Das alte Königreich Siam

Auf dem Weg nach Süden in Richtung Bangkok, haben wir zwei Zwischenstopps eingelegt. Es wurde geschichtlich bedeutsam, also nicht für uns sondern die Orte an denen wir waren. Wir besuchten die alten Königsstädte Sukhothai und Ayutthaya.

 

Von Chiang Mai aus fuhren wir 5 Stunden mit dem Bus nach Sukhothai, genauer gesagt nach Alt-Sukhothai, denn die neue und alte Stadt liegen fast 13 Kilometer voneinander entfernt.

 

Sukhothai wurde bereits 1238 aus einer alten Khmer Siedlung gegründet und wurde für 120 Jahre die Hauptstadt des unabhängigen Königreiches Siam.

 

Innerhalb und außerhalb der Stadtmauern kann man sich heute noch fast 200 Tempelruinen aus dem 13ten und 14ten Jahrhundert anschauen.

 

1976 wurden diese Ruinen zum Geschichtspark, dem Historical Park Sukhothai ausgebaut und viele Tempel restauriert. 1988 wurde er erst für die Öffentlichkeit geöffnet und 3 Jahre später dann zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

 

Der Geschichtspark ist groß und man kann den ganzen Tag darin herumspazieren oder mit dem Fahrrad von Tempel zu Tempel fahren. Die Tempel sind dabei alle sehr eindrucksvoll und auch immer wieder ganz verschieden.

 

Wir waren den gesamten Tag im Geschichtspark zu Fuß unterwegs und haben die großen Highlights besucht. Von unserem Hotel aus, das keine 10 Minuten vom Geschichtspark entfernt lag sind wir nach einem leckeren Buffet Frühstück gestartet.


Als erstes haben wir den Historical Park selbst besucht. Das Highlight war der Wat Mahathat, der wichtigste Tempel der Anlage und wir haben bestimmt 2 Stunden damit zugebracht, alles zu erkunden.

 

Danach spazierten wir weiter zum Wat Si Sawai mit seinen 3 Türmen. Der Tempel wurde im hinduistischen Stil erbaut und erst später zu einem buddhistischen Tempel umgestaltet. Man sieht, dass die Architektur hier völlig anders als am Wat Mahathat ist. Hier haben wir auch zum ersten Mal so richtig wahrgenommen, wie wenig Touristen eigentlich unterwegs sind. Wir waren manchmal allein an den Tempeln und da die wenigsten in der Anlage laufen, eher ein Tuk Tuk oder Fahrrad nehmen waren wir zwischen den Tempeln immer wieder auch allein unterwegs. 

 

Ein weiteres Highlight war dann noch der Wat Sa Si, inmitten einer kleinen Insel. Die Speigelungen der Bäume und der Tempelanlagen in den damals angelegten Wasserbecken haben immer wieder für richtig schöne Fotomotive gesorgt.

 

Nach 4 Stunden Tempel gucken und praller Sonne haben wir dann mal einen kurzen Stopp eingelegt und uns mit kalten Smoothies erfrischt. 

 

Dann ging es für uns noch in das Museum, das Exponate aus den Tempeln zeigt. Wir finden es immer interessant diese zu sehen, da man in der Anlage ja meist nur noch den bloßen Stein, also die Ruinen sieht und es für uns schwer vorstellbar ist, wie es damals wohl ausgesehen haben muss. Da ist so ein Museum immer schön. Hier sieht man die Statuen und Fresken in den Originalfarben oder auch Nachbildungen, wie es mal ausgesehen haben muss. So bekommen wir immer noch eine bessere Vorstellung. 

 

Danach haben wir dann noch ein paar Tempel außerhalb des eigentlichen Historical Park angeschaut. Außerhalb der Stadtmauern liegt der Wat Pha Phrai Luang und dahinter der Wat Si Chum, mit einem riesigen eindrucksvollen Buddha. 

 

Am Ende des Tages haben uns die Füße gequalmt. Wir waren gut 9 Stunden zu Fuß in der Anlage unterwegs und haben so viel erkundet, wie wir konnten. Sukhothai hat uns richtig gut gefallen und wir müssen sagen, bis jetzt haben wir hier das beste Pad Thai in Thailand gegessen (kleines Local Restaurant gegenüber vom 7Eleven).

 

Am nächsten Tag führte uns unsere Reise schon wieder weiter ins 6 Stunden entfernte Ayutthaya. Die nächste Ruinenstadt und unser Domizil zu Weihnachten.

 

Zugegeben Weihnachtsstimmung kam bei 30 Grad und Sonnenschein nicht wirklich auf und während man in Deutschland den wichtigsten christliche Feiertag feiert, haben wir uns den ganzen Tag buddhistische Tempel angeschaut. Warum auch nicht.

 

400 Jahre lang war Ayutthaya, nach der Annektion von Sukhothai die Hauptstadt des Königreiches Siam, bevor es 1776 von den Burmesen erobert, geplündert und fast zerstört wurde. 

 

80 Kilometer entfernt gründete Rama der Erste dann Bangkok und das Thailand entstand, wie wir es heute kennen.

 

Nicht verwunderlich also, dass man hier wieder eine Menge Tempel und Ruinen aus vergangen Zeiten findet. Ayutthaya war im 16ten Jahrhundert eine der größten Städte der Welt. Über 1 Million Einwohner haben hier gelebt. Es war eine Metropole, mit drei Königspalästen, 375 Tempelanlagen, 94 Stadttoren und 29 Forts.

 

Es muss zutiefst beeindruckend gewesen sein, hier im 16ten Jahrhundert gelebt zu haben. Heute kann man diese Pracht nur noch erahnen, wenn man durch die Tempelanlagen und Ruinen streift. Eine ist schöner als die andere. Die Berühmtesten, wie der Wat Mahathat, dessen älteste Teile aus 1384 stammen oder der Wat Ratburana werden täglich von vielen Tagestouristen besichtigt. Auf der Touristenkarte sind die 36 schönsten Tempel eingezeichnet und die Tourbusse bringen die Touristen von Tempelanlage zu Tempelanlage. Hier ist auch viel mehr los als in Sukhothai und wir merken, dass Bangkok nicht weit weg ist.

 


Aber dazwischen, gibt es noch viele weitere alte, meist zerfallene Tempel, Paläste und Befestigungsanlagen. Diese kleinen Dinge, sind das, was Ayutthaya für uns ausmacht.

 

Die unbekannten Tempel Ruinen, die teilweise herunter gekommen Häuser und Hinterhäuser, der Nachtmarkt, wo kein Wort auf eEnglisch ausgeschrieben ist oder auch das familiengeführte Suppenrestaurant, wo man sich mit Händen und Füßen verständlich macht, aber die beste Tom Yum Suppe serviert bekommt.

 

Ayutthaya war für uns ein Kontrastprogramm. Die Stadt hat die letzten Jahre gelitten, das merkt man und nicht viele Touristen bleiben hier über Nacht. Viele kommen mit einer Tagestour ab Bangkok, weil es eben nicht weit ist, aber das führt auch dazu, dass das Geld aus dem Tourismus auch wieder mit nach Bangkok zurückfährt. Das finden wir sehr schade.

 

Einerseits ist die Stadt nicht besonders schön und man sieht an einem Tag, bei einer Tour wohl alles, was man sehen muss, aber es ist auch schade, weil die Leute hier dann eben auch nichts davon haben. Wir sind da etwas hin und hergerissen, aber würden jetzt im Nachhinein sagen, es lohnt sich hier ruhig ein oder zwei Nächte zu bleiben.

 

Wir haben einen kleinen Nachtmarkt in der Altstadt erkundet, der wirklich absolut authentisch ist und im besten Suppen Restaurant der Stadt gegessen. Zumindest saßen da immer eine Menge Thais drin und das zu jeder Tageszeit. Das Essen war super und Nico fand die Tom Yum Suppe so gut, dass er wahrscheinlich nur deswegen auch wieder nach Ayutthaya fahren würde. Am ersten Abend hat sie ihm fast die Speiseröhre weggebrannt, aber danach wollte er immer wieder hin. 

 

Ayutthaya mag nicht das hübsche Urlaubsdomizil sein, was andere suchen, aber wir empfanden es als authentisch. Die alten Ruinen in Ruhe zu durchstreifen, war für uns wunderschön. Wir haben auch eine Bootsfahrt um die Altstadt herum gemacht und verschiedenste Ruinen und Tempel auf der anderen Flussseite gesehen. Durch die kleinen Kanäle zu fahren, zeigte uns das wahre Ayutthaya, außerhalb des Geschichtsparks. Das empfanden wir auch als sehr interessant.   

 

Ayutthaya hat uns gut gefallen und Sukhothai war wunderschön. Inzwischen wissen wir, dass viele Sukhothai auslassen, da sie ja schon die Ruinen in Ayutthaya gesehen haben, die halt schneller von Bangkok aus zu erreichen sind. Zu Unrecht wie wir finden. Es sind doch zwei sehr unterschiedliche Geschichtsparks und zwei unterschiedliche Epochen, das ist ungefähr so, als ob wir in Europa Gotik und Barock gleichsetzen. Schon allein durch die verschiedenen Jahrhunderte ist die Architektur einfach eine völlig andere. Wir sind froh beide Orte besucht zu haben, auch wenn uns danach die Füße ganz schön weh taten.

 

Grüße, Katja


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