In der Zwischenzeit – Unser erstes Erdbeben und was sonst noch so passierte

Natürlich haben wir die letzten Wochen nicht nur in den Unterkünften rumgesessen, sondern noch mehr von Peru und Bolivien erkundet.

 

Arequipa

Unser letzter Stopp in Peru war Arequipa. Hier haben wir mit dem kurzen Abstecher zum Colca Canyon fast zwei Wochen im Süden von Peru verbracht. Arequipa ist die zweitgrößte Stadt in Peru und hat eine wirklich schöne Altstadt. Wir mochten es, in den Straßen rund um den Plaza de Armas mit seiner großen Kathedrale zu spazieren und uns immer wieder leckere Restaurants zu suchen. Nicos Highlight war aber wahrscheinlich die Bäckerei, die eine große Auswahl an (Sauerteig-) Broten und Baguettes verkauft hat.

 

Rund um Arequipa gibt es auch Einiges zu erkunden. Wir haben eine Tour zu den Steinbrüchen gemacht und uns angeschaut, woher die Steine für all die schönen weißen Gebäude in Arequipa kommen. Die Ruta de Silar war interessant und wir haben gelernt, das Arequipa nicht die Weiße Stadt genannt wird, weil die Gebäude im Zentrum alle weiß sind, sondern weil früher hier besonders viele Spanier gelebt haben und dann die Einheimischen gesagt haben: die Stadt, in der die Weißen wohnen, also die Weiße Stadt.

 

Ein echtes Highlight in Arequipa ist das Monasterio de Santa Catalina. Die Klosterstadt ist quasi eine kleine Stadt in der Stadt. Hier haben bis in die 1970er Jahre nur Nonnen gelebt, die von der Außenwelt abgeschnitten waren. Das war 390 Jahre so gewesen. In den 70er Jahren war nur noch ein kleiner Teil der ursprünglich mehr als 80 Wohneinheiten bewohnt und so wurde der größte Teil des Klosters für die Öffentlichkeit geöffnet, um den Verfall des Klosters zu vermeiden. Auch heute leben noch in einem kleineren Teil des Kloster 22 Ordensschwestern. Das Kloster besteht aus vielen einzelnen Wohngebäuden, Plätzen, einer großen Kirche und einem weiten kleinen Kloster, das für Novizinnen errichtet wurde. Besonders schön sind die Farben der Gebäude. Alles ist in kräftigen Rot- und Blautönen gehalten. Besonders deshalb, weil es nicht nur wundervoll ausschaut, sondern ganz Arequipa wohl früher mal so ausgeschaut haben soll. Obendrauf gibt es noch eine umfangreiche Sammlung von christlichen Kunstwerken.

 


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Arequipa liegt in einem vulkanisch aktiven Gebiet und ist von ein paar großen Vulkane umgeben, die man eigentlich von überall in der Stadt aussieht. Des halb prägen der Misti, der Chachani und der Pichu Pichu das Panorama über der Stadt. Nach einer 3-stündigen Fahrt in Richtung der Vulkane findet sich ein großer Salzsee oder besser eine Salzpfanne, die Salinas de Agua Blanca. Eine komplett andere Landschaft als wir sie bisher auf unserer Reise zu sehen bekommen haben. Und obendrauf gab es noch eine ganze Menge Flamingos.

 

Unser erstes Erdbeben

Das intensivste Erlebnis in Arequipa war aber unser erstes Erdbeben. Da fing am späten Nachmittag einfach an alles u wackeln. Im ersten Moment dachten wir noch, es würde einfach ein schwerer LKW am Hostel vorbeifahren, aber das wäre ein ganz schön langer gewesen und das Wackeln wurde auch mehr. Wir sind auf den Flur und schauten. Alles war recht ruhig, keiner rannte, kein Alarm, aber es wackelte weiter und gerade als wir beschlossen hatten, wir gehen mal besser aus dem Hotel auf die Straße, war es auch schon wieder vorbei. Es waren gerade mal zwei oder drei Minuten. Es war ein sehr seltsames und irgendwie bedrohliches Gefühl, das danach zurückblieb.

Nachts wurden wir so gegen halb drei wach, weil das ganze Bett wackelte. Ein Nachbeben! Das war beängstigend. Aber bevor wir richtig realisierten, was passiert und aufstehen konnten, war auch dieses Beben vorbei.

 

Die nächsten Tage blieb bei uns irgendwie ein mulmiges Gefühl, das erst langsam über die Tage verflog. Da half auch nicht das uns Einheimische sagten, dass das doch nur ein Zittern war und noch kein richtiges Erdbeben. Laut Internet wurde bei dem Beben 5,5 auf der Richter-Skala gemessen.

 

Weiter geht es nach Bolivien

Nach gut 2 Wochen haben wir Arequipa verlassen und sind weiter Richtung Bolivien gefahren. Den Start machte Copacabana, ein kleiner Ferienort direkt am Titicaca See auf der bolivianischen Seite. Die Stadt ist klein, voller Hotels, Souvenirläden und Restaurants. Der Ort ist ganz okay, aber nicht Besonderes. Es gibt zwei schöne Aussichtspunkte über der Stadt aber das Highlight ist die Isla del Sol im Titicacasee.

 

Mit der Fähre sind wir hinüber zu der kleinen Insel gefahren und an der Nordspitze ausgestiegen. Dann sind wir einmal über den Inselrücken in den Süden gewandert und haben dort eine Nacht geschlafen, bevor es am nächsten tag wieder nach Copacabana zurück ging.

 

Die Wanderung war echt schön. Wir haben in alle Richtungen den Blick auf den Titicaca See, der sich gefühlt bis zum Horizont und darüber hinaus erstreckt. Dieser See ist riesig und beeindruckend. Und wir haben bisher nur einen kleinen Teil davon gesehen. Und das Besondere ist, wir sind hier auf über 3800 Höhenmeter.

Am Horizont sieht man die schneebedeckten Gipfel der Cordilera Real, die höchsten Bergen Boliviens. Und wer ein glückliches Händchen mit der Hotelwahl hat, bekommt auf der Insel noch einen grandiosen Sonnenaufgang über dem See aus dem Bett zu sehen. Wir hatten übrigens Glück und sind uns einig, dass es wohl einer der schönsten Übernachtungsplätze unserer bisherigen Reise war. Es war ein so schöner Ausflug, auch wenn das Wandern hier auf gut 4000 Höhenmeter echt wieder anstrengend ist.

 

Die Tour hat sich definitiv gelohnt und wir sind froh einen Stopp hier in Copacabana eingelegt zu haben. 

 

La Paz

Weiter ging es dann nach La Paz. Das ist nicht die Hauptstadt aber quasi der Regierungssitz von Bolivien und liegt auf gut 4000 Höhenmetern. Wir hatten im Vorfeld schon viel über La Paz gehört und das war meist nicht besonders positiv. Gefährlich, Laut, Chaotisch. Echte Lust auf eine Großstadt hatten wir zugegebenermaßen nicht, aber La Paz gehört auf einer Reise durch Bolivien eben einfach dazu.

 

Und jetzt sind wir 4 Tage hier und was sollen wir sagen: Wir finden die Stadt ganz cool. Es ist für uns vielleicht die authentischste südamerikanische Großstadt, die wir erleben durften. Etwas Besonderes an La Paz ist die Teleferico. Es gibt hier ein 30 Kilometer Seilbahnnetz über der Stadt. Die Stadt zieht sich über mehrere Hundert Höhenmeter die Hänge hinauf und da kann man mit einer Seilbahn ganz entspannt die Höhenmeter überwinden. Und man kann mit ihr wunderbar über der Stadt schweben und sie aus der Vogelperspektive beobachten. Das hat uns besonders gut gefallen, weil man so nochmal ganz andere Einblicke in das Treiben auf den Straßen bekommt.

 

Was stimmt ist, dass La Paz laut und chaotisch ist, aber das liegt vor allem daran, dass sich hier das ganze Leben auf der Straße abspielt. Der Verkehr schiebt sich durch die Straßen, wo entlang der Bürgersteige die Märkte aufgebaut sind und man einfach alles kaufen kann. Vom Obst und Gemüse, über Haushaltswaren bis zu Autoteilen ist hier alles dabei. Ein skurriles Highlight sind die Witch Markets. In Bolivien gibt es noch einige befremdliche Bräuche. Hier kauft man zum Beispiel tote Babylamas und verbrennt diese um Pachamama, die Mutter Erde zu ehren oder geht zum Schamanen und lässt sich aus Coca Blättern die Zukunft lesen. Für uns ist das alles ziemlich krass aber hier gehört es zum normalen Leben dazu.

 

Es macht in La Paz Spaß durch die Straßen der Stadt zu streifen und dem bunten Treiben zu zuschauen. Wir haben Lust auf Bolivien und sind gespannt was das kleine Land noch so für uns bereithält.

 

Grüße, Katja 


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