Pampas Tour in Bolivien – Unsere Erfahrung

Alles, was du über die Amazonas Tour ab Rurrenabaque wissen musst

Wenn du an Bolivien denkst, hast du vermutlich zuerst den Salar de Uyuni, bunte Lagunen, trockene Wüstenlandschaften oder die mächtigen Anden im Kopf. Uns ging es lange genauso. Was viele dabei gar nicht wissen: Rund 60 bis 70 Prozent Boliviens gehören geografisch zum Amazonasgebiet. Der größte Teil des Landes besteht also tatsächlich aus tropischem Regenwald.

Genau deshalb wollten wir auf unserer zweiten Reise durch Bolivien unbedingt auch den Amazonas erleben. Nach den Bergen rund um La Paz, den weiten Landschaften des Altiplano und den trockenen Höhenmetern fehlte uns genau dieser Kontrast noch. Also machten wir uns auf den Weg nach Rurrenabaque, dem bekanntesten Ausgangspunkt für Touren in den bolivianischen Amazonas.

 

Unsere Pampas Tour in Bolivien wurde am Ende zu einem der intensivsten Erlebnisse unserer gesamten Reise – mit unzähligen Kaimanen, rosa Flussdelfinen, einer ziemlich schweißtreibenden Anaconda-Suche und einer Anreise, die wir so schnell sicher nicht vergessen werden.

 

Wenn du überlegst, selbst eine Amazonas Tour in Bolivien zu machen, findest du hier unsere Erfahrungen, Tipps und alle wichtigen Infos zur Planung.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Capybaras wirst du auf einer Pampas Tour einige sehen


Inhalt


Willst Du noch mehr über Bolivien lesen? Hier sind ein paar Ideen für Dich!

La Paz Bolivien
Sucre Bolivien


1. Rurrenabaque – Das Tor zum Amazonas in Bolivien

Rurrenabaque liegt etwa 425 Kilometer nördlich von La Paz am Rand des Amazonasbeckens und ist für die meisten Reisenden der Startpunkt für Touren in den Regenwald. Die kleine Stadt selbst ist ehrlich gesagt kein Ort, an dem man besonders viel Zeit verbringen muss. Es gibt einige Hotels und Hostels, ein paar Restaurants, kleine Läden und natürlich viele Touranbieter, die Touren in den Amazonas anbieten. Alles wirkt entspannt, ein wenig chaotisch und sehr typisch Bolivien.

 

Trotzdem hat Rurrenabaque seinen ganz eigenen Charme. Spätestens wenn du dort ankommst, merkst du sofort: Die Landschaft verändert sich komplett. Die Luft wird wärmer und feuchter, überall wird es grüner und plötzlich fühlt sich Bolivien ganz anders an als in La Paz oder im Altiplano.

 

Genau von hier starten dann die Touren in zwei ganz unterschiedliche Regionen des bolivianischen Amazonas.

 

Rurrenabaque


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2. Welche Amazonas Touren gibt es ab Rurrenabaque?

Wenn du in Rurrenabaque ankommst, wirst du ziemlich schnell merken, dass sich fast alles um zwei Touren dreht: die Jungle Tour in den Madidi Nationalpark oder die Pampas Tour in die Pampas del Yacuma. Beides gehört zum Amazonasgebiet – trotzdem könnten die Erlebnisse kaum unterschiedlicher sein.

 

Jungle Tour im Madidi Nationalpark

Der Madidi Nationalpark gehört zu den artenreichsten Regionen der Erde. Hier erwartet dich klassischer dichter Regenwald – also genau das, was viele sich unter Amazonas vorstellen. Bei einer Tour durch den Madidi Nationalpark bist du meist viel zu Fuß unterwegs. Du wanderst durch den Dschungel, fährst mit dem Boot über Flüsse, schläfst tief im Regenwald in Lodges und lernst oft auch mehr über die Kultur und Traditionen der indigenen Gemeinschaften vor Ort kennen. Wenn du möglichst tief in den Regenwald eintauchen willst und das klassische Dschungelgefühl suchst, ist diese Tour wahrscheinlich die spannendere Wahl.

 

Pampas Tour in den Pampas del Yacuma

Wir haben uns für die Pampas Tour entschieden – und würden das genauso wieder machen. Die Landschaft hier ist deutlich offener als im dichten Regenwald des Madidi. Statt geschlossener Dschungelkulisse erwarten dich Flussarme, Feuchtgebiete, Savannenlandschaften, Waldinseln und breite Wasserwege. Der große Unterschied: In den Pampas beobachtest du Tiere meistens direkt vom Boot aus – und genau deshalb bekommst du oft unglaublich viel Wildlife zu sehen. Wenn du also vor allem Tiere sehen möchtest, ist die Pampas Tour aus unserer Sicht die bessere Wahl.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Bei der Pampas Tour bist du überwiegend mit dem Boot auf den Flüssen unterwegs


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3. Warum wir uns für die Pampas Tour entschieden haben

Für uns stand schnell fest, dass wir vor allem Tiere sehen wollten. Möglichst viele – und möglichst nah.

Genau dafür sind die Pampas rund um den Yacuma River bekannt. Schon bei der Recherche hatten wir gelesen, dass die Tierbeobachtung dort besonders gut sein soll. Gebucht haben wir unsere Tour schließlich bei Indigena Tours, und rückblickend war das genau die richtige Entscheidung.

 

Was uns dort besonders überzeugt hat, war die kleine Gruppengröße. Während andere Anbieter teilweise mit mehreren Booten gleichzeitig unterwegs sind, waren wir bei unserer Tour im November gerade einmal zu viert unterwegs. Insgesamt gibt es dort nur 3 kleine Hütten, wodurch automatisch alles deutlich ruhiger bleibt. Gerade beim Wildlife Spotting macht das unglaublich viel aus.

 

Ein weiterer Punkt, auf den wir unbedingt achten würden: die Lage der Lodge. Viele Unterkünfte liegen relativ nah am Einstiegspunkt des Flusses. Unsere Lodge lag deutlich weiter flussaufwärts und war erst nach mehreren Stunden Bootsfahrt erreichbar. Das bedeutete zwar eine längere Anreise – gleichzeitig aber auch deutlich mehr Ruhe, weniger Boote und mehr Natur. Und somit eine längere „Safari“.

 

Und genau das würden wir jederzeit wieder so wählen.

 

Lodge von Indigena Tours - es gibt nur das Hauptgebäude und 3 Bungalows, dazu noch Wildlife im Nachbarbaum


4. Unsere 3 Tage Pampas Tour in Bolivien – unsere Erfahrung

Tag 1 – Schon die Anreise zur Lodge fühlt sich an wie Safari

 

Nach der Abfahrt in Rurrenabaque ging es zunächst mit dem Auto Richtung Santa Rosa del Yacuma. Auf dem Weg haben wir schon die ersten Capybaras und Faultiere gesehen. Von dort startete unsere Bootsfahrt zur Lodge. Und ehrlich gesagt begann das eigentliche Highlight schon genau dort. Schon während der Fahrt flussaufwärts haben wir so viele Tiere gesehen, dass wir kaum wussten, wo wir zuerst hinschauen sollten. Kaimane lagen überall am Ufer. Wirklich überall. Dazwischen Capybaras, Vögel, Schildkröten und Affen. Immer wieder hörten wir irgendwo Bewegungen im Gebüsch oder sahen etwas im Wasser auftauchen.

Wir haben in diesen ersten Stunden schon mehr Tiere gesehen als auf manchen kompletten Reisen zuvor.

 

Besonders beeindruckend war, wie nah alles war. Du fährst einfach mit dem Boot langsam den Fluss entlang und plötzlich liegt direkt neben dir ein Kaiman im Gras oder eine Gruppe Capybaras steht entspannt am Ufer. Dazu diese unglaubliche Ruhe, das Licht über dem Wasser und irgendwann der Sonnenuntergang über den Pampas – ein richtig besonderer erster Tag.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Tag 2 – Anaconda-Suche und rosa Flussdelfine

Der zweite Tag war wahrscheinlich der abenteuerlichste. Am Vormittag ging es zu Fuß in die Pampas – auf der Suche nach Anacondas. Mit Gummistiefeln ausgestattet liefen wir durch hohes Gras, Schlamm, Wasser und teilweise sumpfiges Gelände. An manchen Stellen steckten wir wirklich fast bis zum Knie im Matsch fest. Es war heiß, unglaublich heiß. Dazu überall Mücken und dieses Gefühl, dass jederzeit irgendwo neben dir etwas durchs Gras gleiten könnte. Eine Anaconda haben wir am Ende zwar nicht gesehen – aber allein diese Suche war schon ein Erlebnis für sich. Einer dieser Momente auf Reisen, bei denen man zwischendurch kurz innehält und sich fragt:

 

Was machen wir hier eigentlich gerade?

 

Am Nachmittag ging es dann wieder aufs Wasser – diesmal zu einem Bereich, in dem regelmäßig rosa Flussdelfine gesichtet werden. Und tatsächlich hatten wir Glück. Diese Delfine in freier Wildbahn zu sehen, war definitiv eines unserer Highlights der Tour. Sie wirken fast unwirklich, gerade weil sie so besonders für diese Region sind. Unser Guide war extrem aufmerksam und hat immer wieder Bewegungen im Wasser entdeckt, die wir selbst niemals gesehen hätten.

 

Ohne ihn hätten wir sicher vieles verpasst.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Anaconda Suche im hohen Gras und Schlamm und ein rosa Flussdelfin im Fluss

Tag 3 – Noch einmal Wildlife ohne Ende

Auch am letzten Tag ging es weiter mit Tierbeobachtungen, bevor wir uns langsam wieder auf den Rückweg Richtung Rurrenabaque machten. Selbst da hatten wir noch lange nicht genug. Wir hätten wahrscheinlich stundenlang weiter auf diesem Boot sitzen und den Fluss beobachten können.

 

Was uns besonders überrascht hat: Wie viele Tiere man dort tatsächlich sieht. Nicht vereinzelt – sondern ständig.

Vor allem die Kaimane waren wirklich überall.

Ohne zu übertreiben: Wir haben in diesen drei Tagen bestimmt über 1.000 Kaimane gesehen.

Am Anfang unglaublich beeindruckend.

Irgendwann fast schon normal.

Und genau das beschreibt diese Region eigentlich perfekt.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Piranha fischen im Fluss - Nico war erfolgreich also gab es Abendessen und eine Meute Kaimane am Flussufer (so sieht es den ganzen Fluss aus)


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5. Welche Tiere sieht man auf der Pampas Tour in Bolivien?

Die Tierwelt in den Pampas war für uns wirklich das Highlight schlechthin.

Mit etwas Glück kannst du dort unter anderem sehen:

  • Kaimane – definitiv zu sehen
  • Capybaras
  • Affen
  • Faultiere
  • Schildkröten
  • Piranhas – an Tag 2 haben wir selbst welche gefischt
  • unzählige Vogelarten
  • rosa Flussdelfine
  • Anacondas
  • Hoazin - ein typischer Vogel der Region

Besonders die Kombination aus Flussdelfinen, Kaimanen und Capybaras macht die Region wirklich einzigartig.

Unser persönliches Highlight waren neben den rosa Delfinen definitiv die Capybaras. Die sehen einfach immer aus, als hätten sie komplett die Ruhe weg.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Hoazin


6. 3 oder 4 Tage Pampas Tour – was würden wir empfehlen?

Viele fragen sich vorab, ob drei Tage ausreichen oder ob man lieber eine längere Tour buchen sollte.

Unser ehrliches Gefühl: 3 Tage und 2 Nächte reichen völlig aus.

Wir haben in dieser Zeit unglaublich viel gesehen und erlebt. Schon allein auf der Bootsfahrt zur Lodge sieht man so viele Tiere, dass der erste Tag fast schon ein eigenes Highlight ist. Ein vierter Tag lohnt sich aus unserer Sicht vor allem dann, wenn du besonders viel fotografierst oder bewusst mehr Zeit mitten in der Natur verbringen möchtest.

Wenn du hauptsächlich für Wildlife kommst, sind 3 Tage absolut ausreichend.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Nach dem tausendsten Kaiman werden sie schon fast "normal"


7. Jungle Tour im Madidi Nationalpark – tief hinein in den Regenwald Boliviens

Neben der bekannten Pampas Tour kannst du ab Rurrenabaque auch eine Jungle Tour in den Madidi Nationalpark unternehmen. Und wenn du bei Amazonas in Bolivien eher an dichten Regenwald, hohe Urwaldbäume, Lianen und Dschungelgeräusche denkst, dann ist das vermutlich genau die Tour, die du suchst.

 

Der Madidi Nationalpark liegt etwa 200 Kilometer nördlich von La Paz im Departamento La Paz und zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde. Auf einer Fläche von fast 19.000 Quadratkilometern reicht er von den Ausläufern der Anden bis tief hinein ins Amazonas-Tiefland. Durch diese enorme Vielfalt leben hier unzählige Tierarten – darunter Affen, Tapire, Wildschweine, Papageien, Tukane, Kaimane und mit sehr viel Glück sogar Jaguare. Dazu kommen hunderte Vogelarten, Amphibien und Pflanzen, weshalb Madidi als eine der biodiversitätsreichsten Regionen weltweit gilt.

 

Eine Jungle Tour im Madidi unterscheidet sich deutlich von der Pampas Tour. Während du in den Pampas vor allem vom Boot aus Tiere beobachtest und durch offene Wasserlandschaften fährst, bist du im Madidi deutlich aktiver zu Fuß unterwegs. Hier geht es tiefer hinein in den Regenwald – auf schmalen Pfaden durch den Dschungel, vorbei an riesigen Bäumen, tropischen Pflanzen und begleitet von den Geräuschen des Amazonas.

 

Typisch für eine 3 Tage / 2 Nächte Jungle Tour im Madidi Nationalpark sind zum Beispiel:

  • Bootsfahrten auf dem Beni- oder Tuichi-Fluss
  • Wanderungen durch den Regenwald mit lokalem Guide
  • Tier- und Vogelbeobachtung entlang der Trails
  • Nachtwanderungen durch den Dschungel
  • Übernachtungen in Lodges mitten im Regenwald
  • Begegnungen mit indigenen Gemeinschaften der Region

Viele Touren führen außerdem durch Gemeinden der Tacana, einem indigenen Volk, das seit Generationen in dieser Region lebt. Je nach Anbieter bekommst du dadurch auch spannende Einblicke in traditionelle Lebensweisen, Handwerk, Heilpflanzenwissen oder den Alltag im Amazonasgebiet.

 

Gerade dieser kulturelle Aspekt macht die Jungle Tour noch einmal ganz besonders.

Was du im Madidi sehen wirst, lässt sich nie genau vorhersagen – und genau das gehört dazu. Die Tierwelt versteckt sich im dichten Regenwald deutlich mehr als in den offenen Pampas. Man braucht oft etwas Geduld, gute Guides und manchmal auch ein wenig Glück. Dafür ist das Naturerlebnis unglaublich intensiv. Wenn du also das Gefühl suchst, wirklich mitten im Amazonas zu sein, ist die Jungle Tour wahrscheinlich die eindrucksvollere Wahl.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Die Pampas Tour findet auf dem Boot statt, die Madidi Jungle Tour mehr zu Fuss

Für wen lohnt sich die Jungle Tour im Madidi Nationalpark?

Aus unserer Sicht lohnt sich die Madidi Jungle Tour besonders für dich, wenn du:

  • den klassischen Amazonas-Regenwald erleben möchtest
  • gern wanderst und aktiv unterwegs bist
  • dich für Pflanzen, Natur und Dschungelökologie interessierst
  • tiefer in indigene Kultur eintauchen möchtest
  • weniger Safari-Feeling und mehr echtes Regenwald-Abenteuer suchst

Wenn dein Fokus dagegen ganz klar auf möglichst vielen Tierbeobachtungen liegt, ist die Pampas Tour meistens die bessere Wahl.

 

Wenn du aber vom Amazonas träumst – mit dichtem Grün, Dschungelpfaden, Booten auf braunen Flüssen und Nächten mitten im Regenwald – dann ist eine Jungle Tour im Madidi Nationalpark definitiv eine unvergessliche Erfahrung.

 

Viele Reisende kombinieren übrigens beide Touren miteinander – erst Madidi, dann Pampas oder umgekehrt. Wenn du genug Zeit in Rurrenabaque hast, ist das wahrscheinlich die beste Möglichkeit, den bolivianischen Amazonas in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen. Es gibt einige Touranbieter, die eine kombinierte Tour ab 6-7 Tagen anbieten.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Schon auf der Fahrt zum Bootsanleger konnten wir ein Faultier sehen


8. Wie kommt ihr nach Rurrenabaque?

Wenn wir ganz ehrlich sind, ist die Anreise nach Rurrenabaque wahrscheinlich der größte Nachteil an der ganzen Tour.

Denn während die Amazonas-Touren ab Rurrenabaque wirklich unglaublich und die Guides phänomenal sind, ist der Weg dorthin leider alles andere als entspannt. Die meisten Reisenden starten von La Paz aus nach Rurrenabaque – entweder mit dem Bus oder per Flugzeug.

 

Mit dem Bus von La Paz nach Rurrenabaque

Die klassische Variante ist der Nachtbus. Und genau dafür haben wir uns auch entschieden. Zwischen La Paz und Rurrenabaque verkehren täglich mehrere Busse, meistens am Abend gegen 20 oder 21 Uhr. Die Fahrt dauert offiziell etwa 14 Stunden – sowohl hin als auch zurück.

 

Leider fahren auf dieser Strecke nicht die bekannten und komfortableren Busunternehmen, die man aus anderen Teilen Boliviens kennt. Stattdessen gibt es nur wenige Anbieter, die diese Route bedienen und sich den Transport quasi untereinander aufteilen. Uns wurde Yungueña als beste Option empfohlen – wobei „beste Option“ hier leider relativ ist.

 

Die Busse sind zum Teil wirklich alt und teilweise in keinem besonders guten Zustand. Dazu kommt die Strecke selbst: Von La Paz geht es über viele Serpentinen und mehrere tausend Höhenmeter hinunter Richtung Amazonas. Gerade bei schlechtem Wetter kann das ziemlich anstrengend werden.

 

Unsere eigene Fahrt im November werden wir jedenfalls nicht so schnell vergessen. Unser Bus war ehrlich gesagt ziemlich heruntergekommen. Innen fehlten teilweise Verkleidungen, aus der Decke hingen Kabel heraus und während der Fahrt tropfte es an manchen Stellen sogar hinein. Dazu kamen fast 16 Stunden Fahrt durch Nebel, Dauerregen und Dunkelheit.

Wir saßen irgendwann nachts im Bus und haben uns wirklich gefragt:

 

Was machen wir hier eigentlich gerade?

 

Die Straße war stellenweise schwierig, draußen Dauerregen und im Bus tropfte es von oben. Aber gleichzeitig wussten wir auch: Wenn wir in den Amazonas wollen, müssen wir irgendwie dorthin kommen. Die Rückfahrt wurde dann übrigens nicht weniger abenteuerlich. Diesmal sah unser Bus beim Einsteigen tatsächlich deutlich neuer aus – wir waren schon richtig erleichtert.

Nach ungefähr 200 Metern Fahrt war er kaputt. Wir standen plötzlich vor einer Werkstatt, alle mussten wieder raus und niemand wusste so genau, wie es weitergeht. Irgendwann kamen Ersatzbusse, alle Fahrgäste wurden verteilt und mit einiger Verspätung ging es dann doch zurück nach La Paz. Am Ende sind wir sicher angekommen – aber unkompliziert war es definitiv nicht.

 

Was wir dabei aber auch sagen müssen: Unsere Busfahrer waren bei Hin- und Rückfahrt wirklich top. Man hat gemerkt, dass sie diese Strecke kennen und genau wissen, was sie tun. Sie sind die Route vermutlich unzählige Male gefahren und haben unter schwierigen Bedingungen einen richtig guten Job gemacht. Nur: Wenn Busse sehr alt sind, die Straßen schlecht und dazu das Wetter nicht mitspielt, hilft eben auch der beste Fahrer nur begrenzt.

 

Die Bewertungen der Busunternehmen online sind entsprechend schlecht – und ehrlich gesagt aus unserer Sicht leider auch nachvollziehbar. Das ist besonders schade, weil die Touranbieter in Rurrenabaque wirklich tolle Arbeit machen und stark vom Tourismus leben. Gleichzeitig schreckt genau diese Busfahrt viele Reisende verständlicherweise ab. Und ganz ehrlich: Wir verstehen jeden, der sich dagegen entscheidet.

 

Die Alternative: Flugzeug

Die angenehmere Alternative ist definitiv das Flugzeug. Zwischen La Paz und Rurrenabaque gibt es Inlandsflüge, die nur einen Bruchteil der Reisezeit brauchen. Unserem Wissen nach starten diese etwa 3x pro Woche.

 

Was wir allerdings schwierig fanden: Einen Flug online zu buchen war für uns im Vorfeld überraschend kompliziert. Wir haben damals keine wirklich verlässliche Möglichkeit gefunden, Tickets vorab online zu reservieren. Deshalb würden wir empfehlen, Flüge wenn möglich direkt vor Ort in La Paz zu organisieren oder über eure Unterkunft bzw. euren Touranbieter nachzufragen.

 

Wichtig zu wissen: Auch bei den Flügen berichten viele Reisende immer wieder über Verspätungen oder wetterbedingte Ausfälle, gerade wegen der Bedingungen im Amazonasgebiet. Das kann natürlich schnell stressig werden, wenn du deine Tour bereits fest gebucht hast und pünktlich in Rurrenabaque sein musst.

 

Unser Fazit zur Anreise nach Rurrenabaque

Die Anreise nach Rurrenabaque ist definitiv der unbequemste Teil des gesamten Abenteuers.

Egal ob Bus oder Flug – ganz unkompliziert ist es meistens nicht.

Trotzdem würden wir persönlich die Strapazen jederzeit wieder auf uns nehmen.

Denn sobald du in Rurrenabaque ankommst, im Boot sitzt und langsam den Yacuma River entlangfährst, ist die anstrengende Anreise ziemlich schnell vergessen.

 

Unsere Rückreise mit Hindernissen


9. Tipps & Infos zur Tour in Bolivien – das solltest du vorher wissen

Bevor du deine Tour in den bolivianischen Amazonas buchst, gibt es ein paar Dinge, die du wissen solltest. Einige davon hätten uns die Planung im Vorfeld definitiv leichter gemacht – deshalb möchten wir unsere Erfahrungen hier unbedingt noch mit dir teilen.

 

Kostet die Amazonas Tour Eintritt?

Ja – zusätzlich zum Preis deiner Tour der für 3 Tage und 2 Nächte etwa um die 300 US$ pro Person liegt fällt vor Ort normalerweise noch eine Eintrittsgebühr von 200 Bolivianos pro Person an. Diese wird meist separat bezahlt und ist nicht immer automatisch im Tourpreis enthalten. Frag deshalb am besten bei der Buchung kurz nach, ob der Eintritt bereits inklusive ist oder extra dazukommt.

 

Worauf solltest du bei der Wahl deines Touranbieters achten?

Wenn du in Rurrenabaque ankommst, wirst du schnell merken: Es gibt unglaublich viele Anbieter für Amazonas Touren. Auf den ersten Blick wirken viele ähnlich – preislich liegen sie oft gar nicht so weit auseinander. Trotzdem lohnt es sich sehr, genauer hinzuschauen.

 

Unser wichtigster Tipp: Unbedingt vorher die Online-Bewertungen lesen.

Dort bekommst du meist schnell ein Gefühl dafür:

  • wie professionell die Tour organisiert ist
  • wie gut die Guides sind
  • wie gut das Essen und die Unterkunft bewertet werden

und vor allem, wie groß die Gruppen wirklich sind

Gerade die Gruppengröße würden wir nicht unterschätzen.

Wir waren mit Indigena Tours unterwegs und würden den Anbieter jederzeit wieder buchen. Dort gibt es nur drei kleine Hütten mit jeweils maximal drei Personen – insgesamt also nie mehr als neun Gäste gleichzeitig. Bei unserer Tour im November waren wir sogar nur zu viert unterwegs.

Das war perfekt.

 

Unterwegs haben wir immer wieder andere Lodges gesehen, bei denen teilweise mehrere volle Boote gleichzeitig unterwegs waren. Manche Gruppen bestanden aus 20 bis 30 Personen.

Gerade wenn du Tiere beobachten möchtest, macht das aus unserer Sicht einen riesigen Unterschied.

Je mehr Boote gleichzeitig unterwegs sind, desto lauter wird es auf dem Wasser – und desto schwieriger wird es natürlich auch, Tiere in Ruhe zu beobachten.

 

Die Lage der Lodge macht einen größeren Unterschied als man denkt

Ein Punkt, den viele bei der Buchung gar nicht auf dem Schirm haben: Wo liegt eure Lodge am Yacuma River?

Und genau das kann das Erlebnis stark beeinflussen. Manche Lodges erreichst du bereits nach etwa 30 bis 45 Minuten Bootsfahrt. Andere – wie unsere – liegen deutlich weiter flussaufwärts und sind erst nach mehreren Stunden erreichbar.

Unsere Bootsfahrt dauerte ungefähr drei Stunden. Klingt erst einmal lang – war für uns aber tatsächlich ein riesiger Pluspunkt.

Denn genau diese Fahrt ist bereits Teil der Tour. Du sitzt im Boot, gleitest langsam durch die Pampas und beobachtest links und rechts ständig Tiere. Außerdem wird es mit zunehmender Entfernung meist ruhiger, einsamer und deutlich weniger touristisch.

Wenn wir noch einmal buchen würden, würden wir deshalb jederzeit wieder eine Lodge wählen, die weiter draußen liegt.

Wenn du die Wahl hast, würden wir dir genau das empfehlen.

 

Wie kannst du die Amazonas Tour buchen?

Die Tour kannst du entweder vorab online auf den Websites der Touranbieter oder spontan direkt vor Ort in Rurrenabaque buchen. Beides funktioniert problemlos.

 

Wenn du in der Hauptreisezeit unterwegs bist oder unbedingt einen bestimmten Anbieter buchen möchtest, würden wir eher vorab reservieren – einfach damit du sicher einen Platz bekommst.

 

Wenn du flexibel reist, kannst du aber auch direkt vor Ort vergleichen. In Rurrenabaque gibt es viele kleine Agenturen, bei denen du spontan Touren buchen kannst. Wir persönlich fanden es angenehm, unsere Tour vorher organisiert zu haben – vor allem nach der langen Anreise.

 

Wann starten die Touren?

Die meisten Touren starten am Vormittag – oft so geplant, dass du theoretisch sogar morgens mit dem Nachtbus aus La Paz ankommen und direkt losfahren könntest. Viele Anbieter holen dich dafür direkt am:

  • Busbahnhof
  • Flughafen
  • oder an deiner Unterkunft in Rurrenabaque ab

Auch nach Ende der Tour bringen dich viele Anbieter wieder zurück in die Stadt oder direkt zum Busbahnhof.

Praktisch ist außerdem: Größeres Gepäck kannst du normalerweise während der Tour problemlos im Büro des Anbieters lagern.

Unser Anbieter hat uns am Busbahnhof abgeholt und auch wieder hingefahren, obwohl wir erst einen Tag nach Ankunft und einen Tag nach Ende der Tour den Transport zum Bahnhof gebraucht haben. Toller Service.

 

Unsere Empfehlung: Erst eine Nacht in Rurrenabaque bleiben

Auch wenn viele Reisende direkt nach Ankunft auf die Tour starten, würden wir persönlich empfehlen, mindestens eine Nacht vorher in Rurrenabaque zu übernachten. Vor allem dann, wenn du – so wie wir – mit dem Nachtbus aus La Paz anreist.

Die Busfahrt ist lang, anstrengend und je nach Wetter ziemlich intensiv. Nach 14 bis 16 Stunden Fahrt direkt aufs Boot zu steigen, wäre für uns ehrlich gesagt zu viel gewesen. Wir fanden es sehr angenehm, erst einmal anzukommen, kurz durchzuatmen, zu duschen und eine Nacht zu schlafen, bevor es am nächsten Morgen in den Amazonas ging.

 

Nach der Tour wiederum passt es oft gut, am selben Abend den Nachtbus zurück nach La Paz zu nehmen. Viele Touren enden am frühen Nachmittag zwischen etwa 14 und 16 Uhr – dadurch reicht die Zeit meistens gut aus.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

Die Stars der Pampas Tour: Capybaras


10. Fazit – Lohnt sich die Pampas Tour in Bolivien?

Ganz klar: Ja. Absolut.

 

Unsere Pampas Tour ab Rurrenabaque war eines der größten Highlights unserer Bolivienreise.

 

Unsere persönliche Erfahrung – unsere Pamapas Tour im November 2026:

 

Was für eine Woche.

 

Von Beinah-Panikattacken im Bus über eine der genialsten Safaris bis hin zum nächsten Busdilemma war alles dabei.

 

Bevor wir am Donnerstag La Paz verlassen haben, sind wir noch ein letztes Mal durch La Paz spaziert und eine letzte Runde über dessen Dächer geschwebt.

 

Am Abend dann die erste Ernüchterung als wir unseren Nachtbus nach Rurrenabaque sahen. Der Bus war gefühlte 40 Jahre alt und sagen wir mal schmuddelig. Aber was soll‘s - wir wollen in den Amazonas also los gehts.

 

Aus 14 Stunden Fahrt für 440km wurden 16 Stunden im Nebel und Dauerregen.  Der Sitz kaputt und es tropfte von der Decke, wo übrigens auch irgendwelche Kabel offen heraushingen. Die Straßen eine Katastrophe. Wir waren froh als wir ankamen aber dachten schon darüber nach, was in den Amazonas kommt muss auch irgendwann wieder zurück 😅

 

Aber erstmal ging es für uns 3 Tage in den Dschungel. Mit dem Boot fuhren wir den Yacuma River hinauf zu unserer kleinen Lodge. Wir haben allein in diesen 4 Stunden so viel Tiere gesehen, wie auf keiner Safari in Lateinamerika zuvor. Über tausend Kaimane, als hätte die jemand entlang des Flusses drapiert. Unzählige Vögel und niedliche Capybaras.

Nur die Anaconda hat sich vor uns versteckt gehalten. Aber es war insgesamt einfach total toll.

 

Nur die Hitze bei 40 Grad, das Krabbelgetier und die unzähligen Mückenstiche haben uns wieder aus dem Dschungel herausgetrieben.

 

Ja und dann kam leider die Fahrt zurück nach La Paz. Der Bus sah im Vergleich zur Hinfahrt richtig neu aus und wir haben uns gefreut. Naja nach 200m Fahrt standen wir an der Straße vor einer Werkstatt und er war kaputt. Dann gab es ein unglaubliches Chaos, es kamen zwei andere Busse auf die alle Insassen irgendwann auch aufgeteilt wurden. 

 

Wir glauben das der Bus kaputt war, wussten die schon beim losfahren aber naja Bolivien ist halt anders - 2h später ging es dann doch noch mit dem Ersatzbus nach La Paz und wir sind auch sicher angekommen.

 

Pampas Tour in Bolivien Amazonas Rurrenabaque

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