Ein Tag auf der Jandia Halbinsel

Ein kleiner Roadtrip durch den Süden der Insel

 

Die Halbinsel Jandia ist vor allem für ihre kilometerlangen Strände berühmt. Aber es gibt noch deutlich mehr zu entdecken, wie zum Beispiel den höchsten Gipfel Fuerteventura’s oder den Faro de Punta Jandia und sie ist ein Paradies für Kite Surfer.

 

 

Wir waren einen Tag mit dem Mietwagen unterwegs und zeigen Dir was es zu erleben gibt.

 

Fuerteventura Punta de Jandia

Bushaltestelle am Faro de Punta de Jandia


1. Wo finde ich Was? Übersicht über die Route

Fuerteventura Jandia Karte

Übersichtskarte des Roadtrips


2. Die Jandia Halbinsel

Die Halbinsel Jandia liegt im Süden von Fuerteventura und ist im Grunde der kleine, untere Schnipsel der Insel. Ungefähr auf der Höhe von La Pared ist Fuerteventura nur 5 Kilometer breit und genau dort beginnt Jandia.

 

Der Name Jandia begegnet einem auf der Halbinsel auch immer wieder. So gibt es einen beliebten Ferienort Ort der Jandia heißt, einer der schönsten Strände heißt  Playa Jandia, es gibt die Landspitze Punta de Jandia und so weiter.

 

Die Ostküste ist geprägt durch lange Strände und Urlaubsorte, während auf der Westseite der Parque Natural de Jandia liegt. Die Westküste ist dadurch auch kaum bebaut und weitgehend naturbelassen. Das Schutzgebiet ist geprägt von einer flachen Ebene im Südosten und seinen Bergen im Westen, zu dem auch der höchste Berg auf Fuerteventura gehört.

 


3. Ein Spaziergang am Strand von Morro Jable

Unser erster Stop beziehungsweise Ausgangspunkt ist Morro Jable. Hier nehmen wir uns ein wenig Zeit für einen Spaziergang am Playa Matorral und genießen danach vielleicht noch ein Kaffee in einem der Cafes am Strand.

 

Morro Jable bedeutet der "Sandhügel" und ist ein Küstenort ganz im Süden der Halbinsel. Tatsächlich heißt Morro Jable so, weil hier auf Sand gebaut wurde.

 

Morro Jable ist heute ein pulsierender Ferienort, der rasant gewachsen ist. 1960 gab es hier gerade einmal 25 Häuser. Heute ist der Ort natürlich durch den Tourismus geprägt. Ein Großteil des Ortes zieht sich in Form von Hotels an der Küste entlang. Der eigentliche Ort Morro Jable liegt eher im Südenwesten der Stadt, in dem auch viele Locals leben und es durchaus auch geschäftiges Treiben gibt.

 

Die Hauptsehenswürdigkeit in Morro Jable ist der 3 Kilometer lange Strand. Der Playa del Matorral zieht sich an der Küste des gesamten Städtchens entlang und lädt zum Sonnenbaden und Schwimmen ein. Der feine weiße Sand und das türkisfarbene Meer machen den Strand wunderschön. Die Küste fällt hier flach ab und erst nach 2-5 Kilometern werden Tiefen von 5 Meter erreicht, wodurch die Brandung hier angenehm ist und gut zum Baden geeignet ist. Der nördliche Strandabschnitt hat einige schöne Restaurants und Cafes direkt am Meer, während es am nördlichen Strand etwas ruhiger ist.

 

Eine Besonderheit des Strand in Morro Jable sind die Salzwiesen. Das Saladar de Jandia ist ein einzigartiges Schutzgebiet, das seit den 90er Jahren besteht. Geschützt wird ein Feuchtgebiet, das sich im Landesinneren Teil des Strandes gebildet hat und eine einzigartige Fauna hervorbringt, die durch Salzwasser versorgt wird und Grundlage des Lebens in dem Gebiet ist. Die Salzwiesen liegen am nördlichen Teil des Playa Matorral, zwischen der Promenade und dem Sandstrand. Der Strand ist in diesem Bereich auch deutlich ruhiger als im Süden, da die Hotels und Geschäfte nicht bist zum Strand reichen.

 

Das Wahrzeichen von Morro Jable ist der Leuchtturm, er ist der jüngste auf Fuerteventura und wurde erst 1991 erbaut. Man findet ihn direkt am Strand bei den Salzwiesen am Playa Matorral. 

 

Playa de Matorral und Faro de Morro Jable


4. Faro de Punta Jandia - Weiter zum Südwestlichsten Punkt

Unsere Fahrt geht auf Schotterstraßen weiter in den Parque Natural de Jandia. Wir fahren in Morro Jable in Richtung Süden und finden kurz vor dem Hafen die Abzweigung zum Faro Punta de Jandia und Cofete. Hier biegen wir ab und folgen der Straße ungefähr 21 Kilometer in Richtung Punta de Jandia.

 

Die Straße geht schon bald in eine Schotterstraße über. Sie ist aber auch mit einem normalen Mietwagen gut befahrbar, allerdings sollte man etwas mehr Zeit einplanen. Nach etwa 40 Minuten erreicht man dann den südwestlichsten Punkt Fuerteventura, den Punta de Jandia.

 

Fuerteventura Punta de Jandia

Schotterpiste zum Faro de Punta Jandia

 

Der Faro de Jandia steht am südwestlichsten Landzipfel von Fuerteventura, das Kap Punta de Jandia. Der Leuchtturm ist seit 1864 in Betrieb und wurde 1954 generalsaniert. Er ragt 19 Meter in den Himmel. Früher gab es hier ein Museum zur Natur der Halbinsel.

Heute ist es leider geschlossen und nur die Terrasse mit den vielen Sitzbänken erinnert noch daran. 

 

Am Faro de Punta Jandia

 

Vom Leuchtturm aus blickt man auf eine stürmische See, die die Insel auf nur 90 Kilometer von Gran Canaria trennt. An klaren Tagen kann man die Nachbarinsel am Horizont durchaus erkennen.

 

Die Leuchttürme sind auf der Insel nach wie vor wichtig. Fuerteventura steht geologisch auf einem Sockel, die Küste fällt erst nach 20 Kilometern steil ins Meer ab, wodurch die Küsten um die Insel vergleichsweise seicht sind. Dazu kommen noch Lavaklippen die kilometerweit bis hinaus in die See tückisch unter dem Wasser verborgen liegen. Es ist also nicht ungefährlich für die Schifffahrt. Der Faro de Jandia hat eine wichtige Aufgabe, den Schiffen zu signalisieren, dass sie sich weit vom Leuchtfeuer entfernt halten müssen.

 

 

Am Leuchtturm kann man noch ein wenig auf den Klippen umherwandern und die Ausblicke auf die Hügelkette, das Meer und das kleine Örtchen Puertito genießen. Dann geht es wieder zurück ins Auto. Wir fahren die Schotterpiste erst einmal zurück und genießen noch einmal die Ausblicke auf die Küste im Osten. Bevor wir nach knapp 11 Kilometern in Richtung der Berge abbiegen und uns zum Playa de Cofete aufmachen.

 

Fuerteventura Punta de Jandia

Küste am Punta de Jandia


5. Playa de Cofete

Die Straße zum Playa de Cofete ist ebenfalls nur ein Schotterweg und teilweise mit relativ großen Löchern ausgestattet. Hier wird das Autofahren schon etwas spannender, aber wenn man langsam fährt, geht es ganz gut.

 

 

Wir folgen der Straße den Berg hinauf und landen automatisch am Aussichtspunkt Punto de Vista sobre puerto de Montana. Hier eröffnet sich zum ersten Mal der Blick auf die Westküste Fuerteventura, dem Playa de Cofete.  

 

Cofete Fuerteventura

Aussicht auf den Playa de Cofete

 

Der Playa de Cofete ist ein unberührter 12 Kilometer langer Strand an der Westküste der Jandia Halbinsel. Es ist wohl der schönste Strand der ganzen Insel, da er so endlos und ursprünglich am Fuße der Klippen liegt. Der Strand lädt zu einem Spaziergang ein oder wenn man will auch einer ausgedehnten Wanderung. Die Sonnenuntergänge am Strand Cofete sind hier auch ein einzigartiges Erlebnis.

 

Der Atlantik trifft hier auf ein ansteigendes Bergmassiv wodurch die Schönheit des Strandes noch verstärkt wird. Auf‘s Baden sollte man hier besser verzichten, da es gefährliche Rückströmungen gibt und er auch nicht von Lifeguards bewacht wird. Zum Abkühlen bis zur Hüfte rein ist bei ruhiger See möglich, aber nicht mehr.

 

 

Der Playa de Cofete liegt zwischen dem Roque del Moro, der sich auf der Höhe des Aussichtspunktes befindet und der Islote de Cofete. Der reine Strand, mit einer 200 Meter breiten Sandlinie ist 8 Kilometer lang. Zählt man den Abschnitt zwischen Islote de Cofete bis zum Istmo de La Pared mit, kommen nochmals 6 Kilometer dazu. Geologisch gesehen ist aber der ganze Abschnitt ein einziger Strand.

 

Um zum Strand hinunter zu kommen muss man vom Aussichtspunkt noch einmal 8 Kilometer der Schotterstraße hinunter folgen. Die Straße ist nicht besonders gut aber wir haben jedes Mietwagenmodell hinunter rollen sehen also einfach machen. Hin und Zurück sollte man für die Fahrt aber eine gute Stunde einplanen.

 

 

Wer weiter zur Playa de Cofete fahren möchte, der sollte den restlichen Tag dort verbringen und sich nach einem schönen Sonnenuntergang wieder auf den Weg zurück nach Morro Jable machen.

 

Schotterstraßen zum Playa de Cofete

 

Wir fahren aber weiter und machen uns vorerst auf den Weg zurück nach Morro Jable und fahren dann weiter auf der FV-2 Richtung Costa Calma. Wir fahren an der Ausfahrt 72 vorbei und nehmen die nächste (ohne Nummer) zum Playa de Sotavento de Jandia. Direkt unten am Strand ist ein großer Parkplatz.


6. Playas de Sotavento de Jandia

Dieser Strand ist ein Paradies. Bei Flut bildet sich hier eine flache Lagune mit warmen Wasser, was den Strand wunderschön und besonders macht. Der Strand ist nahezu naturbelassen. Eine ruhige Alternative für alle Sonnenanbeter, Badeverrückten und besonders für Wassersportler.

 

Die Playas de Sotavento befinden sich an der Südostküste der Halbinsel Jandía und erstrecken sich über eine Länge von 5 Kilometern. Die weißen Strände teilen sich in die zwei Abschnitte Playa Risco del Paso und die Playa Barca ein.

 

Sotavento Fuerteventura

Kitesurfer am Playa de Sotavento

 

Die Playa Barca, der nördlich gelegen ist, verfügt über einen 4 Kilometer langen und bis zu 230 Meter breiten Strandabschnitt. Der Risco de Paso ist etwa 1,5 Kilometer lang und circa 50 Meter breit. Der Küstenabschnitt fällt hier wieder sehr flach ab und bei Flut wird er teilweise überschwemmt. Es bilden sich dann Lagunen, die nur noch von kleinen Sandstegen vom Atlantik getrennt sind. Das sieht einfach fantastisch aus. Man sollte daher zur Flut oder kurz danach da sein, um dieses Naturschauspiel noch zu sehen. Bei Ebbe sind die Lagunen bereits wieder ausgetrocknet.

 

Baden ist entlang der Strände zwar möglich, jedoch sollte man vorsichtig sein, da an dieser Küste oftmals starke Strömungen und stärkerer Wellengang vorherrschen.

 

Für Wind- und Kite- Surfer sind die Strände wegen des flachen Wasser ein beliebter Spot um dem Sport nachzugehen. Der konstante Wind ermöglicht hier ein stetiges Wassersportvergnügen.

 

An den Playas de Sotavento

 

Nachdem wir den Strand ein wenig entlanggewandert sind, die Füße ins Wasser gestreckt haben und den Kite‘s über dem Strand ein wenig zugeschaut haben, geht es weiter.

 

 

Wir fahren zurück zur Schnellstraße und fahren weiter in Richtung Costa Calma (Auffahrt geht nur in diese Richtung). Kurz nach Costa Calma zweigt die FV-605 von der FV-2 ab und führt in Richtung La Pared. Diese nehmen wir und folgen ihr immer weiter, an La Pared vorbei bis zum Astronomical Viewpoint Sicasumbre.


7. Mirador Astronomico de Sicasumbre

Kurz hinter La Pared liegt auf einem kleinen Hügel liegt der Aussichtspunkt Sicasumbre, ein ausgezeichneter Ort für die Beobachtung des Himmels und den Blick in die umliegende Landschaft.

 

Der Mirador ist mit Parkplätzen und Informationstafeln ausgestattet und erfordert einen kleinen Fußmarsch hinauf auf den Berg. Der Aussichtspunkt liegt insgesamt 300 Meter über dem Meeresspiegel, aber keine Angst man muss nicht so viele Höhenmeter überwinden. Den Großteil erledigt das Auto. Man geht maximal 5-10 Minuten, bevor man oben ankommt. 

 

mirador astronómico de sicasumbre

Blick vom Mirador zurück auf den Weg vom Parkplatz

 

Von hier aus kann man zu einer Seite die Jandia Halbinsel überblicken und zur anderen Seite schaut man hinüber in Richtung Pajara und sieht die orange-braunen typischen Hügelketten der Inselmitte. 

 

Ausblicke vom Mirador Astronomico

 

Für uns war das einer der schönsten Aussichtspunkte auf der Jandia Halbinsel, und daher sollte man den kleinen Abstecher unbedingt in Kauf nehmen und dahinfahren.

 

Nach dem Blick in die Ferne geht es zu unserem letzten Etappenziel des Tages. Wir fahren die gleiche Straße (FV-605) wieder zurück und nehmen den Abzweig rechts hinein nach La Pared. Am Kreisverkehr geht es direkt die erste Ausfahrt raus und danach unmittelbar Links weg. Wir folgen der Straße Richtung Meer, die dann zu einer Schotterstraße wird. An ihrem Ende befindet sich ein Parkplatz. Von hier aus kann man hinunter zur Playa de la Pared gehen oder aber rechtsseitig den Punta Guadalupe besteigen. 


8. Zum Sonnenuntergang nach La Pared

Zum Abschluss des Tages fahren wir nach La Pared und schauen uns hier den Sonnenuntergang über dem Meer an. Wer will kann auch in einem der Restaurants etwas essen. La Pared ist ein ruhiger kleiner Ort, der bei Surfern durchaus beliebt ist aber im Vergleich zum Norden der Insel, trifft man hier deutlich weniger davon an. Das Meer und die Natur um La Pared ist der Reiz dieses Ortes und außer einer Handvoll Restaurants und Cafés gibt es noch einen Minimarkt und ein Yogastudio.

 

Wir nehmen den Weg zum Playa de La Pared, parken kann man gut am Restaurant Bahia de Pared, das einen schönen Blick auf das Meer bietet.

 

Die Bucht von La Pared ist ein 900 m heller, feinsandiger Strand. Da er an der Westküste Fuerteventuras liegt, herrscht hier immer starke Brandung sowie eine lebensgefährliche Unterströmung. Deswegen ist er zum Baden nicht geeignet. Hier kommen weniger Touristen her und dadurch wirkt er einsamer.

 

 

Der Strand liegt an der Mündung des Barranco de La Pared. Der Wasserlauf transportierte über die Jahrtausende Sedimente hier an die Küste, die dann über die Zeit verkleinert wurden und heute diesen perfekten Sandstrand bilden.

 

Fuerteventura Jandia La Pared

La Pared: Blick hinunter zum Strand und zum Punta de Guadelupe

 

Das Highlight an diesem Strand ist aber das Felsentor von La Pared, der Punta de Guadelupe, der den Playa de La Pared nördlich begrenzt. Ein perfekter Spot für den Sonnenuntergang.

 

Der Punta de Guadalupe ist eine Lavaklippe, die eine natürliche Felsenbrücke in den Atlantik bildet. Sie ist 100 m lang, etwa 35 m breit und 20 m hoch. Sie ragt in den Atlantik hinein und kann komplett begangen werden. Ein kleiner Weg und ein paar Klettereien über die Steine führen einen nach oben.

 

Von dort aus hat man einen fantastischen Blick über die Playa de la Pared und die Klippen der Westküste. Wenn der Atlantik stürmisch ist, knallen hier meterhohe Wellen gegen die Klippen und sind wahrhaft beeindruckend.

 

Hier sucht man sich dann ein schönes Plätzchen und genießt einen fantastischen Sonnenuntergang über dem Meer.

 

Sonnenuntergang am Strand von La Pared

 

Wenn es dann dunkel ist und das letzte Rot am Himmel langsam verblasst, geht es zurück nach Morro Jable. Durch die Schnellstraße ist die Strecke in etwa 30 Minuten schnell geschafft.

 

In Morro Jable sucht man sich dann ein nettes Restaurant und lässt den Abend bei einem guten Essen ausklingen. Eine Empfehlung von uns ist das Canaima Bistro. Hier werden venezolanische Speisen und TexMex Küche geboten und dazu gibt es eine bunte Mischung Craft Beer von den Inseln. Probiert die Nachos mit Chili con Carne und Guacamole oder die Tacos. So lecker.

 

Fuerteventura Morro Jable

Das Canaima Bistro am Strand von Morro Jable

 

Danach geht’s hoffentlich satt und glücklich zurück in die Unterkunft.


ENDE

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