere geologische Bedeutung und ist ein wichtiger Ort der isländischen Kultur und Geschichte.

Von der Straße 36 zweigt die Zufahrt zum Thingvellir Visitor Center ab. Hier gibt es einen großen Parkplatz, Toiletten, ein kleines Restaurant und einen Souvenirshop. Und hier beginnt der Weg hinein oder besser gesagt zwischen die beiden Kontinentalen Platten von Europa und Amerika.

Die eurasische und nordamerikanische tektonischen Platten treffen sich in Thingvellir und bewegen sich hier langsam auseinander. Dadurch entstand über Jahrtausende das zerklüftete Schluchtental, das durch dieses Areal verläuft. Die Plattenbewegung ist Teil des Atlantischen Mittelozeanischen Rückens, der hier an die Oberfläche tritt.  Island ist einer der wenigen Orte der Welt, wo man so etwas an Land sehen kann. Man kann hier sogar zwischen den Platten tauchen gehen, in der Silfra Spalte.

 

Seit 2004 ist Thingvellir wegen der geologischen und historischen Bedeutung Teil der UNESCO Welterbestätten.

 

Thingvellir bedeutet auf deutsch „Versammlungsfelder“ und unterstreicht damit seine Geschichte sehr deutlich. Im Jahre 930 nach Christus wurde hier Islands historisches erstes demokratisches Parlament gewählt und der Ort noch lange als Versammlungsstätte genutzt. Hier kamen die verschiedenen Höfe zusammen, hier wurde Recht gesprochen und Gesetzte verkündet.

 

Man kann Thingvellir auf angelegten Wegen durchlaufen und bis zu einem Wasserfall wandern. Der Oxararfoss ist ein Kleinod der Natur oder Besser gesagt ein Ausdruck der Kunst des Menschen Wasser dort hinzubringen, wo vorher gar keines war. Der Oxara Fluss liegt mitten in Thingvellir und wurde dort eigens hin umgeleitet, um auch für die früher stattfindenden Versammlungen ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen.

 

Eindrücke vom Thingvellir Nationalpark


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7. Der Reykjadalur Thermal River – Bad im heißen Fluß

Von den Hot Pots, den geothermalen heißen Quellen auf Island, haben wohl die meisten schon einmal gehört, aber von einem geothermalen Fluss? Genau den gibt es im Reykjadalur Tal und ein Bad in ihm ist sehr entspannend, nach einer ausgiebigen Wanderung. Die braucht es auch, denn der Fluss ist nur zu Fuß zu erreichen

Im Süden Islands, bei Hveragerdi, dampft es überall aus der Erde und die vulkanische Aktivität Islands ist sehr präsent. Für das Badevergnügen ist das aber gerade gut, denn hier herrschen über 30 Grad Wassertemperatur.

Reykjadalur nennt man das Tal im Süden Islands, indem die Reykjadalsa fließt. Das Tal liegt inmitten der hügeligen Landschaft des Vulkangebietes Hengill. 

Der kleine Bach Reykjadalsa wird, wie fast alle Flüsse Islands vom Gletscherwasser aus dem Hochland gespeist. Hier gibt es aber die Besonderheit, dass auch kochend heißes Wasser aus geothermalen Quellen dazu kommt und den Fluss auf angenehme 39 Grad Celsius erhitzt. Eine kleine perfekte Badewanne inmitten der spektakulären Natur Islands.

Für die Wanderung und ein entspanntes Badevergnügen solltest Du schon 4 Stunden Zeit einplanen und daher würde sich ein weiterer Tag für den Golden Circle anbieten. 

 

Zum Heißen Fluß in Reykjadalur gibt es hier einen eigenen Artikel mit allen Infos zur Wanderung.

 

Golden Circle in Island

Blick nach Reykjadalur


ENDE

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