Der Bwabwata Nationalpark - wo die Nilpferde lachen

Der Bwabwata Nationalpark liegt im Nordosten Namibias. Genauer gesagt im Caprivistreifen, der gelegentlich auch als Caprivizipfel bezeichnet wird. Der Landstrich ist auf jeder Karte eindrücklich im Nordosten Namibias zu sehen. Es ist ein wenige Kilometer breites Stück Land, das im Norden von Angola, im Süden von Botswana und Osten von Simbabwe begrenzt wird. Aufgrund seiner vielen Flüsse ist der Caprivistreifen ein sehr grüner Teil dieses Landes.

  

Der Bwabwata Nationalpark ist ein Zusammenschluss des Caprivi Nationalparks und Mahango Nationalpark und wurde 2007 als dieser anerkannt. Er erstreckt sich über den gesamten westlichen Bereich des Caprivistreifen, wobei die beiden früheren Nationalparks hier bereits seit 1968 bzw. 1986 bestanden. Die Fläche misst zurzeit etwa 6100 Quadratkilometer. Der Park gehört auch zur Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area . Ein Zusammenschluss mehrerer Nationalparks, um den Tieren einen barrierefreien Übertritt über die Grenzen von Namibia, Angola, Botswana, Sambia und Simbabwe zu ermöglichen. Damit ist der Bwabwata Nationalpark ein Bestandteil des zweitgrößten Schutzgebietes der Erde.

 

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Sonnenuntergang über dem Bwabwata Nationalpark / Blick von der Namushasha River Lodge 

 

Der Park wird von der Savanne geprägt. Es gibt dichte Baumbestände ebenso wie weite Graslandschaften. Im Westen fließt der Cubango und im Osten der Kwando River. Als Überschwemmungsgebiete der zwei großen Flüsse bringt das Gebiet ein üppiges Grün und unvergleichbare Sumpflandschaften hervor.

Der Park beheimatet eine große Zahl an Tieren. So trifft man hier auf riesige Elefanten- und Büffelherden, viele Nilpferde und eine großen Anzahl an verschiedenen Antilopen- und Vogelarten. Manche Antilopenarten wie Lechwe, Riedbock und Sitatunga kommen sogar nur hier vor. Außerdem leben hier im Park auch einige der letzten Afrikanischen Wildhunde Namibias.

 

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Kwando River

Wer den Nationalpark besucht wird schnell feststellen, dass es hier nicht viele Siedlungen gibt und auch die Lodgedichte nicht so groß ist wie an manch anderen Orten.

Einige wenige Lodges liegen an den Flussläufen und bieten wunderschöne Ausblicke in den Bwabwata Nationalpark hinein.

Es gibt hier eine große Straße, die den Park von West nach Ost durchquert. Kleinere Sandpisten führen dann davon ausgehend in den Park hinein und zu den  einzelnen Lodges. 


 

Je nachdem welche Lodge man sich aussucht, kann man sehr einsam in der wunderschönen Natur landen. Die Lodge, die wir besucht haben lag traumhaft am Kwando River. Man hatte von der Terrasse oder dem Zelt einen atemberaubenden Blick auf den Fluss und den sich dahinter erstreckenden Park.

So saßen wir auch am Abend noch stundenlang gemütlich am Fluss um den Tieren zuzuschauen und genossen den Sonnenuntergang mit einem kühlen Getränk in der Hand. 

 

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Zeltplatz Namushasha River Lodge

 

Wir waren hier im Zelt unterwegs und campten direkt am Kwando. Die Geräuschkulisse mitten in der Natur war wieder einmal gigantisch. Besonders die Nilpferde waren zu hören, was ein befremdliches Erlebnis ist, da die Laute wie langes tiefes Lachen klingen, man konnte also meinen man wird von ihnen ausgelacht.

Ich wusste das ein oder andere Mal auch nicht, ob das Nilpferd, was man nachts hörte, noch zwei oder zwanzig Meter weit weg war. Aufstehen und rausgehen war deshalb nachts für mich ein persönliches Tabu, wollte ich doch keinem Tier im Dunkeln allein begegnen. Morgens konnte man dann anhand der Kackehaufen deuten ob Kuh, Elefant oder doch Nilpferd zu Besuch waren.

 

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Blick aus dem Zelt

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Sonnenuntergang 


 

Natürlich gehört auch im Bwabwata Nationalpark eine Pirschfahrt zum absoluten Pflichtprogramm. Diese wurde direkt von der Lodge aus organisiert. Zunächst ging es für uns mit dem Boot ein Stück den Kwando River bzw. dessen Ausläufer hinauf. Wir sahen bereits die ersten Antilopen vom Boot aus und auch ein paar Nilpferde tummelten sich im Wasser.

 

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Nilpferde im Kwando River

 

Danach ging es mit dem offenen Safarifahrzeug weiter. Wir fuhren auf Sandpisten durch den Park, vorbei an Kuhantilopen, Kudus und Impalas.

Wir trafen eine riesige Herde Wasserbüffel, die den Park auf ihrem Weg durch den Caprivi Streifen hinunter zum Okavango Delta durchquerten. Eine solche gewaltige Anzahl dieser Tiere war wirklich beeindruckend. Die meisten ließen sich gar nicht stören, aber ein paar behielten uns wachsam im Blick.

 

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Pirschfahrt im Bwabwata

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Kaffernbüffel


 

Ein paar Kilometer weiter durchquerte dann eine große Herde Elefanten die Landschaft. Es waren sicherlich 50 Tiere, wenn nicht sogar mehr. Auch viele kleine Elefanten waren mit dabei. Wir hielten mit dem Auto gebührend Abstand und sahen diesen majestätischen Tieren dabei zu wie sie ihres Weges gingen. Ein toller Anblick.

 

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Elefantenherde im Bwabwata Nationalpark

 

Als Höhepunkt der Safari stellte sich aber die kurze Pause an einer Flussbiegung heraus. Wir hielten  und stiegen aus, um uns die Natur zu Fuß anzuschauen. Jeder bekam ein kühles Getränk in die Hand und staunte über die Landschaft. Bereits als wir eintrafen machte sich gerade eine Schar Geier über eine tote Antilope her. Einige unserer Reisegefährten konnten wieder einmal nicht anders und mussten so nah wie möglich rangehen.

Ich hielt gebührend Abstand. Nur gut, denn die anderen erschreckten sich ordentlich als auf einmal ein großes Krokodil aus dem Fluss schoss, das Festmahl der Geier je beendete und sich die Antilope schnappte. Die Geier flogen aufgeregt davon und mussten ihre Niederlage akzeptieren. 

 

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Geier Festmahl

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Und schon ist der Nächste dran!


 

An der Flussbiegung sahen wir dann auch die Elefantenherde wieder die nach und nach aus dem Unterholz zum Wasser wanderte. Erst kam die Leitkuh ans Wasser, überprüfte ob es sicher ist und dann kamen nach und nach immer mehr Elefanten an den Fluss, um zu trinken. Wieder einmal ein erhabener Moment, der sich vor allem dadurch auszeichnete, die soziale Interaktion der Dickhäuter in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen ... Einfach atemberaubend.

Damit aber nicht genug denn dann kam mein persönliches Highlight. Ich habe ja schon oben erwähnt das die letzten Afrikanischen Wildhunde Namibias hier im Bwabwata anzutreffen sind. Und ja jeder Reiseführer schreibt „Wenn man ganz viel Glück hat sieht man einen der seltenen Wildhunde“. Ich hatte also Hoffnung und den großen Wunsch eines dieser Tiere hier zu sehen. Und ich hatte in diesem Moment sehr großes Glück.

Denn es kam da nicht einer um die Ecke, nein gleich ein ganzes Rudel kam aus dem Unterholz spaziert und lümmelte sich am Fluss. Sie schauten immer wieder neugierig zu den Elefanten und ob noch etwas von der toten Antilope zu holen ist, die das Krokodil im Fluss treiben gelassen hatte. So hatte ich endlos Zeit diese wunderschönen Raubtiere mal von ganz nahem zu sehen. Und für mich ging ein großer Wunsch in Erfüllung, da ich wirklich nicht damit gerechnet hatte und ich glaube Nico tagelang damit in den Ohren lag, dass wir endlich zu den Wildhunden fahren. (Anmerkung von Nico: Ja, hat sie.)

 

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Afrikanische Wildhunde und die Elefantenherde am Fluss

 

Nachdem die Wildhunde sich wieder verzogen hatten war, es auch für uns an der Zeit wieder ins Fahrzeug zu klettern und langsam zurück zur Lodge zu fahren. Ein paar Büffel und Antilopen kreuzten auch hier wieder unseren Weg.

Nach der Bootstour zurück zur Lodge, ließen wir den Abend wieder mit einem kühlen Rock Shandy ausklingen und beobachteten die Elefanten weiter von der Terrasse der Lodge aus.

 

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Buschbock

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Kudu's


 

Für mich bleibt der Bwabwata wegen der vielen schönen Tierbeobachtungen und der Ruhe und Natürlichkeit dieses Ortes als etwas ganz besonders im Kopf und ich empfehle jedem sich diesen schönen Flecken Erde anzusehen, wenn man die Gelegenheit dazu bekommt.

 

Ich fand es dort wirklich großartig. 

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Afrikanische Wildhunde


ENDE

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