2 Tage Swakopmund und ein Ausflug nach Walvis Bay

Tag 15 – Es geht weiter an die Atlantikküste oder "Frieren in Swakopmund"

Wir verließen das Erongo Gebirge und machten uns am Morgen auf den Weg an die Atlantikküste nach Swakopmund. Die Stadt liegt direkt hinter der Namib Wüste am Atlantik, weswegen die Anfahrt schon spektakulär ist. Man fährt durch die Wüste Namibias  um dorthin zu gelangen und links und rechts  sind nur Dünen. 

 

Swakopmund wurde im Grunde im 19. Jahrhundert als Hafen von der deutschen Kolonialmacht gegründet und war anschließend der Ort an dem die meisten deutschen Siedler in Namibia bzw. damals Deutsch Südwestafrika ankamen. Die deutschen Einflüsse sind in dem Ort allgegenwärtig, Architektur, Essen, selbst die deutsche Sprache trifft man hier sehr oft an.

 

Die Stadt selbst gehört zu den größeren Städten Namibias, wirkt aber in Ihrem Zentrum, der Altstadt sehr beschaulich und eher klein. Man merkt sehr schnell, dass es sich hier um einen sehr touristischen Ort handelt. Man hat hier viele Hotels und teils sehr gute Restaurants. Es werden viele Touren nach Walvis Bay und in die Namib angeboten und man kann Erlebnisse buchen, wie Fallschirm springen oder Quad fahren und allerhand Rundflüge sind hier auch verfügbar.

 

Noch mehr zu Swakopmund gibt's im eigenen Artikel: 3 Gründe für Swakopmund.

 

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Atlantikküste vor Swakopmund

 

Nachdem wir angekommen waren nutzten wir die Zeit für einen kleinen Stadtrundgang, machten einige Besorgungen und schlenderten durch die kleinen Ladengassen. Wir schauten uns ein paar Sehenswürdigkeiten an und fanden am Ende ein Cafe mit guten Kaffee und zwei Stücken Torte.

In Swakopmund am Atlantik weht ein rauhes Lüftchen und die Temperaturen im September lagen bei 18°C. Eigentlich noch ganz angenehm aber wenn man gerade von 37°C im Schatten kommt, dann fühlt es sich scheiß kalt an. Mütze, Schal und Pulli wurden aus dem Koffer gekramt um nicht zu erfrieren. Manchmal ist man schon echt ein Weichei.

Abends gingen wir essen, sehr gemütlich im The Tuk, eines der besten Restaurants am Platz. Und das ist es zu Recht.

Die Restaurants in Swakopmund sind sehr gut. Das Essen ist einfach lecker und für 35€ hat man gute Hauptgerichte, Getränke und Desserts für zwei Personen. Wir haben hier das erste Mal Oryxfilet und Springbockmedaillons probiert und es war einfach lecker. Diese Qualität und diesen Service kenne ich aus Deutschland nur in hochpreisigen Restaurants und so haben wir es einfach genossen. Was soll ich sagen, wir mögen einfach gutes Essen ….

Das großartige am The Tuk ist auch seine Lage, es liegt direkt am Atlantik, am Jetty, einen langen Steg der in das Meer führt, der auch zu den Wahrzeichen Swakopmunds gehört. Das Gebäude sieht aus wie ein Schiff und man sitzt direkt am Meer und sieht beim Essen die Sonne untergehen. Sehr, sehr schön.

 

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The Tuk

 

Wichtig zu wissen ist, dass man für fast alle Restaurants in Swakopmund reservieren sollte. Bei den meisten kann man das bequem online erledigen und es werden einem direkt die freien Uhrzeiten online angezeigt. Allerdings ist es am gleichen Tag des Restaurantbesuches zu spät, besonders in den alteingesessen Häusern wie dem The Tuk und dem Jetty’s 1905. Wir haben erst am Tag als wir in Swakopmund ankamen für den gleichen Abend versucht zu reservieren. Wir hatten Glück und haben für 17 Uhr sozusagen den letzten Tisch bekommen. Also wenn ihr wisst, dass ihr in Swakopmund seid und richtig gut essen gehen wollt dann frühzeitig reservieren.

 

Nach dem Essen und dem Sonnenuntergang ging es dann zurück ins Hotel. Hier merkte man auch, dass Swakopmund einfach eine Touristenstadt ist, weil bereits um 20-21 Uhr die Straßen menschenleer waren und die Bürgersteige quasi „hochgeklappt“ wurden.

 

 

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Sonnenuntergang am Jetty


Tag 16 – Ein Tag am Meer oder "Ey wo ist der Fisch?"

 

Für diesen Tag hatten wir eine Katamaran Tour gebucht. Ich wollte wiedermal Tiere gucken und der Mann musste da halt mit (… er hatte aber auch Spaß). Die Tour gab eine 100 Prozent Garantie für Robben und eine 80 Prozent Garantie für Delfine. Wir waren also gespannt.

Wir wurden morgens am Hotel abgeholt und zum Hafen ins 40 Kilometer entfernte Walvis Bay gefahren. Walvis Bay ist der Umschlagplatz für Waren im südwestlichen Afrika und besitzt einen der größten Häfen hier. Die Stadt wirkte dann auch eher wie eine Industriestadt. Am Hafen wurden wir abgesetzt und auf den Katamaran gebracht. Der war dann auch recht gut gefüllt, insgesamt eher eine Touristenveranstaltung wie man sie kennt. Mit ein wenig Erklärung des Guides und am Ende gab es lecker Häppchen und Sekt für unterwegs. Eigentlich nicht so unser Ding, aber ich wollte die Robbenkolonien vor Walvis Bay sehen und da komm ich sonst nicht so einfach hin.

 

Bereits zu Beginn tauchte eine Robbe auf dem Schiff auf und blieb solange bis sie ein paar Fischhappen bekam, anschließend folgte sie uns noch ein ganzes Stück im Kielwasser, was ein irrer Anblick war. Dann verschwand sie wieder Es war irgendwie schräg, weil es wirkte als ob das mit der Robbe abgesprochen war. Wie ein Kunststück das aber so raffiniert war, dass man es als solches nicht durchschaut.

 

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Wenn dir ein Fisch nicht reicht, dann einfach dem Boot hinterher gejagt!

 

So fuhren wir also hinaus aufs offene Meer, vorbei an allerlei Kränen, Schiffen und Reperaturdocks bis wir endlich die Robbenkolonie erreichten. Sie liegt auf einer Landzunge, die sich weit hinaus ins offene Meer zieht und war einfach nur voll. Voll mit Pelzrobben und Vögeln und einfach nur wunderschön.

Der Pelikan Point, wie die Landzunge heißte beheimatet bis zu 30000 Pelzrobben. Den Lärm, den diese Tiere veranstalten können, ist einfach krass. Wenn man die Augen schließt hat man das Gefühl da steht eine riesige Schafsherde, so hören sich diese tollen Tiere an. Vor der Landzunge tummelten sich auch Delfine im Wasser, die man immer mal wieder herausspringen sieht. Aber sie waren meist einfach viel zu schnell für die Kamera. Diesen Teil der Tour mochte ich nicht so gern, da man immer wieder den Delfinen hinterherfuhr, was bei den 20 Booten, die da gleichzeitig waren, schon eher wie eine Delfinjagd wirkte.

Ich habe mich dann doch lieber wieder den schönen Robben zugewandt und mir das Treiben an Land angeschaut. Auf dem Rückweg nach Walvis Bay lockte man dann noch mit einem schönen großen Fisch einen Pelikan an Bord des Katamarans. Ein schönes und auch sehr großes Tier. Er setzt sich hinter mich auf die Relling und ich durfte diesem wunderschönen Tier sehr nahe sein. Ein Klatscher mit dem Flügel inklusive. Großartige Tiere, wunderschönes Gefieder und einen sehr respekteinflößenden Schnabel, wenn er da so neben einem sitzt. Auf ein paar Fische bestand er dann auch bevor er wieder verschwand.

 

Die Tour hieß Dolphin Cruise. Wer die vielen Touristen und das Drum Herum ausblenden kann und einfach nur die großartigen Tiere sehen will, dem kann ich die Tour jedenfalls empfehlen. Packt euch aber warm ein. Wir waren im September, also im Frühling dort und es war echt verdammt kalt und windig auf dem Atlantik. Mütze, Schal und dicke Jacke sind obligat!

 

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Robbenkolonie

 

Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder in Swakopmund und shoppten ein wenig Souvenirs und wahnsinnig großartige T-Shirts im Shop von TUSK – Namibia. Ein kleiner wirklich schöner Laden mit tollen T-Shirt Motiven. Es gibt auch eine Internetseite, allerdings keinen Onlinehandel. Schaut auf jeden Fall mal rein, wenn ihr da seid. Denn das ist momentan die Einzige Chance was dort zu kaufen.

 

Am Abend hatten wir dann einen Tisch im Brewers und Butchers reserviert. Das Lokal ist im Stil eines Brauhaus gehalten und dabei doch recht edel. Das Essen ist vielfältig, vom Burger, über Steaks, Wild bis zu Fisch findet man fast alles auf der Karte. Nur als Vegetarier ist die Auswahl eher überschaubar. Man hat vom Tisch aus einem direkten Blick in die Küche und sieht wie die Köche umherwuseln, um die bestellten Köstlichkeiten zu brutzeln. Wir entschieden uns für Pulled Pork Burger mit Rotkohl und Pommes. Einfach lecker …. Das großartige am Restaurant ist, dass sie wirklich ihr eigenes Bier brauen und man kann sich eine kleine Auswahl aller Sorten, ein Glas, ein Maß Bier oder gleich sein eigenes Fass bestellen. Tolles Lokal, super Essen, sehr guter Service und wieder mit 20-30€ für uns beide zusammen ein sehr delikates Schnäppchen.

 

Pelikan, Swakopmund, Namibia, Katja Siegel, reiseblog, Weltreise

Ganz schön großer Schnabel ...!

Brewers and Butchers, Essen, Swakopmund, Namibia, Katja, reiseblog, weltreise

Essen fassen im Brewers & Butchers



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