Der Cotopaxi Nationalpark in Ecuador

Zu Besuch auf 4000 Metern in den Anden

Nicht weit entfernt von Ecuadors Hauptstadt Quito findet sich mit dem Cotopaxi Nationalpark ein kleines Naturparadies in den Anden. Wer Ruhe sucht oder seine eigenen Grenzen am 5897 Meter hohen Vulkan Cotopaxi überschreiten möchte, ist hier genau richtig.

 

Alles Wissenswerte für deine Reise haben wir hier für Dich zusammengetragen.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Der Cotopaxi im Morgengrauen


Inhalt:



1. Der Cotopaxi Nationalpark in Ecuador

Der Nationalpark hat seinen Namen von dem Vulkan Cotopaxi, der hier die Landschaft mit seinen 5897 Metern deutlich überragt. Von Quito erreichst Du den Nationalpark Cotopaxi am besten, in anderthalb Stunden stehst Du in der wundervollen Natur der ecuadorianischen Anden. Der Nationalpark selbst deckt Höhen zwischen 3400 und 5897 Metern ab und erstreckt sich auf eine Fläche von 32300 Hektar.

 

Im Cotopaxi Nationalpark in Ecuador gibt es Einiges zu sehen. Im Osten der Hochebene findet man die alte Inkafestung El Salitre, von wo aus man einen großartigen Blick auf die umliegenden Berge hat. Die eindrucksvollsten im Nationalpark sind der Sincholagua (4983m), der Ruminahui (4757m), der Pasachoa (4200m) und natürlich der Cotopaxi (5897m). Alle diese Berge kannst Du auch besteigen.

 

Die Landschaft des Nationalpark Cotopaxi ist geprägt von den Ausbrüchen der beiden Vulkane Cotopaxi und Ruminahui. Überall kannst Du die Spuren vulkanischer Aktivität, in Form von erkalteten Lavaflüssen, Laharen oder pyroklastischen Gesteins entdecken.

 

Im Nationalpark gibt es 800 endemische Pflanzen, die es nur hier gibt. Und auch wenn die Flora und Fauna hier natürlich etwas karger ausfällt als in anderen Teilen Ecuadors, ist sie nicht weniger beeindruckend. Im Cotopaxi Nationalpark kannst Du dem Opossum, Waldkaninchen, Andenfuchs, Hirsch, Puma, dem Andenkondor und zahlreichen weiteren Vogelarten begegnen.

 

Der Nationalpark ist ein wunderbarer Ort für ausgedehnte Wanderungen und das Bergsteigen. Während der Sincholagua, Pasachoa und Ruminahui vor allem für Akklimatisierungswanderungen genutzt werden, ist der Cotopaxi die größte Herausforderung, die es zu bewältigen gibt.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Cotopaxi Nationalpark


Unser Vlog zum Cotopaxi Nationalpark in Ecuador


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Quilotoa Loop
Ecuador Reise


2. Das Wetter im Nationalpark Cotopaxi

Das Wetter im Nationalpark ist sehr unbeständig und man kann hier innerhalb eines Tages alle Jahreszeiten erleben. Die Sonne ist hier näher und ohne Sonnenbrille ist der Aufstieg zum Cotopaxi nicht zu machen. Der Wind ist stark und beißt. Das Wetter wechselt zwischen Sonne, Regen, Hagel oder Schnee und das in wenigen Minuten. Hier sollte man gut auf alles vorbereitet sein.


3. Der Vulkan Cotopaxi in Ecuador

Der Vulkan Cotopaxi ist mit 5897 Metern der zweithöchste Berg in Ecuador und einer der höchsten, aktiven Vulkane der Welt. Er ist der meistbesuchte Gipfel in Südamerika und durch seine perfekte Form mit der schneebedeckten Haube auch fast jedem bekannt. Er bedient das Idealbild eines (Strato-) Vulkanes.

 

Der Cotopaxi liegt etwa 50 Kilometer südlich von Quito in dem nach ihm benannten Nationalpark und gehört zur sogenannten „Allee der Vulkane“ in den östlichen Anden, zu der zum Beispiel auch der Cayambe und der Chimborazo gehört. 

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Die Bedeutung des Namen Cotopaxi

Cotopaxi bedeutet „Hals des Mondes“. Aus einer bestimmten Perspektive gesehen, geht der Mond nämlich genau hinter dem Berg auf und steht für einen kurzen Moment genau über dem Gipfel des Cotopaxi. Für die Einheimischen ist es ein Heiliger Berg. Er wurde als Regenspender und damit Garant für die Fruchtbarkeit des Landes und als Sitz der Götter gesehen und verehrt.

 

Die Cotopaxi Besteigung in Ecuador

Der Krater des Cotopaxi hat einen Durchmesser von 800 x 550 Metern und ist bis zu 350 Meter tief. Er wird fast täglich bestiegen. Wer aber denkt, dass ist einfach der liegt falsch. Die Besteigung ist nur mit einem Guide im Rahmen einer Tour möglich und der Weg führt durch Schnee und Gletscher zum Gipfel. Das Wetter kann hier oben unbeständig sein und so manche Gruppe musste schon umkehren und sich dem Wind und Schnee geschlagen geben.

Der aktive Vulkan Cotopaxi

Der Cotopaxi ist ein aktiver Vulkan. Seit 1738 ist er etwa 50-mal ausgebrochen und auch heute ist oftmals Rauchausstoß zu beobachten.

 

Bei der großen Eruption 1877 schmolz der Gipfelgletscher vollständig ab und die entstehende Schlammlawine zerstörte alles auf ihrem Weg. Das umliegende Land wurde bis zu 100 Kilometer überschwemmt und die Stadt Latacunga komplett zerstört.

Der letzte größere Ausbruch fand 2015 bis 2016 statt. Es bildeten sich bis zu 8 Kilometer hohe Aschewolke über dem Gipfel und der Zutritt für Besucher war bis ins Jahr 2017 hinein gesperrt.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Der Gipfel des Cotopaxi liegt immer unter einer Eisdecke


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4. Wie komme ich zum Cotopaxi Nationalpark?

Der Haupteingang des Nationalparks liegt etwa 25 Kilometer südlich des kleinen Ortes Machachi, der an der Panamericana Süd Autobahn zwischen Quito und Latacunga liegt. Das Nord Tor zum Cotopaxi Nationalpark erreicht man, in dem man dem Pito River Canyon von Sangolqui im Talgebiet von Quito folgt.

 

Machachi und Latacunga sind gute Ausgangspunkte für den Besuch in den Nationalpark Cotopaxi. Von Quito aus (Terminal Quitumbe) fahren regelmäßig Busse nach Machachi Latacunga. Schneller geht es mit dem Mietwagen. Von dort aus kannst Du den Nationalpark am bequemsten mit einer geführten Tour besuchen, das geht aber auch von Quito aus.

 

Am schönsten ist es aber, wenn Du ein oder zwei Nächte im Hochland bleibst

 

Wenn Du mit dem Mietwagen kommst solltest DU den Haupteingang ansteuern. Am Haupteingang findet sich das Interpretationszentrum Mariscal Sucre mit Modellen des Parks, Erklärungen und Abbildungen zur Aktivität der Vulkane. Und allen Informationen die Du brauchst. Vom Besucherzentrum gelangst DU über die Schotterstraße dann zur Laguna de Limpiopungo, die auf 3830 Metern auf der Hochebene an den Ausläufern des Vulkan Ruminahui liegt, welcher sich gegenüber des Cotopaxi befindet.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Blick vom Cotopaxi in den Nationalpark


5. Wo kann ich am Cotopaxi Nationalpark übernachten

Übernachten kann man in Latacunga, Machachi oder Lasso oder aber auch direkt im oder unmittelbar am Nationalpark auf einem der vielen Höfe, die sich hier finden. Es gibt Optionen für jedes Budget, vom einfachen Hostel bis zur 5 Sterne Hacienda ist alles dabei. Viele dieser Unterkünfte bieten auch Transfers von Quito, Latacunga und Machachi an.

Wir selbst hatten drei wunderschöne Tage im Secret Garden Cotopaxi, das wir sehr empfehlen können.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Secret Garden Cotopaxi


6. Kann ich den Cotopaxi Nationalpark allein besuchen?

Das ist nicht ganz klar. Die Regeln für den Zugang zum Nationalpark ändern sich scheinbar sehr häufig und es gibt keine richtige offizielle Aussage darüber, ob man als Tourist allein oder nur mit Guide in den Nationalpark darf. Einige Touristen werden einfach eingelassen und andere holen sich ihr Permit und fahren mit dem eigenen Auto hinein und wieder andere werden abgewiesen, weil sie keinen Guide haben. Es wirkt ein wenig willkürlich.

 

Daher empfiehlt es sich, wenn man nicht so viel Zeit hat, und keine Überraschungen möchte den Park im Rahmen einer Tour mit Guide zu besuchen oder aber sich im Vorfeld am Parkeingang die neuesten Informationen einzuholen.


7. Wieviel kostet der Eintritt in den Cotopaxi Nationalpark

Der Nationalpark selbst kostet bisher keinen Eintritt, man muss sich nur am Eingang bei einem Ranger registrieren.

Die Tagestouren liegen zwischen 30 und 50 US-Dollar pro Person und für einen Gipfelaufstieg solltest Du 300 bis 400 US-Dollar kalkulieren.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Andenwolf im Cotopaxi Nationalaprk


8. Touren zum Cotopaxi Vulkan in Ecuador

Tagestouren im Cotopaxi Nationalpark gibt es viele und das Angebot ist sehr breit. Es reicht von Wanderungen rund um den Limpiopungo See über den kurzen Aufstieg zum Basecamp und dem Refugio des Cotopaxi auf 4900 Meter bis zur Besteigung eines der zahlreichen Gipfel, wie den Pasachoa oder Ruminahui.

 

Die Wanderung zum Limpiopungo See ist nur 1,5 Kilometer lang. Hier hast Du einen wunderbaren Blick auf den Cotopaxi. Wenn das Wetter mitspielt, spiegelt er sich sogar im Wasser.

 

Wer etwas mehr Action will kann den Hang des Cotopaxi auch auf Mountainbikes herunter rasen. Ab dem Parkplatz auf 4600 Metern führt die Schotterpiste in Serpentinen nur bergab.

 

Beliebt ist es auch den Park auf dem Rücken eines Pferdes zu durchstreifen. Dafür gibt es auch zahlreiche Tour Angebote.

Die Tagestour zum Jose-Ribas Refugio am Cotopaxi Vulkan

Eine Besondere Tour und wahrscheinlich auch ein ganz persönlicher Höhenrekord ist für den Durchschnittstouristen die Tagestour zum Cotopaxi Vulkan. Mit dem Jeep geht es hinauf auf 4600 Meter, wo sich ein großer Parkplatz befindet. Von hier aus muss man die 300 Höhenmeter zur Berghütte Jose Ribas zu Fuß zurücklegen. Über einen Kilometer schlängelt sich der Weg hier nach oben.

 

An der Berghütte angekommen, kann man sich dafür einen Stempel abholen, dass man es geschafft und eine heiße Schokolade genießen. Die ist hier verdammt gut.

 

Wer die Höhe gut verträgt, kann auch noch weiter bis auf 5000 Meter wandern, wo der Gletscher beginnt.

Das Wetter am Vulkan kann sehr unbeständig sein. Oft steht der Cotopaxi morgens noch wolkenlos da und gegen Mittag kommen dann mehr Wolken und verdecken den Gipfel des Vulkanes.

 

Eigentlich liegt die Schneegrenze hier über dem Refugio aber bei uns im April war bereits am Parkplatz Schnee und wir haben beim Aufstieg auch nichts gesehen. Am nächsten Tag haben wir die Tour dann noch einmal wiederholt und hatten mehr Glück und einen grandiosen Ausblick auf den Nationalpark.

 

Es ist ein Spiel mit dem Glück, ob man in einer riesigen Wolke aufsteigt oder aber wunderbare Aussichten auf den Gipfel und Fernsichten auf den Nationalpark genießt. Manchmal wechselt das Wetter auch plötzlich. Auf dem Cotopaxi kann man im Grunde alle Jahreszeiten an einem Tag erleben.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Manchmal liegt der Cotopaxi in einer dicken Wolke und am Refugio schon Schnee


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Die Gipfelbesteigung des Cotopaxi Vulkan in Ecuador

Im Rahmen einer geführten Tour kannst Du den Gipfel des Vulkanes besteigen. Bis auf 4658 Metern geht es mit dem Auto hinauf und dann kommt der Aufstieg Jose-Ribas-Refugio, welches auf 4900 Meter liegt.

 

Hier wird übernachtet und kurz nach Mitternacht beginnt dann der Aufstieg zum Gipfel. Geübte und akklimatisierte Bergsteiger brauchen bis zum Gipfel wohl etwa sechs bis acht Stunden. Die Route verläuft durch Schnee und über Gletscher und man ist den Elementen dort oben im Grunde schutzlos ausgeliefert.

 

Neben einer guten Akklimatisierung sollte man auch Erfahrung im Bergsteigen mit Steigeisen und Sicherungsseilen haben. Nicht wenige geraten hier oben in Sturm, Regen und Schneefall und müssen die Wanderung abbrechen und umdrehen.

 

Wer es schafft, der erlebt auf dem Gipfel einen einmaligen Sonnenaufgang mit Blick auf den Cotopaxi Nationalpark.

Es gibt unzählige Reiseagenturen in Ecuador, die den Aufstieg zum Cotopaxi anbieten. Nicht alle davon sind seriös. Gerade die Akklimatisierung im Voraus, das bedeutet ein paar Tage in dieser Höhe verbracht zu haben, bevor man sich an den Aufstieg wagt, wird oft unterschätzt. Man sollte sich Zeit nehmen und verschiedene Agenturen anschauen, bevor man sich für eine Tour entscheidet. Der Aufstieg ist nicht ohne Gefahren und man sollte einen sehr guten Guide und gutes Equipment bekommen.

 

Cotopaxi Nationalpark Ecuador

Am Gipfel des Cotopaxi muss man einen Gletscher bezwingen


9. Ein paar Tipps gegen die Höhenkrankheit am Cotopaxi

Der Cotopaxi Nationalpark liegt über 3000 Meter. Für die meisten Menschen bedeutet das eine Herausforderung, da der Sauerstoffgehalt der Luft hier rapide abnimmt und der Körper es nicht gewohnt ist mit so wenig Sauerstoff auszukommen. Eine Höhenkrankheit sollte man nicht unterschätzen, neben leichten Symptomen wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Übelkeit können auch lebensgefährliche Situationen auftreten.

 

Der beste Schutz  vor der Höhenkrankheit ist eine ausreichende Akklimatisierung in Höhen über 3000 Meter. Zwei bis drei Tage sollte das mindestens dauern. In dieser Zeit heißt es vor allem langsam machen und erst einmal ankommen, damit der Körper sich an die Höhe gewöhnen kann. Wenn man genügend Zeit hat sollte nach 2 Tagen eine Phase einsetzen in der man die Belastbarkeit testet und die Anforderungen langsam steigert. Das empfiehlt sich besonders, wenn man anstrengende Besteigungen wie zum Beispiel den Cotopaxi geplant hat.

 

Für den gesamten Aufenthalt empfiehlt es sich viel Wasser zu trinken. Noch bevor die Wanderung startet, solltest Du 1 bis 2 Liter Wasser trinken und dann unterwegs ebenfalls mindestens 1 Liter. Das beugt der Höhenkrankheit vor.

 

Coca Blätter in Form von Coca Tee (Mate de Coca), Coca Blättern zum Kauen oder Bonbons können helfen. Sie verbessern die Durchblutung und mehr Sauerstoff gelangt zu den Zellen. Daneben vertreiben sie Hunger, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Kälte. Coca Blätter werden auch zur Herstellung von Kokain genutzt und sind in Ecuador, Peru und Bolivien legal, in den meisten anderen Ländern sind sie verboten.

 

Versuche immer gleichmäßig und tief zu atmen. Bestimmte Atemtechniken können hier helfen, wie zum Beispiel die Wim Hof Atemtechnik oder auch Yoga-Atmungen.

 

Sehr wichtig ist aber vor allem, dass Du Dein eigenes Tempo findest: auf Höhenwanderungen solltest Du deine Geschwindigkeit selbst festlegen und ausreichend Pausen machen, immer wenn Du es brauchst. Gerade bei Touren neigt man dazu, schneller zu gehen, um mit der Gruppe mitzuhalten. Aus Erfahrung können wir sagen, dass Dir das nichts bringt und nur frustriert und auch gefährlich werden kann. Finde dein Tempo und lass andere eben Vorausgehen! Es ist egal wie lange Du brauchst, solange Du ankommst.


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ENDE

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