Peking - Die Verbotene Stadt, die chinesische Mauer und vieles mehr

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Ganz nah dran an Peking: Die Chinesische Mauer bei Badaling

 

Die Stadt der Kaiser ist seit 600 Jahren das politische Zentrum Chinas. Es blickt zurück auf eine 3000 Jahre alte Geschichte. So ist es nicht verwunderlich, dass es in Peking noch viel davon zu entdecken gibt. In der Zeit der chinesischen Kaiser wurden viele Tempel und Prachtbauten errichtet, die die Zeit bis heute überdauert haben.

Peking beherbergt heute über 21 Millionen Einwohner und umfasst eine gigantische Fläche. Wer hier herkommt, sollte genug Zeit im Gepäck haben. Schon durch die Größe der Stadt braucht man mehrere Tage, um auch nur einen Bruchteil zu erkunden.

  

Aber von Anfang an. Wie kommt man überhaupt dahin?

 

 

Anreise:

 

Das ist sehr einfach. Der Beijing Capital Airport gehört zu den Größten seiner Art auf der Welt. Täglich gibt es Direktverbindungen von Deutschland aus nach Peking. Die Flugzeit beträgt etwa 10,5 Stunden. Vom Flughafen aus gibt’s dann einen Flughafenexpress in die Stadt oder man greift auf Taxis und Shuttle Busse zurück.

 

Peking hat Vier große Bahnhöfe und so kann die Anreise aus einer anderen Stadt Chinas beziehungsweise die Weiterreise ins Land auch bequem mit dem Zug angetreten werden. Alle Züge sind Schnellzüge und gleichen am ehesten unserem ICE in Deutschland. Geschwindigkeiten bis 300 km/h sind nicht selten und so können auch weite Entfernungen in ein paar Stunden überwunden werden.

 

Einreisebestimmung:

 

Für China generell ist ein Visum notwendig. Das muss vor der Reise beantragt werden und man kann dann 30 Tage damit im Land bleiben. Für Peking braucht man bei einem Transit Aufenthalt von 3 oder weniger Tagen kein Visum. Voraussetzung ist aber, dass man eine Weiterreise in ein anderes Land (nicht das, wo man gerade mit dem Flieger herkommt) vorweisen kann. Also ein Flug von Deutschland nach Peking mit 3 Tagen Aufenthalt und dann wieder zurück nach Deutschland ist nicht möglich.

 

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Brücke über den Kunming See im Sommerpalast

Gesundheit:

 

In Peking gibt es ein Staatliches Krankenhaus mit einem nur für Touristen reservierten Flügel. Dort sprechen die Ärzte auch Englisch. Darüber hinaus gibt es noch eine International Klinik mit einem internationalen Ärzteteam. Sollte man also in Peking ärztliche Hilfe brauchen, sind diese beiden die besten Anlaufstellen, um auch verstanden zu werden. Es empfiehlt sich natürlich, wie bei allen Auslandsreisen eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen zu haben.

 

Reisezeit:

 

Peking liegt im Nordosten Chinas. Hier gibt es heiße Sommer und kalte Winter. Im Sommer wird es gerne über 30°C und Juli/August hat man zudem noch den meisten Regen. Daher sind die besten Reisezeiten im Juni bzw. vor allem im September und Oktober. Im Herbst gibt es häufiger Wind und der vertreibt den Smog, der gerne über der Stadt hängt. Im Winter wird es kalt und viele schmeißen die Kohleöfen in den Städten an. Dann steigt der Grad der Luftverschmutzung an und es hängt immer Smog über der Stadt. Peking hat eine der schlechtesten Luftqualitäten der Welt.

 

Unterkunft:

 

In Peking gibt es Hotels für jeden Geldbeutel. Wer Schnäppchen sucht sollte auf chinesischen Hotelseiten such, von denen manche auch englischsprachig übersetzt sind. Ansonsten gibt es die üblichen Suchseiten im Internet oder eben vor Ort schauen.

Im Hotel muss man sich immer mit seinem Reisepass anmelden, da genau erfasst wird, wann man wo ist. Auch für den Visumantrag braucht man bereits eine genaue Hotelauflistung, wann man wo sein wird, mit Adressen der Unterkünfte. 

 

Beim Einchecken im Hotel wird auch oftmals eine Kaution fällig. Zahlt man mit Kreditkarte wird dieser Betrag dann oftmals über 2 Wochen darauf eingefroren.

 

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Im Universitätsviertel von Peking

Verkehrsmittel:

 

Peking hat ein sehr gut ausgebautes Verkehrssystem. Die U-Bahn ist für Touristen das wohl beste Transportmittel. Sie ist schnell und gut ausgebaut. Außerdem hat sie auch englische  Stationsnamen. Manche fahren allerdings nur bis 22 Uhr abends. Da sollte man drauf achten, sonst steht man abends irgendwo am anderen Ende der Stadt und kommt nicht mehr zum Hotel.

 

Das Busnetz ist ebenfalls gut ausgebaut. Allerdings sind die meisten Haltestellen nur auf Chinesisch, was es dann wohl eher wieder zu einer Herausforderung macht.

 

Taxis sind günstig. Ab 23 Uhr (wenn die U-Bahnen nicht mehr fahren) steigt der Preis aber an. Die Fahrer sprechen kein Englisch, daher sollte man die Adresse des Hotels/Zieles immer auf Chinesisch dabeihaben. Dann funktioniert's aber recht gut.

 

Selbst mit einem Mietwagen durch China beziehungsweise Peking zu fahren ist etwas schwieriger. Meist muss dann auch ein Fahrer mitgebucht werden. Der normale Internationale Führerschein wird in China nicht anerkannt und man muss eine eigene Fahrerlaubnis beantragen. Das geht wohl inzwischen aber ist eben mit etwas Aufwand verbunden.

 

Ausflugstipps:

 

Allgemeine Öffnungszeiten in Peking sind 10-22 Uhr an 7 Tagen in der Woche. Nur montags haben viele Museen und Sehenswürdigkeiten geschlossen. Also immer vorher informieren.

 

Und jetzt kommen ein paar schöne Ziele in und um Peking, die wir uns anschauen durften und die wir empfehlen können.

 

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Unsere Stationen im Stadtkern von Peking

 

Die Verbotene Stadt

 

Die Verbotene Stadt ist wohl der bekannteste Komplex Pekings. Von hier aus regierten 24 Kaiser fast 500 Jahre lang China. Bis 1911 durfte nur der Kaiser und seine Würdeträger hinein. Erst seit 1949 wurde sie der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Die Verbotene Stadt ist ein viereckiger Komplex aus vielen verschiedenen roten Gebäuden, umrahmt von einer Mauer. 1407 begann man mit ihrem Bau und 1420 wurde dieser dann vollendet. Im Laufe der Jahre zerstörten zahlreiche Brände einzelne Gebäude, aber sie wurden immer wieder aufgebaut oder renoviert. Die Grundanordnung der Gebäude, entlang dreier Nord-Süd Achsen wurde dabei immer beibehalten.

Man betritt die alte Kaiserstadt durch das hufeisenförmige Mittagstor vom Tian‘anmen Platz aus. Dahinter öffnet sich ein großer Platz mit 5 Brücken aus Marmor, die einen künstlich angelegten Goldwasserfluss überspannen. Hinter den Brücken erheben sich dann die ersten roten Gebäude der Verbotenen Stadt. Das größte, die Halle der höchsten Harmonie war der Thronsaal.

Die Kaiserfamilie durfte hier noch bis 1924 wohnen, danach mussten diese ausziehen und die Stadt wurde mehr und mehr zum Museum.

 

Man kann Stunden hier zubringen und zwischen all den Häusern hindurch spazieren. Die schiere Größe der Anlage wird einem gar nicht bewusst, wenn man mitten drin ist. Erst von weiter oben kann man sich davon ein Bild machen.

 

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Eingangsplatz zur Verbotenen Stadt

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In der Verbotenen Stadt

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Blick zum Kohlehügel



 

Der Kohlehügel

 

Als man die Verbotene Stadt baute, tat man dies natürlich nach den Regeln des Feng-Shui. Und dies besagt, dass man einen Palast immer mit einem Tor nach Süden ausgerichtet baut und hinter ihm im Norden ein Berg stehen sollte. Da es in Peking aber komplett flach ist, wurde kurzerhand einfach ein Hügel aufgeschüttet.

Gut für nachfolgende Generationen, die dadurch jetzt einen großartigen Blick über die Verbotene Stadt genießen dürfen. Hinter der Verbotenen Stadt geht es durch einen dichten Wald hinauf auf den Kohlehügel Jingshan. Von hier hat man die beste Aussicht und kann sie komplett überblicken.

 

 

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Verbotene Stadt von Oben - Ausblick vom Kohlehügel


 

Der Himmelstempel

 

Zur Kaiserzeit war die Anlage rund um den Himmelstempel die wichtigste religiöse Stätte des Landes. Hierher kamen die Herrscher, um den Himmel für ihre Vorhaben gnädig zu stimmen. Jedes Jahr 3 Tage vor der Wintersonnenwende zog eine riesige Prozession aus der Verbotenen Stadt aus, um hierher zu kommen. Das gemeine Volk war es verboten den Sohn des Himmels (der Kaiser) zu sehen und so schlossen sich diese alle an diesem Tag Zuhause ein. Auch Opferzeremonien wurden bis 1911 hier wohl abgehalten.

Heute ist der Himmelstempel und seine riesige Parkanlage eine UNESCO Weltkulturerbestätte. Nicht nur Touristen kommen hierher, um die Tempel zu sehen, sondern auch viele Stadtbewohner verbringen hier ihre Freizeit. Sie machen Sport, spielen Mah-Jongg oder Musizieren im Park. Es macht Spaß die Anlage zu erkunden, weil man auch mitten im Leben der Pekinger dabei ist.

 

Die Parkanlage beherbergt neben dem Himmelstempel mit dem Himmelsaltar auch noch viele weitere Tempel und Altare, zum Beispiel den Altar des Erntegebets. Man kann also mindestens einen halben Tag rechnen, um ausführlich durch die Anlage zu spazieren.  

 

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Himmelstempel und Parkanlage


Der Tian´anmen Platz

 

Oder auch der Platz des Himmlischen Friedens ist der Ort, wo die Volksrepublik China entstanden ist. Hier hat 1949 Mao Zedong am Ende des Bürgerkrieges die Volksrepublik ausgerufen. Da wurde Peking auch wieder zur Hauptstadt Chinas. Der Platz beinhaltet heute die Große Halle des Volkes, ein Nationalmuseum und die Gedenkhalle Mao Zedongs.

Das Nationalmuseum ist mit einer Fläche von 200000 Quadratmetern wohl das größte der Welt und beinhaltet die wichtigsten Museumsstücke des Landes.

 

Auf dem Platz kann man auch täglich dem Hissen und Einholen der Nationalflagge beiwohnen.

 

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Tian'enmen PLatz mit Blick Richtung Verbotene Stadt


 

Der Olympia Park

 

Hier war 2008 der Austragungsort für die Olympischen Spiele. Bis dahin gab es hier eigentlich nix. Für die Spiele hat man aber einfach mal schnell alles gebaut. Ein Nationalstadion, Schwimmhallen und noch mehr Gebäude für die Spiele. Auch der Ausbau zum supermodernen Flughafen, dem U-Bahn-Netz, einem neuen Bahnhof oder ein neues Schnellbussystem gehörte dazu. Heute sind das Stadion (von den Pekingern liebevoll das Krähennest genannt) und der Park ein Ausdruck von Selbstbewusstsein und Zukunftsglauben. Eine geeignete Nutzung für die vielen Gebäude gibt es nicht so wirklich. Es ist wohl inzwischen eher eine Flaniermeile für Touristen, die sich die pompösen Bauten für die Spiele damals anschauen.

 

Hier habe ich zum ersten Mal einen Chinesischen Trinkjoghurt, der in kleinen Keramiktöpfchen verkauft wird getrunken. Solltest du so etwas sehen, greif zu. Es war sau lecker.

 

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Krähennest

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Unglaublich lecker!



 

Beijings alte Hofhäuser: Hutong

 

Hutong sind typische alte Wohnhäuser in China. Sie sind immer nach innen gerichtet, durchgehend aus grauen Ziegeln, haben wenige Fenster und sind mit einer Mauer umgeben. Hinter dem Eingangstor öffnet sich der Innenhof, dem sich hinten das Wohnhaus anschließt.

Das Problem in Peking ist das schnelle Wachstum und der damit verbundene Bauboom. Viele Hutong wurden bereits dem Erdboden gleich gemacht, um noch mehr Hochhäuser zu errichten.  Nur an wenigen Orten sind noch alte Gassen mit ihren Hutong erhalten. Und auch diese sind ständig in Gefahr.

 

Ein Ort in Peking wo man noch welche findet, sind die Hutong von Gulou. Hier ist noch ein wenig altes Peking erhalten geblieben. Heute ist es eine Szeneviertel und für seine Cafés, Restaurants und Shops bekannt. Das ist zwar nicht mehr ganz so wie es einst war aber die Häuser und Straßen sind noch erhalten. Es hat Spaß gemacht durch zu schlendern und hier und da verrückte und alte Sachen zu entdecken.

 

Blick in zwei Shops


 

Der Sommerpalast

 

Der Sommerpalst ist eine riesige Gartenanlage mit See am Stadtrand von Peking. Hier kann man sich perfekte Garten Harmonie anschauen. Außerdem ist es der einzig erhaltene Kaiserliche Garten Pekings. Im 13ten Jahrhundert wurde hier der Kunming See von Yihe Yuan, einem Kaiser der Qing Dynastie angelegt. Danach folgten die Palasthallen und die Parkanlage. Erst im 18ten Jahrhundert wurde er komplett in eine Gartenanlage umgebaut.

Bekannt ist er auch für seine Bewohner. Der Sommerpalast war die Altersresidenz der Kaiserwitwe Cixi. Diese ergriff 1861 die Macht und herrschte im Namen ihres minderjährigen Sohnes über ganz China. Als ihr Sohn mit 18 starb, ernannte sie ihren 3-Jährigen Neffen zum Kaiser und herrschte einfach weiter. Sie ließ prächtige Paläste bauen und hielt an allem Alten fest, währenddessen ihr Land in Armut feststeckte. Sie starb 1908. Geblieben sind ihre Gemächer und ein prächtiges Marmorschiff, was man sich heute auf der Anlage des Sommerpalastes ansehen kann.

 

Für den Sommerpalst sollte man sich einen Tag Zeit nehmen. Das Gelände ist riesengroß. Man kann mit dem Tretboot auf dem See umherschippern oder die Anlage zu Fuß erkunden. Es ist schön und definitiv einen Besuch wert.

 

Blick über den Kunming See und Cixi's Marmorboot


 

Die Große Mauer

 

Wer kennt sie nicht. Sie ist wohl eines der bekanntesten Bauwerke der Welt und natürlich auch UNESCO Kulturerbe. Für China ist sie Nationalsymbol und Zeugnis ehemaliger Größe.  Die Mauer bildet keine durchgehende Linie, sondern ist eher in mehren Abschnitten gegliedert. Insgesamt umfasst sie aber fast 20000 Kilometer. Die ersten Mauern waren noch aus Lehmbauten und sind heute weniger erhalten. Erst zur Ming Dynastie (1368-1644) wurden die ersten gebrannten Ziegel mit Brustweheren, Zinnen und Wachtürmen errichtet. Ab 1644 verlor die Mauer zunehmend an Bedeutung, da die Mandschuren durch einen chinesischen General ins Land gelassen wurden. Da die Mauer gerade vor diesen schützen sollte, geriet sie ab da zunehmend in Vergessenheit.

Badaling, was von Peking am einfachsten und schnellsten erreichbar ist, stammt auch aus der Ming-Zeit. Es ist sehr schön aber touristisch komplett ausgebaut und meist extrem voll. Besser ist wohl der aus der gleichen Zeit stammende Abschnitt bei Mutianyu.

 

Wem das auch noch zu voll und touristisch ist, der sollte sich nach weniger restaurierten Bereichen der Mauer umschauen. Hier kann man dann allein umherwandern. Die Anfahrt ist dann womöglich etwas abenteuerlich und man muss auch über Stock und Stein kraxeln können und schwindelfrei sein.

 

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Große Mauer bei Badaling


ENDE

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