Der Zoo von Amneville

Ich mag Zoo’s. Und ich stehe dazu. Ich finde Tiere toll.

Und all die Tiere, die ich aus Büchern oder TV kenne, live zu sehen ist für mich etwas Wunderbares. Meistens dann halt in Form eines Zoobesuches. Diese Besuche führen fast immer unweigerlich dazu, dass ich die Tiere auch noch in freier Wildbahn erleben will. Und ich mir bewusst bin, dass das nur möglich sein wird, wenn ich auch auf meine Umwelt acht gebe und meinen Alltag und Ressourcenverbrauch dementsprechend gestalte. 

 

So entstand auch mein großer Wunsch einmal nach Afrika zu reisen und die Tiere zu sehen, die es vielleicht bald nicht mehr gibt, wenn wir nicht endlich besser mit unserer Erde umgehen. Da ich das nicht ständig und mehrmals im Jahr machen kann, auch wenn ich das toll finden würde, gehe ich eben gerne in Zoos und beobachte die Tiere dort. Einen ganz Besonderen habe ich 2018 vor allem durch riesige Werbeplakate entdeckt.

 

Das führte dazu, dass ich mich im Internet darüber informierte und dann natürlich unbedingt hinwollte. Also haben wir’s gemacht.

 

Der Zoo von Amneville! Er liegt 20 Kilometer nördlich von Metz im schönen Frankreich.

 

Pelikan in Amneville

Pelikane

 

1978 hatten hier zwei verrückte Männer die Idee einen eigenen Zoo aufzubauen. Trotz aller Widrigkeiten wurde dann 1986 hier der Zoo von Amneville eröffnet.

 

Seitdem wurde er immer weiter ausgebaut und erstreckt sich nun auf einer Fläche von 17 Hektar und beheimatet 2000 Tiere aus 5 Kontinenten und 360 verschiedene Tierarten. Pro Jahr kommen über 600000 Menschen zu Besuch und ermöglichen mit ihrem Besuch nicht nur den Erhalt des Zoos, sondern auch die Unterstützung vieler Naturschutz Projekte.

 

Das Besondere am Zoo de Amneville ist, dass er sich nur über die Eintrittspreise finanziert und daneben trotzdem noch ganz viel in Spenden packt. Hier gibt es keine staatliche Unterstützung oder Förderung. Er befindet sich komplett in Privatbesitz.

 

Und trotzdem erhöht der Zoo jedes Jahr die Summe seiner Spenden für verschiedene Artenschutzprojekte. In den letzten 5 Jahren hat er laut eigener Angabe 2 000 000 Euro in Schutzprogramme zum Erhalt der Artenvielfalt gegeben. Diese sind überall auf der Welt verteilt und werden auf der Internetseite des Zoo’s auch ausführlich dargestellt. Darunter Programme für Schimpansen im weit entfernten Afrika aber auch für den heimischen Hamster in Frankreich.

 

Auch ein paar andere Zahlen werden dort gezeigt, die ich ganz interessant finde: Was kostet die Verpflegung von 2000 Tieren oder auch deren medizinische Versorgung. Welche Berufsgruppen sind eigentlich in einem Zoo vertreten und was machen Tierpfleger eigentlich?

 

Schlange, Vivarium Amneville

Schlange im tropischen Vivarium

 

Der Zoo ist nicht nur groß, sondern auch wirklich wunderschön angelegt. Man hat eher das Gefühl durch einen Park zu wandern und nicht durch eine Ansammlung von Tiergehegen. Diese fügen sich immer in die Umgebung ein und auch auf auffällige Zäune wurde verzichtet. Man hat immer einen schönen Blick auf die Tiere, die sich in ihren großen Gehegen auch mal verstecken können, ohne dass man durch Metallzäune blickt.

 

Ich habe noch nie einen Zoo gesehen, dessen Bewohner so entspannt waren. Wir haben keine hin und her laufenden Tiere gesehen oder solche, die nur noch frustriert mit dem Kopf wackeln. Ich hatte, das Gefühl, das es ihnen gut geht und sie sich von den Besuchern nicht stören lassen.

Natürlich kann man jetzt darüber diskutieren, dass Tiere nicht in Zoos gehören, sondern draußen in die Wildnis. Der Meinung bin ich grundsätzlich auch, aber es ist eine Tatsache, dass wir Menschen diese Wildnis immer weiter zerstören. Daher finde ich, dass man es sich mit dieser Aussage zu einfach macht. Das Problem ist komplizierter und sollte auch so betrachtet werden. Es gibt 3 Punkte, die ich wichtig finde und die man bedenken sollte bevor man über Zoos schimpft.

 

1. Viele der hier lebenden Tiere wurden in Gefangenschaft geboren oder kommen aus der Gefangenschaft und wären in der Wildnis nicht überlebensfähig. Einige Tiere haben auch körperliche Gebrechen und würden so auf sich allein gestellt auch nicht überleben. Würde man alle Zoos schließen, wie das immer wieder von vielen gefordert wird, was macht man dann mit all den Tieren. Sie wären unweigerlich zum Tode verurteilt, denn ein Leben außerhalb des Zoos wäre nicht möglich.

 

2. Gebe es keine Zoos und keine Möglichkeit Tiere in Natura zu sehen, würden wir sie wohl nur von Bildern und Videos kennen und dann wäre es so wie mit vielen Problemen: Das ist ja weit weg, dass geht mich nichts an. Aber Tiere in Echt zu sehen, baut finde ich ganz andere Emotionen auf und hilft eher zu verstehen wie wichtig sie sind und warum man sie schützen sollte.

 

3. Viele Tierarten sind bereits ausgestorben. Andere haben wir in ihrem Artenbestand bereits so krass dezimiert, dass das Aussterben nur noch eine Frage der Zeit ist. Zuchtprogramme innerhalb von Zoos oder auch zwischen Verschiedenen helfen dabei Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Inzwischen sind sie manchmal die Einzige Chance für eine Art überhaupt zu überleben. Ein gutes Beispiel sind hier die Zuchtprogramme des Loro Parks auf Teneriffa. Hier werden Papageien gezüchtet und ausgewildert. So konnten schon 8 Papageienarten vor dem endgültigen Aussterben bewahrt werden. 

 

Ich bitte also jeden der über Zoo's schimpft, einmal inne zu halten und genau darüber nachzudenken. 

Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich bisher nur in Europäischen Zoos war. Ich bin mir durchaus bewusst, dass es dort einige Regeln gibt wie die Tiere gehalten werden. Ich weiß, dass das in anderen Orten der Welt, ich denke da vor allem an Asien ganz anders ist. Und das finde ich nicht gut. Daher beziehe ich meine Meinung zu Zoos eigentlich ausschließlich auf die Europäischen Vertreter. Andere kenne ich persönlich einfach noch nicht.  

 

Nashornbaby, Amneville

Nashorn - Nachwuchs

 

Der Zoo von Amneville macht beim Artenschutz auch eine gute Arbeit und wie gesagt man erlebt nicht nur wunderschöne Momente mit den Tieren, sondern der gezahlte Eintritt hilft Naturschutzprogramme in aller Welt zu unterstützen.

 

Der Park ist 365 Tage im Jahr geöffnet und kostet 37 Euro / Person (Stand Juli/2019)

Der Zoo besteht aus mehreren thematischen Anlagen:

 

Die Afrikanische Savanne beheimatet Elefanten, Nashörner, Giraffen und Co. In der Bucht der Seelöwen findet man das größte Gehege dieser Art in Europa. Im Dschungel des Amazonas streifen Jaguare, Wölfe, Tapire, Marmosetten und Ameisenbären durch das Dickicht. Für kleinere Besucher gibt es im Bauernhof im Wald Kühe, Hühner, Ziegen, Hasen und Schweine zum Anfassen.

 

Die Bucht von Peruvia beheimatet die südamerikanische Fauna, wie zum Beispiel die Humboldt Pinguine. Das Camp der Gorillas gehört zu den größten Gehegen Europas für die großen Menschenaffen. Das tropische Vivarium zeigt viele Reptilien, wie Schlangen und Echsen. Im Oran Utan Dschungel wird ein Spaziergang durch den Regenwald Sumatras nachgeahmt und in einer riesigen Anlage für Greifvögel, kann man etwa 80 verschiedene Arten dieser Raubtiere der Lüfte bewundern. Eine unheimliche Artenvielfalt und alle Anlagen sind wirklich artgerecht und schön gestaltet. 

 

Adler, Greifvogel, Amneville

Die großen Greifvögel ganz nah

 

Neben dem umherwandern im Zoo von  Amneville kann man auch Shows besuchen. In der Greifvogelshow werden viele verschiedene Arten fliegen gelassen, so erlebt man diese Tiere einmal hautnah. Es ist schon etwas Besonderes, wenn Adler, Habichte, Falke oder auch der riesige Kondor über einen hinwegschwirren.

 

Eine zweite Show und Aushängeschild des Parks ist die Tigerworld. In einem großen Saal wird eine Raubtiershow mit 10 Tigern vorgeführt. Wer jetzt denkt, wie schlimm, wenn Tiger Kunststückchen machen müssen dann kann ich ihn beruhigen. Die Show ist eher ein zeigen der Tiger. Diese laufen herum und setzten sich immer wieder in Pose. Die Tiere springen nicht durch Reifen oder ähnliches, es ist nicht so wie im Zirkus.

 

Untermalt wird das ganze mit einer Geschichte über den Tiger, seiner Dezimierung und der Gefahr das dieser bald ausgestorben sein wird. Damit sollen die Besucher sensibilisiert werden und diese Art auch gewürdigt werden.

Weißer Tiger, Amneville

Fauler Tiger im Park

 

Jetzt folgen noch ein paar Eindrücke aus dem Park: 

 

ENDE


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