Island - Klima, Reisezeit und andere Reisetipps

Fjallsarlon, Gletscher, Island

Fjallsarlon im Abendlicht


Inhaltsverzeichnis:

1. Lage

2. Sprache

3. Währung

4. Visum

5. Wie Hinkommen

6. Unterkünfte

7. Fortbewegung

8. Klima

9. Geologie

10. Warum nach Island


Lage:

Island ist eine Insel im Nordatlantik und gehört zu Europa. Sie liegt genau auf dem Mittel -Atlantischen Rücken und somit auf zwei Kontinentalen Platten. Der Amerikanischen und der Eurasischen Platte.  Diese Tatsache ist auch für die grandiose Geologie Islands verantwortlich.

Es ist der zweitgrößte Inselstaat Europas aber mit knapp 360000 Einwohnern ist es ein dünn besiedeltes Stück Land. Das Besondere an Island ist seine grandiose Natur. Die Berge, das Meer, die vielen Wasserfälle und natürlich die Schafe. 


Sprache:

 

Offizielle Sprache in Island ist Isländisch. Mit English kommt man aber überall sehr gut zurecht.


Währung:

 

In Island bezahlt man mit Isländischen Kronen (ISK).

Der Wechselkurs beträgt 1 Euro = 159,39 ISK (Stand 5/2020).

 

Bezahlt wird in Island überall mit Kreditkarte. Selbst die Toilettengebühr kann man mit Karte zahlen. Nur wer campen gehen möchte, sollte immer ein wenig Bargeld, speziell Münzen einstecken haben da viele Duschen auf den Campingplätzen 200 ISK kosten und nur mit Münzen in Gang gebracht werden können.


Visum:

 

Island gehört zu Europa. Ein normaler Ausweis oder Reisepass zur Einreise reicht. Ein Visum ist nicht notwendig.


Wie Hinkommen:

 

Nach Island kommt man entweder mit dem Flugzeug oder der Fähre.

 

Flugzeug:

Fast alle deutschen Flughäfen bieten Flüge nach Island an. Ziel ist der Flughafen Keflavik, im Südwesten der Insel. Es gibt Direktflüge oder auch Flüge wo man in Deutschland noch einmal umsteigen muss. Island ist ein beliebtes Stopover Land in die USA und wird von den Fluglinien auch so beworben, daher gibt es einige Airlines die dorthin fliegen.

Worauf man achten sollte, ist welches Gepäck im Flugpreis inbegriffen ist. Viele Billigflieger fliegen nach Island und da ist nur das Handgepäck mit im Preis drin. Das Reisegepäck zahlt man dann extra. Da kann das Schnäppchen auch schnell wieder teuer werden.

Am besten einen Flug mit Freigepäck suchen. Den bekommt man ab Frankfurt, als Direktflug zum Beispiel mit Iceland Air ab 300 Euro.

Island ist im Moment ein sehr beliebtes Reiseziel und so sollte man rechtzeitig nach Flügen schauen. Ich habe unseren fast ein dreiviertel Jahr vorher gebucht. Wer kurzfristiger bucht muss dann eventuell Umsteigen oder zusätzliche Kosten fürs Reisegepäck in Kauf nehmen.

 

Fähre:

Man kann auch mit der Fähre von Dänemark aus nach Island reisen. Diese braucht etwa 4 Tage und kommt im Osten Islands, in Seydisfjördur an.

Wer also die Zeit hat und mit dem eigenen Wohnmobil oder Camper nach Island will, dann ist das ein wirklich cooler Anreiseweg.

 

Anflug auf Island


Unterkunft:

 

Island wird in den letzten Jahren vom Tourismus förmlich überrannt. Und das merkt man auch an den Preisen der Unterkünfte und dem schnellen ausgebucht sein dieser.

Über bekannte Hotel und Guesthouse Webseiten findet man Übernachtungspreise ab 80 Euro. Nach oben ist der Preis offen. Meist ist dann aber das Bad auf dem Flur und man hat nur ein einfaches Zimmer. Verpflegung zahlt man dann meist vor Ort extra. Für ein Frühstück sollte man um die 17 Euro und ein Abendessen um die 20-30 Euro pro Person einplanen.  Da in der Nähe vieler Hotels nichts ist, ist man teils auch gezwungen dann im Hotel zu essen.

Ich habe Hotels ebenfalls ein dreiviertel Jahr im Voraus gebucht und da war schon viel ausgebucht. Später kurz vor der Reise waren dann zwar nochmal ein paar Angebote drin aber viel preiswerter waren die auch nicht.

In Island habe ich dann viele Schilder in den kleinen Ortschaften gesehen wo Zimmer und Pensionen ausgeschrieben waren. Auch an Orten, wo mir die Internetsuche eigentlich keine Übernachtungsmöglichkeiten angezeigt hat. Sicherlich kann man diese auch direkt vor Ort anfahren und fragen ob noch etwas frei ist. Wenn man nicht zur Hauptreisezeit da ist, ist das sicherlich auch kein Problem. Vor allem weil man sie über das Internet im Vornherein gar nicht gefunden hat und ich denke diese dann auch nicht schon ausgebucht sein können.

Es gibt auch Zimmer in Internaten, die in der Zeit der Sommerferien in Island einfach zu Hotels umgestaltet werden. Ein wenig preisgünstiger als manch andere Hotels aber meiner Meinung nach merkt man das dann auch an der Qualität. Ich würde nicht wieder in so einem "Internat" übernachten wollen.

 

Die beste Möglichkeit der Übernachtung ist das Campen oder Zelten. Unsere Top 5 Campingplätze in Island zeigen Dir die besten Plätze des Landes.

 

Die Campingplätze haben in der Regel von Juni bis Ende September geöffnet, einige auch ganzjährig. Wild campen ist in Island verboten, außer es gibt keine möglichen Campingplätze, was dann im Winter wohl der Fall ist. Wobei man da dann aber auch nicht mehr Zelten sollte. Der Wind in Island unterliegt anderen Maßstäben als bei uns. Ist bei uns hier Sturm-Land-Unter ist das in Island ein leichter Wind. Zelt aufstellen kann also eine Herausforderung sein. Auch wird es durch den Wind schnell kalt und wir waren selbst im Juni froh über unsere Standheizung im Campervan.

Die Campingplätze sind überall in Island verteilt. Im Süden ein wenig rarer als im Rest der Insel. Vorher reservieren gibt es nicht. Man fährt einfach hin und sucht sich ein Plätzchen. Im Juni war das nie ein Problem. Es war immer Platz und manchmal waren wir sogar sehr allein. Bezahlt wird beim Personal vor Ort, was gegen 20 Uhr über den Platz läuft und schaut wer noch nicht bezahlt hat. Wenn bezahlt gibt’s ein Kärtchen in die Windschutzscheibe.

Die Campingplätze kosten ca. 30 Euro für zwei und einen Campervan. Mit der Campingcard ist es zusätzlich nochmal möglich Geld zu sparen. Die Campingplätze waren eigentlich alle gut ausgestattet. Toiletten, Duschen (Kalt oder Heiß) und kleine Küchen haben wir meist angetroffen.

Die Verpflegung ist auch kein Problem. Es gibt überall Supermärkte, mal kleiner oder mal größer und man kann sich selbst was kochen. Ist definitiv die preiswertere Variante.

 

Ich hatte 4 Übernachtungen im Hotel vorher gebucht, damit wir mal zwischendurch eine Pause vom Camper bekommen. Am Ende habe ich mich eher darüber geärgert und 2 davon auch storniert. Der Campervan war einfach großartig und man konnte spontan entscheiden wo man am nächsten Abend stehen wollte. Von den Verpflegungspreisen im Hotel möchte ich gar nicht erst anfangen.

 

Wenn Island, dann im Camper. Du wirst es nicht bereuen. Das gehört zum Island-Abenteuer einfach dazu.

 

Camping,  Island

Campingplatz in den Westfjorden


Fortbewegung:

 

Wie ja schon oben geschrieben: Campervan. Oder eben Mietwagen, Wohnmobil und was es noch so auf vier Rädern gibt.

Es gibt viele Mietwagenverleihfirmen für Island. Einfach mal im Internet stöbern. Was man allerdings vorher klären muss ist, wo man in Island hin möchte. Bleibst du auf der Ringstraße und machst einen Abstecher nach Snaefellsnes oder die Westfjörde reicht ein ganz normales Auto oder Camper. Willst du ins Hochland und somit auf sogenannte F-Straßen dann ist ein 4x4 Wagen Pflicht. Das Hochland ist auch nur im Sommer mit dem Auto zugänglich. Im Winter sind viel Straßen gesperrt und auch im Sommer kann es sein, dass man Flüsse furten muss. Man sollte also vorher wissen wo man hin will und sich auch mit dem Autofahren in Island beschäftigen. In den letzten Jahren mussten immer wieder vermehrt Touristen gerettet werden, die sich überschätzen und irgendwo stecken bleiben.

Wir hatten nur einen normalen Campervan ohne 4x4 Antrieb. Und wir hatten eine großartige Route, bei der wir so viel gesehen haben. Für das Hochland hätten wir gar keine Zeit mehr gehabt. Das steht für ein andermal auf meiner Liste. Unsere Route, also wo man überall bequem ohne 4x4 hinkommt findest du in unserem Artikel: Route und Kosten.

 

Eine weitere Möglichkeit in Island zu reisen, ist der Bus. Es gibt Buslinien, die fast alle Ziele der Ringstraße (die Hauptstraße die einmal rund um die Insel verläuft) anfahren oder auch ins Hochland, nach zum Beispiel Landmannalaugar fahren. Auch gibt es viele Bustagesausflüge von Reykjavik oder Akureyri im Norden aus, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anfahren. Da ist man dann aber immer am Tag unterwegs und niemals allein, sondern eher mit 8 anderen Bussen vor Ort. Aber wer nicht selbst fahren möchte, hat damit die Möglichkeit Island zu erkunden.


Klima:

 

Island liegt im Nordatlantik und beherbergt viele Gletscher. Also es kann schon sehr kalt werden.

Die Sommer sind eher mild, der Golfstrom bringt ein eher mildes Klima. Wir hatten im Juni bis zu 25° Celsius und puren Sonnenschein. Das war schon eher gruselig, wenn man fast sieht wie einem der Gletscher unter den Füßen weg schmilzt. Aber Island wird eben auch nicht von der Klimaerwärmung verschont.

Zu den schönen Temperaturen gab es aber immer einen richtigen Wind. Windstärke 11 in Deutschland ist in Island nichts Unnormales und der Wind macht es dann doch wieder etwas frisch. Wir hatten in den zwei Wochen im Juni von 5 – 25° Celsius alles dabei und waren dementsprechend immer wie eine Zwiebel eingepackt. Da konnte man dann nach Belieben eine Schicht ablegen oder auftragen.

Der Sommer ist aber toll um ausgedehnte Wanderungen zu machen. Zumal es auch im Juni nicht mal wirklich dunkel wird.

Im Winter geht’s dann ordentlich in die Minusgrade und Schneestürme können das Fahren extrem erschweren. Das Schöne ist man kann in manche Gletscherhöhlen hinein und man sieht die Polarlichter. Aber – 20 bis -30° Celsius kann es dann schon mal geben. Und es sind eben auch nicht alle Strassen befahrbar.

 


Geologie:

 

Island wird immer als Insel aus Feuer und Eis bezeichnet und ich finde, dass beschreibt es sehr gut.

Island ist eine sehr junge Insel vulkanischen Ursprungs. Sie ist gerade einmal 20 Millionen Jahre alt, was im geologischen Sinne eigentlich noch einem Baby entspricht.

Sie entsteht durch magmatische Prozesse im Untergrund, vor allem der Plattentektonik und wurde von Eiszeiten geprägt.

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, der quer durch die Insel verläuft. Dieser trennt zwei Kontinentale Platten und sorgt dafür das die Erdkruste hier eher etwas dünner ist und so Magma aus der Tiefe an die Oberfläche steigen kann. Und hier wird die Insel auch langsam auseinander geschoben indem neues Material von unten gebildet wird. Das sieht man besonders gut im Thingvellir Nationalpark.

Darüber hinaus gibt es noch unzählige Vulkane wie den Vatnajökull, Eyjafjallajökull und viele kleine Vulkankrater. Manche davon sind bereits erloschen aber andere schlummern und können jederzeit ausbrechen. Man vermutet unter dem Vatnajökull eine große Magmakammer, einen Hotspot, der für den aktiven Vulkanismus auf Island verantwortlich ist. Durch die ausgedünnte Kruste schlummert dieser hier nah unter der Oberfläche und Magma sucht sich immer mal wieder einen Weg nach oben. Ein Vulkan bricht aus. Vergangene Ausbrüche sind überall im Land sichtbar. Lavafelder bedecken die Insel, nur spärlich bewachsen mit Moosflechten die Jahre gebraucht haben, um überhaupt zu wachsen. Landwirtschaft ist in Island dadurch überhaupt nicht möglich.

Durch seine nördliche Lage hat Island aber auch einige Gletscher zu bieten. Dabei, der größte Europas, der Vatnajökull. Die Gletscher bedeckten während der Eiszeiten noch größere Gebiete der Insel und haben diese landschaftlich mitgestaltet. Die Gletscherflüsse und ihre Wasserfälle machen das auch heute noch. Überall stürzen Wasserfälle in die Tiefe und graben langsam Schluchten und Canyons in die Berge ein.

 

Namafjall, Geothermalgebiet,  Island

Namafjall / Geothermalgebiet im Norden der Insel


Warum nach Island?

Wasserfälle - Es gibt unzählige. Sie sind immer da, egal wo man gerade langfährt. Die größten wie Dettifoss, Gullfoss, Godafoss, Glymur, Skogafoss und so viele mehr sind allemal eine Reise wert. Dazu auch mehr im Artikel: Die schönsten Wasserfälle Islands.

Gletscher - Schon den Vatnajökull aus dem Flugzeug zu betrachten, wie er teilweise durch die aufgebrochene Wolkendecke sichtbar ist, ist grandios und man merkt wie riesig er ist. Aber erst wenn man im Süden Islands ist und überall die Gletscherzungen sieht, die sich aus den Bergen herausschieben bekommt man eine Ahnung von dem gigantischen Ausmaß dieses Gletschers. Es gibt Gletscherwanderungen auf dem Gletscher oder aber auch im Winter in die Gletscher. Wer so etwas erleben möchte, ist in Island im Skaftafell Nationalpark genau richtig.

Lavafelder - Eine unwirkliche Landschaft, überall scharfkantige erkaltete Lava und die zart grünen Moosflechten, die langsam ihr Territorium zurückerobern. Wunderschön anzusehen und sie geben eine Ahnung davon wie ein einzelner Vulkanausbrauch alles um sich herum komplett zerstören kann. Auch irgendwie ein komischer Gedanke, dass man so bewusst zu diesen riesigen Vulkanen fährt, die jederzeit ausbrechen können. Schöne Lavafelder sind die Lakifelder bei Vik und die Lavafelder auf der Reykjanes Halbinsel. 

Steilküsten - Island hat ein paar sehr schöne Steilküsten, die vor allem Vögeln einen idealen Brutplatz bieten. Und somit ist es nicht verwunderlich, dass man vor allem zu ihnen fährt, um die Vögel zu beobachten. Darunter natürlich auch die süßen Papageientaucher (Puffins). Am bekanntesten ist sicherlich Latrabjarg, der westlichste Punkt Europas und in den Westfjörden gelegen. Hier robbt man auf dem Bauch an den Rand der Steilküste und schaut den Puffins zu. Aber auch im Süden der Insel oder auf der Reykjanes Halbinsel gibt es sehr schöne Steilküsten zu bestaunen.

Fjorde und Wale - Island ist voll von Fjorden. Was ja auch nicht verwunderlich ist, da es sehr von Gletschern geprägt ist. Und in einigen Fjorden tummeln sich gerne Wale und schlagen sich den Bauch voll. So zum Beispiel im Westen der Insel nördlich von Reykjavik. Aber auch Husavik im Norden der Insel ist ein bekannter Spot, um Wale zu sehen. Früher einst Hauptstadt des Walfanges in Island, ist es heute eine Touristenhochburg für Walbeobachtungen. Auch ein hübsches Museum rund um Wale und die frühere Jagd auf sie gibt es im Ort.

Hot Pots und Geothermalfelder - Island ist bekannt für seine Hotpots und geothermale Energie. Während man durch die Geothermalen Felder wie Namafjall im Norden bei Myvatn oder Gunnuvher im Südwesten auf der Reykjanes Halbinsel lieber nur einen Spaziergang unternimmt und sich das Gebrodel anschaut und den Schwefelgeruch tief einatmet, werden die Hotpots zum Baden genutzt. Die Geothermale Energie, die dazu führt, dass in den Geothermalfeldern überall Qualm und Schwefel austritt sorgen bei den Hotpots in der Tiefe dafür das das Wasser erhitzt wird und mit angenehmen Badewannen Temperaturen zu Tage tritt. Es gibt große Anlagen wie die Blaue Lagune oder das Myvatn Nature Bath oder aber auch viele kleine einsame Pots im Hochland, wo man kein Eintritt zahlt. Wer ein richtiges Bad sucht, sollte die teuren in Reykjavik und Myvatn links liegen lassen und ins GeoSea nach Husavik gehen. Warmes Wasser und unschlagbare Aussicht von der Steilküste auf das Fjord werden einem nur dort geboten.

Wanderungen - Island ist denke ich ein Land des Wanderns. Die Natur ist einfach großartig und Wanderwege gibt es zahlreich. Das einzige was man meist nicht hat, ist genug Zeit, um sie alle zu begehen.

Kirkjufell, Wasserfall,  Island

Kirkjufell

Skallafellsjökull,  Island

Skallafellsjökull

Laki Felder, Vulkan,  Island

Laki-Felder

Latrabjarg,  Island

Latrabjarg

Husavik,  Island

Fjord vor Husavik

GeoSea, Husavik, Island
GeoSea, Husavik, Island

GeoSea Husavik


ENDE


Kommentare: 0