Wasserfälle in Island - Unser persönliches Ranking

Island hat gefühlt an jeder Ecke einen Wasserfall. Manche liegen sehr versteckt und manche kann man einfach von der Straße aus sehen. Und alle sind auf ihre ganz eigene Art schön und einzigartig. 

Wir haben uns natürlich auch viele Wasserfälle angeschaut und präsentieren Euch hier unsere schönsten Wasserfälle in Island und das natürlich mit ganz vielen Bildern.



Wasserfälle … wer liebt sie nicht.

 

Ich finde sie haben einfach etwas an sich, was für eine ungebrochene Faszination sorgt. Die Kraft des Wassers in dieser ungezügelten Form hat immer wieder einfach etwas Erhabenes an sich.

 

Und Island?  Diese Insel ist einfach nur voll von Wasserfällen. Ich glaube nicht, dass schon mal jemand alle gesehen hat. Geschweige denn alle gezählt. An nahezu jedem Berghang fließen sie die Abhänge hinunter und bahnen sich ihren Weg durch das Gestein. Formen die Landschaft.

 

Hier in Island kann man die Kraft des Wassers und die Entstehung der Schluchten und tiefen Furchen in den Berghängen richtig sehen und auch nachvollziehen. Man weiß manchmal gar nicht wo man zuerst gucken soll, weil links, rechts und überall diese Wasserfälle sind.

 

Fakt ist, wer nach Island fährt, wird auf jeden Fall eine Menge Wasserfälle sehen. Manche nur flüchtig, aus dem Auto heraus und andere von sehr nah, beziehungsweise in einer sehr nassen Erfahrung.

Und das macht echt nochmal besonders viel Spaß, weil man da die Kraft des Wassers quasi hautnah erleben darf.

 

Es gibt eine Reihe von Wasserfällen, die auf keiner Islandreise ausgelassen werden sollten.

Die Liste von mir ist bei weitem nicht vollständig, denn wie bereits gesagt gibt es viele Wasserfälle auf Island und ich glaube man muss echt lange unterwegs sein, um zumindest mal alle Großen gesehen zu haben.

 

Ich habe einfach mal alle, die wir auf unserer Reise bestaunen durften (und wo ich einen Namen wusste) in ein Ranking gebracht und zeige hier welche uns am Besten gefallen haben.

Da wir nicht im Hochland waren, liegen die hier aufgelisteten Wasserfälle vor allem an der Ringstraße oder in deren Nähe.


1. Der Seljalandsfoss, der hinter den man gehen kann

Der Seljalandsfoss liegt im Süden Islands und ist für uns der schönste Wasserfall auf Island. Man findet ihn direkt an der Ringstraße an der Abzweigung nach Pörsmörk.

 

Der Fluss Seljalands stürzt hier an einem Hang 66 Meter in die Tiefe. Das besondere an diesem Wasserfall ist, dass man hinter ihm herumlaufen kann und so nochmal ganz neue Perspektiven von so einem herunterstürzenden Ungetüm bekommt.

Am schönsten  ist der Seljalandsfoss im Abendlicht, weil die Sonne dann vor dem Wasserfall steht, das ergibt ein wunderschönes Lichtspiel mit dem Wasser wenn man hinter ihm steht.

Außerdem empfiehlt es sich erst spät vorbei zu kommen, da Unmengen an Touristen zu diesem Wasserfall  kommen. Im Sommer lichtet sich ab 22 Uhr langsam der Ansturm und man kann den eigenen Besuch richtig genießen.

 

Eine Möglichkeit, erst spät dort zu sein, ist es direkt am ortsansässigen Campingplatz mit Blick auf den Seljalandsfoss zu übernachten. Der Platz ist sehr groß und bietet einen wunderschönen Blick und ein zweiter Wasserfall, der Gljufurarfoss ist hier versteckt. Den man sich auch nicht entgehen lassen sollte.

Für beide Wasserfälle gilt: Regenjacke, Regenhose, Kameraschutz … ach alles was ihr habt, denn es wird richtig nass und es macht einfach nur riesigen Spaß.

 

Einziger Negativpunkt ist die Ausstattung des Campingplatzes. Die Toiletten und Duschen waren nicht gut und für die Größe des Platzes einfach viel zu wenige. Der Ausblick und der Spaß unter dem schönen Seljalandsfoss lassen einen da aber drüber hinwegsehen.



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2. Der Dynjandi und seine fünf Brüder

Der überwältigende Dynjandi liegt in den Westfjorden und ist nicht unbedingt ein leicht erreichbares Ziel. Wer aber in die Westfjorde fährt darf sich diesen schönen Wasserfall auf keinen Fall entgehen lassen.

 

Von Flokalundur an der Südküste der Westfjorde fährt man immer nordwärts auf der Straße 60 bis man am Wasserfall ankommt. Die Strecke ist vor allem Gravel Road aber auch ohne Allrad sehr gut zu meistern. Es ist ein ganzes Stück Weg bis zum Dynjandi, auf dem man aber bereits fantastische Ausblicke hinunter in die Fjorde bekommt. Am Wasserfall selbst gibt es einen großen Parkplatz.

 

Der Dynjandisa Fluss stürzt hier in 100 Metern auf einer Breite von 30 Metern über den Felsen nach unten. Das außergewöhnliche ist, das sich der Dynjandi auffächert und terrassenförmig auf 60 Meter Breite anwächst. Außerdem bildet er nur den oberen Teil einer ganzen Reihe von schönen Wasserfällen, die nach und nach bis zum Borgarfjördur (Fjord) folgen. Diese heißen Fjallfoss, Hundafoss, Göngufoss, Haifoss, Udafoss und Baejarfoss.

 

Ich hatte vorher schon viele Bilder gesehen und wollte unbedingt zu diesem Wasserfall. Dabei dachte ich aber immer es wäre ein kleiner, nicht so hoher, aber dafür breiter Wasserfall. Von den vielen anderen wusste ich Garnichts. Es ist schon bemerkenswert, wenn man die Straße zum Fjord hinunter fährt und da plötzlich dieser gigantische Wasserfall an der Felswand auftaucht. Ich war platt und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

 

Auf einem gut ausgebauten Weg kann man bis nach oben vor den Dynjandi laufen und auf eigene Faust auch noch etwas höher an der Seite weiter klettern. Da wird es dann aber auch wieder richtig nass.

 

Solltest du die Möglichkeit haben deinen Besuch zeitlich frei planen zu können, so empfehle ich erst nachmittags zum Wasserfall zu fahren. Im Sommer in den Morgen- bis Mittagsstunden steht die Sonne genau über dem Dynjandi und man fotografiert immer genau gegen die Sonne und der Besucherandrang wird hier auch zum Abend hin weniger.



3. Der Gljufrabui, der Versteckte (Gljufurarfoss)

Der Gljufrabui, oder auch Gljufurarfoss genannt, liegt direkt neben dem Seljalandsfoss. Er ist nicht so bekannt wie unsere Nummer eins, aber genauso schön und reizvoll. Ein Must See jeder Islandreise.

Sein Name bedeutet übersetzt Schluchtenbewohner. Das ist auch sehr passend, denn er verbirgt sich sozusagen in einer Höhle, in die man hineinklettern kann. Dort ergießt er sich dann von oben in die Höhle. Das ist eine sehr nasse Angelegenheit, aber auch ein sehr schönes Erlebnis das die Natur hier bietet. Lass Euch diesen schönen Wasserfall auf keinen Fall entgehen wenn ihr in Island seid!

 


4. Der Skogafoss, der Kraftvolle

Der Fluss Skoga ergießt sich hier auf 25 Meter Breite in perfekter Form 60 Meter tief nach unten, bevor er dann als kleines gemächliches Flüsschen weiter seinen Weg nimmt.

Man kann unten sehr nah an den Wasserfall heran laufen, so dass man die unglaubliche Kraft des Wassers spüren kann. Eine schöne Dusche gibt es dort umsonst, die immer stärker wird je näher man dem Skogafoss kommt.

 

Auf der rechten Seite (Osten) führt auch ein kleiner Trekkingweg hinauf auf die Steilküste und man kann den Skogafoss von oben sehen. Dieser ist Teil des Laugevegur, einem berühmten Trekkingpfad durch Island.

 

Der Skogafoss liegt nur wenige Kilometer vom Seljalandsfoss entfernt, man findet ihn wenn man der Ringstrasse in Richtung Vik folgt. Er liegt direkt an der ehemaligen Steilküste und hinter ihm ragt der Eyjafjallajökull auf. Man kann diesen schönen Wasserfall eigentlich nicht verfehlen.



5. Der Dettifoss, die ungezähmte Naturgewalt

Der Dettifoss ist nicht nur der größte Wasserfall Islands sondern auch von ganz Europa, zumindest wenn es darum geht wieviel Wasser pro Minute hier fällt und wenn man ihn sieht glaubt man das auch sofort. Hier fallen fast 200 Kubikmeter pro Sekunde!

 

Der Fluss Jökulsa a Fjöllum hat im Norden Islands eine tiefe und 30 Kilometer lange Schlucht in das Gestein gegraben. Sie ist fast 100 Meter tief und führt die Wassermassen der Gletscherflüsse des nördlichen Vatnajökull in Richtung des Arktischen Ozean.

In seinem Verlauf hat er mehrere große Wasserfälle. Dazu gehören der Selfoss, der Dettifoss und der Hafragilsfoss.

 

Der überwältigende Dettifoss erstreckt sich über eine Breite von 100 Metern und fällt 45 Meter in die Tiefe. Für Filmfans ist interessant das Ridley Scott hier seine Anfangssequenz für Prometheus aufgenommen hat.

 

Den Detifoss erreicht man gut und man kann ihn von beiden Seiten anfahren. Auf der Westseite des Dettifoss führt die Straße 862 (Dettifossvegur), die von der Ringstraße abgeht geteert bis zum Parkplatz des Dettifoss. Ab dort wird sie zur Gravel Road und führt als F-Straße weiter gen Norden in die Asbyrgi Schlucht.

Auf dieser Seite ist ein großer Parkplatz und ein gut ausgebauter Wanderweg zum Dettifoss und Selfoss. Auch zum Hafragilsfoss kann man von dort aus wandern, was aber etwas länger dauert. Die Aussicht auf die Wasserfälle ist von dieser Seite sehr schön und etwas weiter weg als von der anderen Seite, wie wir später feststellten. Von der anderen Seite ist er einfach viel gewaltiger.

 

Auf der Ostseite des Dettifoss geht eine Gravel Road, die 864 (Holsfjallavegur) bis nach Norden zur Asbyrgi Schlucht. Diese lässt sich aber mit einem normalen Auto gut befahren und ist die beste beziehungsweise einzige Möglichkeit auch ohne Allrad bis nach oben zur Asbyrgi zu kommen.

Von der Ostseite führt ebenfalls ein kleiner Wanderweg vom  Parkplatz zum Dettifoss. Man steht dann wirklich fast genau an der Fallkante des Wasserfalles und die herabstürzenden Wassermassen sind quasi zum Greifen nah.

 

Wer kann sollte beide Seiten des Detifoss anfahren, um diese beeindruckenden Ausblicke zu genießen, denn sie sind völlig unterschiedlich und einfach nur großartig. Wer nur Zeit für eine Seite hat, entscheidet sich besser für die Ostseite. Sie ist einfach beeindruckender, da man hier diesem unglaublichen Wasserfall sehr nahe kommen kann.



6. Der Oxarafoss, der Schöne

Vom Oxararfoss hatte ich vor unserer Islandreise noch nicht gehört und war umso überraschter von diesem Kleinod der Natur. Oder besser gesagt der Kunst des Menschen Wasser dort hin zu bringen wo vorher gar keines war.

 

Der Oxara Fluss liegt nämlich mitten in Thingvellir und wurde dort eigens hin umgeleitet, um für die früher dort stattfindenden Versammlungen der Siedler Islands ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen.

 

Wenn man in Thingvellir ist, sollte man die gesamte Schlucht durchwandern, die im Grunde von dem Mittelozeanischen Rücken gebildet wird, der hier zu Tage tritt. Geologisch ist dieser Ort deshalb auch sehr interessant. Der ausgeschilderte Weg bietet tolle Ausblicke und führt dann auch zum Oxararfoss und somit zu einem der schönsten Wasserfälle auf Island.

 

Dort kann man dann eine kleine Pause einlegen und dem kleinen Wasserfall aus einigen Metern Entfernung zu schauen oder wenn man will auch noch ein wenig näher heran klettern, was auch ein großer Spaß ist



7. Der Godafoss, der Göttliche

Der Godafoss liegt im Norden Islands, direkt an der Ringstraße und ist somit nicht zu verfehlen. Schon von der Straße aus sieht man den Wasserfall und staunt über sein hellblaues Wasser.

 

Der Skjalfandafljot stürzt hier über eine Breite von 158 Metern, aufgeteilt in drei kleinere Fälle, die von Felsen getrennt sind in die Tiefe. Er bildet dabei einen schönen Halbkreis. Weiter vorne im Verlauf befindet sich noch ein kleinerer Wasserfall.

 

Man kann auch hier auf angelegten Wegen rechts oder links herum zum Godafoss spazieren. Beide Seiten bieten schöne Ausblicke von oben auf den Wasserfall. Aber nur wenn man vom Infozentrum aus gesehen links entlang geht hat man die Möglichkeit eine kleine Treppe zu erreichen, die nach unten führt und somit noch mal eine ganz andere Perspektive auf den Godafoss zu lässt.

 

Wir haben uns die Zeit genommen und sind beide Seiten abgelaufen. Das lohnt sich auf jeden Fall, da es einer der schönsten Wasserfälle auf Island ist. Ich war begeistert von dem kristallblauen Wasser, dass er führt. Das Infozentrum gibt die Möglichkeit etwas zu essen und Souvenirs und Isländische Produkte zu shoppen und ist somit auch einen Blick wert.

 


8. Der Gullfoss, der Unbeschreibliche

Der Gullfoss war der erste Wasserfall, den ich auf Island gesehen habe. Er liegt im Golden Circle, auf der Straße 37, kurz hinter Laugarvatn und dem Geysir Strokkur.

 

Der Fluss Hvita fällt hier in 2 Stufen herab. Die erste ist 11 Meter hoch und die zweite dann 21 Meter hinunter in die Schlucht. Der Gullfoss ist gewaltig und wunderschön, wie er da in der Schlucht liegt.

Auf einem kleinen Weg kann man ganz nah heran. Dort wird man von der Gischt ordentlich nass bevor man an der Seite auf einem kleinen Felsplateau steht und dem Gullfoss zusieht wie er an einem vorbei donnert.

 

Vom Parkplatz aus sieht man den Wasserfall noch nicht und hat erst einmal die Möglichkeit Toilette, Souvenirshop oder Restaurant zu benutzen. Danach geht es auf ausgebauten Wegen hinunter zum Gullfoss. Eine steile Treppe führt hinunter zum eigentlichen Busparkplatz (wo aber trotzdem alle geparkt haben) und gibt den Blick zum ersten Mal auf den Wasserfall frei.

 

Man wollte hier schon mehrfach ein Elektrizitätswerk bauen, um die Kraft des Gullfoss nutzbar zu machen, aber dies konnte immer abgewendet werden. Zum Glück, denn der Gullfoss ist einfach ein wunderschönes Stück Natur und steht deshalb auch seit 1979 endlich unter Naturschutz.



9. Der Selfoss, der Zusammenkommende

Der Selfoss ist ein Wasserfall im Norden Islands. Er liegt kurz vor dem Dettifoss und kann genauso wie dieser erreicht werden.

 

Das Wasser der Jökulsa a Fjöllum stürzt hier 10 Meter in die Tiefe. Dabei steht er wie auch die anderen beiden Wasserfälle unter Naturschutz. Er ist nicht so groß wie der Dettifoss aber durch die Schlucht und die Steilwände herum, durch die der Fluss seinen Weg bahnt nicht weniger beeindruckend. Wer also dort ist sollte auf jeden Fall die kleine Wanderung zum schönen Wasserfall Selfoss machen.

 


10. Der Hengifoss, der Unerreichbare

Der Hengifoss liegt im Osten Islands und kann von Egilstadir aus über die 931, entlang dem See Larafljot erreicht werden.

 

Der Wasserfall liegt hoch oben im Berg und muss allerdings erwandert werden. Auf einem gut angelegten Weg geht es steil bergauf auf 450 Meter über Meeresniveau. Dabei ergeben sich immer wieder großartige Einblicke in die Schlucht, die der Fluss Hengifossa hier gegraben hat.

Auf dem Weg nach oben passiert man bereits den Litlanesfoss, der wunderschön in Lavagestein eingebettet ist. Er ist umgeben von Basaltsäulen. Oben auf dem kleinen Plateau angekommen steht man doch noch recht weit weg vom Hengifoss und sieht wie er umgeben von Basaltsäulen 118 Meter in die Tiefe stürzt. Im Lavahintergrund kann man zusätzlich noch rötliche Lehmschichten finden, die sich aus der Vulkanasche gebildet haben. Gerade diese, in Kombination mit den Basalsäulen und dem Wasserfall ergeben hier ein faszinierendes Bild.

 

Eigentlich kann man nun links weiter einem kleinen Pfad folgen und kommt so ganz nah an den Wasserfall heran. Leider wurde dieser aber im Frühling 2019 durch die Schneeschmelze so stark beschädigt, dass er wegen zu großer Gefahr gesperrt wurde. Schon unten am Eingang steht dazu ein Hinweisschild. Also wenn man nur hinauf will, wenn man ganz nah heran kann, dann sollte man schon unten nach dem Schild Ausschau halten. So erspart man sich den Aufstieg zu einer Enttäuschung.

 

Aber auch von weiter weg bietet der Hengifoss einen fantastischen Anblick und ist den Aufstieg absolut wert. Lasst euch diesen schönen Wasserfall nicht entgehen.



11. Der Svartifoss, der Zauberhafte

Dieser wunderschöne Wasserfall liegt im Skaftafell Nationalpark im Süden Islands.

 

Den Svartifoss erreicht man über eine der vielen Wanderungen im Nationalpark, eine davon startet direkt in der Mitte des Campingplatzes und führt etwa 30 Minuten bergauf zum Wasserfall. Auf der Wanderung gibt es immer wieder wunderschöne Ausblicke zum Gletscher Skaftafelljökul und hinunter in die Ebene zum Atlantik.

Oben angekommen, liegt in der Kurve der Svartifoss. Man sieht ihn schon von Weiten und es ist irgendwie surreal wie er da oben so mitten in einem Hügel liegt.

 

Der Storilaekur stürzt hier über eine Felskante, die von Basaltsäulen eingerahmt ist und wie Orgelpfeifen aussehen. Wer will kann dann den gleichen Weg zurück gehen oder dem Wanderweg weiter folgen, was aber deutlich länger dauert.

Die Wanderung führt dann weiter um den Berg herum und es folgen noch die Wasserfälle Magnusarfoss, Hundafoss und Thjofafoss.



12. Der Kirkjufellsfoss, der Bescheidene neben dem Kirkjufell

Der Kirkjufellsfoss ist ein Wasserfall im Westen von Island auf der Snaefellsnes Halbinsel und ein sehr beliebtes Fotomotiv. Die Fotos sind immer der Hammer und ich war natürlich gespannt darauf ob ich auch so eines hinbekommen würde. 

 

Der Wasserfall liegt südlich des Berges Kirkjufell, der durch eine imposante Form an sich schon etwas Besonderes ist. Der Wasserfall dagegen ist eher klein und etwa unscheinbar. Der Fluss Kirkjufellsa stürzt hier in zwei Stufen 16 Meter in die Tiefe. Kurz darauf mündet er auch schon in die Bucht des Gundarfjördur. Für Fans von Game of Thrones ist es eine Reise wert, denn der Kirkjufell ist Teil der Kulisse, an der die Weisen Wanderer und der Nachtkönig geboren wurden.

 

Man kann auf einer Seite des Wasserfall hinauf, dann über eine Brücke oberhalb der Fälle und auf der anderen Seite wieder hinunterlaufen. Man muss schon genau den richtigen Platz und Winkel finden, um Wasserfall und Berg gemeinsam gut abzulichten und keine Straße oder Parkplatz mehr zu sehen. Denn die liegen genau dazwischen, auch wenn man davon nie was auf den Bildern sieht. Durch den hohen Besucherandrang, aufgrund der bekannten Fotos ist dann aber auch kaum ein Bild ohne Menschen zu erreichen und das Licht ist auch nicht immer so fotogen wie man das gerne hätte.

 

Der Reiz dieses Ortes entsteht durch die Kombination aus dem Berg Kirkjufell und dem Wasserfall. Zusammen bilden Berg und Wasserfall ein geniales Motiv. Um aber das perfekte Foto zu generieren muss man wohl zu einer anderen Tageszeit da sein, als wir es waren. Abendsonne und dann, wenn weniger Touristen dort sind, ergeben sich wahrscheinlich die schönsten Bilder dieses Gespanns.

 

Ich war trotzdem froh es jetzt endlich mal selbst gesehen zu haben, fand ich die Fotos immer so schön. Nun habe ich mein eigenes Bild gemacht und bin auch voll zufrieden damit. 

 


13. Der Hafragilsfoss, der kleine Bruder

Der Hafragilsfoss ist der dritte Wasserfall am Fluss Jökulsá á Fjöllum im Nordosten Islands. Der Wasserfall liegt dabei etwa zwei Kilometer nördlich des Dettifoss.

 

Hier vereinigt sich das Tal der Jökulsa mit der von Westen kommenden Klamm Hafragil, nach welcher der Wasserfall benannt ist. Er stürzt dort 27 Meter in die Tiefe.

 

Von der Westseite (Straße 862) her kann man  ausgehend vom Parkplatz am Dettifoss zum Hafragilsfoss wandern. ´´Auf der Ostseite (Straße 864) gibt es einem kleinen Parkplatz mit Ausblick hinunter auf den Wasserfall. Aber Vorsicht das letzte Stück zum Parkplatz ist sehr steil und hat Schlaglöcher, so groß das das halbe Auto reinpasst. Wer also kein All Rad hat, so wie wir sollte lieber schon oben stehen bleiben und das letzte Stück laufen. Sonst ergeht es euch wie uns und ihr überlegt panisch wie ihr da wieder hochkommen soll. Hat aber Gott sei Dank funktioniert. Nochmal brauche ich das aber nicht. Selbst die Mitarbeiter des Nationalparks haben oben geparkt. Die waren schlauer als wir.

 

Vom Parkplatz aus gibt es wohl auch einen Weg näher an den Wasserfall heran, aber den konnte ich nicht wirklich sehen und auf Abenteuer hatten wir an diesem Tag keine Lust. 



14. Der Rjukandafoss, der Unscheinbare am Straßenrand

Auf der Ringstraße in Richtung Egilstadir kann man auf den letzten Kilometern bevor man die Stadt erreicht sehr viele große Wasserfälle direkt am Straßenrand bewundern. Einer davon ist der Ryukandafoss.

 

Ein kleiner Parkplatz an der linken Straßenseite mit einer Infotafel lädt zum Halten ein. Vorher hatte ich noch nie von Ihm gehört aber wir hielten spontan mal an. Dann kann man auf einem kleinen ausgebauten Weg zum Wasserfall hinauflaufen. Es sind nur wenige Schritte bevor man vor dem Wasserfall steht, der hier 139 Meter in die Tiefe stürzt.

 

Ein schönes Beispiel für die vielen schönen Wasserfälle am Straßenrand Islands, die genauso gigantisch und schön sind wie die Bekannten und vielbesuchten im Rest des Landes.

 


15. Der Glymur Wasserfall, der Höchste

Der Glymur liegt am Ende des Hvalfjördur. Wenn man aus Richtung Reykjavik die Ringstraße nach Norden fährt, hat man an diesem Fjord die Möglichkeit den Tunnel weiter nach Norden zu nehmen oder aber auf die Straße 47 abzubiegen und das Fjord einmal zu umrunden. Das ist etwa 30 Kilometer länger und auf dem Weg nach Norden schon ein ganz schöner Umweg. Aber einer der sich lohnt.

 

Zum einen gilt es als der schönste Fjord und eine der schönsten Straßen Islands und außerdem liegt an dessen Ende der Wasserfall Glymur.

 

Er war mit 196 Metern lange Zeit der höchste Wasserfall Islands und stürzt über mehrere Stufen hinunter. Um einen Blick auf ihn zu werfen fährt man am Ende des Fjordes zum Parkplatz über die kleine Gravel Road. Ein Schild mit der Aufschrift Glymur zeigt an, wenn man abbiegen muss. Vom Parkplatz aus muss man dann zum Wasserfall wandern. Die Wanderung ist mindestens 3 Kilometer lang und erfordert schon ein wenig Zeit.

 

Wir hatten diese leider nicht, da wir auf dem Weg nach Snaefellsnes waren und kurzfristig entschieden, diesen kleinen Umweg zu fahren. Wir sind den Wanderweg ein gutes Stück gelaufen aber dann wieder umgekehrt. Er führt durch Wiesen und vorbei an Lupinen Feldern und machte einen sehr schönen Eindruck.

 

Den Wasserfall sahen wir leider nur aus der Ferne. Wer hier herkommt sollte sich also unbedingt die Zeit einplanen und nehmen, um die kleine Wanderung zu machen. Die Natur ist hier wieder einmal wunderschön.



16. Der Nykurhylsfoss, der Unbekannte (Sveinsstekksfoss)

Dieser Wasserfall war eher eine Zufallsbegegnung und ich hatte auch über ihn noch nie vorher etwas gehört.  Man fährt die Ringstraße entlang durch die Ostfjorde. Von Breidalsvik aus kommend findet man am Ende des Berufjördur die Straße 939. Man lässt diese rechts liegen und bleibt auf der Ringstraße. Kurze Zeit später führt eine kleine Straße rechts steil hinauf in die Berge. Genau die nimmt man und landet so gleich an einem kleinen Parkplatz mit Picknickbank. Und dort in der Kurve führt eine kleine Treppe hinunter zum Nykurhylsfoss. Hier stürzt der Fossardalur in die Tiefe. Fährt man noch ein kleines Stück weiter kommt man auch noch zu einem genialen Campingplatz. Direkt am Fluss, neben den Bergen, in völliger Ruhe und bei Glück mit Rentiersichtungen.

Der Wasserfall ist an sich vielleicht nicht der Beeindruckendste aber die ganze Landschaft rings herum, die Abendsonne und der Campingplatz machten ihn für mich zu etwas ganz Besonderen.

 


ENDE

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